Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Sozialmedizin fokussiert auf die gesellschaftlichen Bedingungen und Konsequenzen von Krankheit und Gesundheit. Dabei untersucht sie den gesellschaftlichen und politischen Einfluss auf Krankheit und Gesundheit. Die Epidemiologie ist die Wissenschaft der Krankheitsursachen. Sie bietet das methodische und methodologische Rüstzeug Einflussfaktoren auf Krankheit und Gesundheit zu erfassen, mit dem Ziel die Gesundheit ganzer Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Damit sind Sozialmedizin und Epidemiologie zentrale theoretische und methodische Grundlagenfächer in der medizinisch-wissenschaftlichen Ausbildung der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Dabei legen wir in der medizinischen Lehre Wert auf die fundierte Vermittlung empirisch-wissenschaftlicher Forschungsmethoden, die Ausbildung zur kritischen Bewertung von vorhandenem Wissen und die Entwicklung eines Verständnisses für die gesellschaftliche und institutionelle Bedingtheit von Krankheit und Gesundheit.

Das Ziel aller Lehr- und Forschungsaktivitäten am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie ist es, zu einer sehr guten und personenzentrierten Gesundheitsforschung und -versorgung beizutragen. Daraus ergeben sich folgende Forschungsschwerpunkte des Instituts:

  • systematische Erfassung von Patienten- und Betroffenenerfahrungen im Gesundheitswesen
  • konsequente Verbindung von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden
  • Weiterentwicklung von methodischen Ansätzen der Integration unterschiedlicher Datenformate
  • Entwicklung von Mixed-Methods Studiendesigns für die Versorgungsforschung

Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie ist Mitglied in DIPEx Germany und dem Dachverband DIPEx International. Ziel des internationalen Forschungsnetzwerks ist es, Erfahrungen von Menschen mit Krankheit und Gesundheit systematisch und vergleichend zu erforschen. Die erhobenen Erfahrungen werden sowohl für die Forschung und als Informationsquelle für andere Betroffene, Wissenschaftler*innen und Betreuende genutzt. Die Krankheits- und Gesundheitserfahrungen werden wissenschaftlich aufbereitet nach Themen und Personen über die Webseite krankheitserfahrungen.de der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Darüberhinaus ist das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie Partnerin des Forschungsnetzwerks NaviCare der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Ziel des Netzwerks ist es eine Forschungsstruktur in der Region Berlin und Brandenburg zur Etablierung patientenorientierte Versorgungsforschung aufzubauen. In diesem Rahmen führt Prof. Dr. Christine Holmberg, gemeinsam mit PD Dr. Nina Rieckmann und Prof. Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn ein monatliches Colloquium für Versorgungsforschung durch. Dieses ist vor allem für Doktoranden geeignet, die im Bereich der patientenzentrierten Versorgungsforschung arbeiten, geeignet.

Weitere wichtige Forschungspartner sind das National Cancer Institute, USA (nci.gov). Hier vor allem die Abteilung für Krebsprävention sowie die klinische Forschungsorganisation NRG Oncology.

Aktuelles
Stellenangebote
Wir suchen laufend interessierte wissenschaftliche und studentische Mitarbeiter*innen, die uns im Forschungsbereich unterstützen. Senden Sie uns gerne Ihre Initiativbewerbung zu.
 
Derzeit suchen jemanden für folgende Position:
 
Veröffentlichungen
  • Thier, A., Holmberg, C. (2020)The Patients’ View: Age-related Macular Degeneration and its Effects - A Meta-synthesis. Disability and Rehabilitation. (im Druck)

  • Gödde, K., Fügemann, H., Müller-Nordhorn, J., Grimberg, M., Goerling, U., Siegerink, B., Rieckmann, N., Holmberg, C. (2020) Strukturierte Erfassung von Unterstützungsangeboten für Lungenkrebs- und Schlaganfallbetroffene in Berlin; Gesundheitswesen (im Druck)

  • Schultze, M., Müller-Nordhorn, J., Holmberg, C. (2020) Discussing the effects of prostate cancer beyond biographical disruption and new normalcy: the experiences of men with prostate cancer in Germany. Sociology of Health & Illness. (im Druck)

Leitung
Leitung:
Prof. Dr. phil. Christine Holmberg, MA, MPH
Telefon: 03381 41 1281
 
Assistentin:
Melanie Kahle-Stephan
E-Mail: melanie.kahle@mhb-fontane.de
Telefon: 03381 41 1280
 
Forschungsassistenz:
Tim Holetzek, MA
E-Mail: tim.holetzek@mhb-fontane.de
Telefon: 03381 41 1282
 
Luisa Wagenschwanz
Telefon: 03381 41 1294
Mitarbeiter*innen
Dr. Andreas Bergholz
E-Mail: andreas.bergholz@mhb-fontane.de
Telefon: 03381 41-1288
 
Anke Desch
Telefon: 03381 41 1298
 
Dr. Sylvia Euler
Telefon: 03381 41 1287
 
Hella Fügemann, MA, MPH
Telefon: 03381 41-1295
 
Dr. med. Philipp Jaehn, MSc
E-Mail: philipp.jaehn@mhb-fontane.de
Telefon: 03381 41-1283
 
Franziska König, MA, MSc
Telefon: 03381 41-1286
 
Dr. Sibille Merz
Telefon: 03381 41-1284
 
Dr. Joshua Paul
Telefon: 03381 41- 1293
 
Dipl.-Ing. (FH) Anne Thier, MSc, MPH
Telefon: 03381 41-1285
 
Studentische Mitarbeiter*innen
Hi-Sun Bae
 
Leonie Berz
 
Pauline Brunner
 
Lea Minow
 
Sophie Müller
 
 
Telefon (gilt für alle studentischen MitarbeiterInnen): 03381 41-1296
Forschungsprojekte
Versorgungsforschung
AMD-Care

AMD-Care: Altersbedingte Makuladegeneration und ihre Folgen aus Sicht von Betroffenen und Versorgern

Die Zahl der älteren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen steigt im Zuge des demographischen Wandels kontinuierlich. Dies ist vor allem auf die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zurückzuführen. Die tägliche Hausarbeit, das Autofahren oder das Lesen von Büchern ist bei fortgeschrittener Erkrankung ohne menschliche oder technische Hilfe nicht mehr möglich. Für diese Problematik gibt es für Betroffene sowohl hilfsmittelbezogene als auch psychosoziale Beratungsangebote, um ihre Selbstständigkeit solange wie möglich zu erhalten. Allerdings scheint der Zugang zu diesen Beratungsangeboten gerade für ältere Menschen erschwert zu sein.
Das Projekt AMD-Care will bestehende Hindernisse zur Nutzung hilfsmittelbezogener und psychosozialer Beratungsangebote erheben und analysieren. Dafür wird zum einen der Wissensstand von Augenoptikern und Augenärzten zu hilfsmittelbezogenen und psychosozialen Beratungsangeboten erfasst und zum anderen die lebensweltliche Sichtweise älterer Menschen mit AMD untersucht.
AMD-Care wird aus den Forschungsergebnissen Strategien entwickeln, die die Verbreitung und das Wissen über hilfsmittelbezogene und psychosoziale Beratungsangebote über Augenärzte, Augenoptiker, aber auch Allgemeinmediziner und anderer im Gesundheitswesen Tätiger verbessern.
 
Förderer: Friebe-Stiftung
CoronaCare

CoronaCare - Auswirkungen der politischen und sozialen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie auf die „soziale Gesundheit“

Die gesundheitspolitischen Maßnahmen in der derzeitigen Pandemiesituation halten dazu an, durch das Einhalten von Abstand, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Verbot größerer Menschenansammlungen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu verlangsamen. Solche Maßnahmen verändern soziale Beziehungen grundlegend und stellen potentiell eine Gefahr für die „soziale Gesundheit“ dar. Soziale Gesundheit ist eine zentrale Komponente von Gesundheit, die durch alltägliche soziale Kontakte in Gemeinschaften, sozialen Netzwerken und Familien als Ressource aufrechterhalten und nutzbar gemacht wird (Kleinman, 2013). Sie macht die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammensein auf unsere körperliche Gesundheit und unser psychisches Wohlbefinden deutlich. Die Studie CoronaCare untersucht daher die Auswirkungen der politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie auf die soziale Gesundheit in Deutschland. Ziel ist es, Strategien und Empfehlungen für Gemeinschaften und Individuen zur Erhaltung der sozialen Gesundheit abzuleiten und zur Verfügung zu stellen.

Laufzeit: 2020-21

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kooperationspartner: Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.mhb-fontane.de/coronacare-de.html

CoronaPflege

CoronaPflege – Psychosoziale Belastungen von Pflegekräften in Brandenburger Alten- und Pflegeheimen während der Corona-Krise

Pflegekräfte, insbesondere solche in der Altenpflege, sind in ihrem beruflichen Alltag vielfältigen und weitreichenden physischen, psychischen und emotionalen Belastungen. Seit Beginn der Corona-Krise dürften solche Belastungen noch spürbarer sein. Besonders im Land Brandenburg, wo aufgrund der demografischen Entwicklung der Bedarf an Pflegekräften zukünftig weiter steigen wird, ist es von zentraler Bedeutung, solche Belastungsfaktoren zu identifizieren, um die Beschäftigungsbedingungen in der Pflege verbessern zu können. Daher stellt sich die Frage, welche Faktoren während der Corona-Krise am stärksten zur psychosozialen Belastung der Pflegekräfte in Brandenburger Altenpflegeeinrichtungen beitragen.

Das Projekt CoronaPflege widmet sich dieser Frage mithilfe quantitativer und qualitativer Forschungselemente. Den quantitativen Part bildet eine einmalige anonyme Fragebogenerhebung, die derzeit in den vier Regionen durchgeführt wird. Der Fragebogen beinhaltet neben soziodemografischen Angaben und Fragen zur Pflegeeinrichtung vor allem solche zu aktuellen psychosozialen Belastung am Arbeitsplatz, zu Auswirkungen der Corona-Krise auf verschiedene Aspekte des beruflichen und privaten Lebens sowie zu Stress. Außerdem werden mit einigen Freiwilligen Interviews geführt, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lebenswirklichkeit und den Berufsalltag der Pflegenden näher zu beleuchten.

DIPEx

DIPEx

Obwohl in der Bewältigung von Krankheiten die Erfahrungen anderer Betroffener von zentraler Bedeutung sind, wissen wir bisher nur wenig darüber, wie wissenschaftlich erhobene und zur Verfügung gestellte individuelle Erzählungen über Krankheit genutzt werden. Ziel von DIPEx Onkologie war die Bereitstellung ebensolcher Krankheitserfahrungen von KrebspatientInnen anhand von Prostata-, Brust-, und Darmkrebs auf krankheitserfahrungen.de und die Evaluation des Angebots bezüglich einer Stärkung der Patientenkompetenz (Giessler et al. 2017). Darüberhinaus wurden und werden die Interviewdaten wissenschaftlich weiter ausgewertet, z. B. im Hinblick auf Informationsbedarf bei Krebs (Blödt et al. 2018).
 
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.krankheitserfahrungen.de/
 

Förderer:

  • Bundesministerium für Gesundheit (Nationaler Krebsplan)
  • Krebsallianz

Kooperationspartner:

  • DIPEx Germany
  • Uni Freiburg
  • Joachim Weis (Uni Freiburg, Klinik für Tumorbiologie)
  • Juergen M. Giesler (Uni Freiburg, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik)
  • Psychoonkologie (Comprehensive Cancer Center, Charité)
  • Interdisziplinäres Brustzentrum (Charité)
  • Interdisziplinäres Prostatazentrum (IPZ) der Charité
  • Stiftung Männergesundheit

Ausgewählte Publikationen:

  • Blödt S, Kaiser M, Adam Y et al: Understanding the role of health information in patients’ experiences: secondary analysis of qualitative narrative interviews with people diagnosed with cancer in Germany. BMJ Open
  • Giesler JM, Keller B, Repke T, Leonhart R, Weis J, Muckelbauer R, Rieckmann N, Müller-Nordhorn J, Lucius-Hoene G, Holmberg C: Effect of a Website That Presents Patients’ Experiences on Self-Efficacy and Patient Competence of Colorectal Cancer Patients: Web-Based Randomized Controlled Trial. JMIR
  • Lucius-Hoene G, Holmberg C, Meyer T (Hrsg): Illness Narratives in Practice: Potentials and Challenges of Using Narratives in Health-related Contexts. 2018. Oxford, United Kingdom: Oxford University Press.
Entscheidungsfindung bei Patientinnen mit Brustkrebsrisiko

Entscheidungsfindung bei Patienten mit Brustkrebsrisiko

In den USA sind Tamoxifen und Raloxifen, zwei selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs), zur Reduzierung des Brustkrebsrisikos zugelassen, da beide SERMs nachweislich das Risiko von invasivem Brustkrebs um 50% senken. Primäres Ziel der Studie war die Beschreibung des Einflusses von sozialen, umweltbezogenen und psychologischen Faktoren (Sozialität von Medikamenteneinnahme, Lebensumstände, Kenntnis über Prävention, klinische Situation) auf die Entscheidung von brustkrebsgefährdeten Frauen, Mittel zur Chemoprävention einzunehmen (Holmberg et al. 2017). Weitere Ziele sind es, die Implikationen und Einflüsse auf die Entscheidungsfindung von mit Brustkrebsrisiko diagnostizierten Frauen zu untersuchen, eine Studie zu entwickeln zur Bestimmung von Einflussfaktoren auf den Entscheidungsfindungsprozess von Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko, die Chemoprävention erwägen, und zu untersuchen, welche Faktoren Frauen daran hindern, chemische Mittel zur Prävention von Brustkrebs einzunehmen (z.B. Blakeslee et al 2017; Gunn et al 2017).
 
Förderer:
  • National Cancer Institute
Kooperationspartner:
  • MD Anderson Cancer Center (Division of Cancer Medicine: Dr. Therese Bevers)
  • Boston University Medical Center (Center of Excellence in Women’s Health: Tracy Battaglia)
  • University of Utah (Department of Population Health Sciences: Angela Fagerlin)
Ausgewählte Publikationen:
  • Holmberg C et al, NRG Oncology/National Surgical Adjuvant Breast and Bowel Project Decision-Making Project-1 Results: Decision Making in Breast Cancer Risk Reduction.2017, Journal for Cancer Prevention
  • Blakeslee S et al, Deciding on breast cancer risk reduction: The role of counselling in individual decision-making – A qualitative study. PEC-Journal
KaViB

KaViB - Kardiologische Versorgung in Brandenburg

Trotz einer relativ guten Versorgungslage von Kardiologen und Hausärzten weißt das Bundesland Brandenburg im Ländervergleich eine hohe Krankheitslast und Mortalitätsrate bei kardiovaskulären Erkrankungen auf. Das Forschungsprojekt KaViB untersucht in einem Mixed-Methods-Ansatz einerseits, wie sich die gesamte kardiologische Versorgungsinfrastruktur im Bereich kardiovaskulärer Erkrankungen ausgestaltet, indem alle relevanten Versorgungseinrichtungen kartiert werden und untersucht wird, in welchem Zusammenhang diese mit Hospitalisierungsraten von ausgewählten kardiovaskulären Krankheiten oder Risikofaktoren bei Älteren stehen könnten bzw. inwieweit diese Hospitalisierungen mit Faktoren der Ländlichkeit zusammenhängen könnten. Andererseits wird im qualitativen Teil des Forschungsprojekts untersucht, wie Patient*innen mit kardiovaskulären Erkrankungen oder Risikofaktoren ihre Gesundheitsversorgung gestalten. Dabei wird eine lebensweltliche Perspektive eingenommen, die möglichst ganzheitlich die subjektive Gestaltung verstehen möchte. Schließlich soll in einem dritten Schritt geschaut werden, in welcher Weise vorhandene Versorgungsinfrastrukturen genutzt werden und inwieweit auch informelle Aspekte wie soziale Netzwerke, Nachbarschaften etc. eine Rolle spielen.

NAVICARE

NAVICARE - Das Netzwerk zur Stärkung patientenorientierter Versorgungsforschung

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist hoch spezialisiert, aber auch stark fragmentiert. Dies stellt insbesondere für Patienten mit chronischen Erkrankungen und Multimorbidität eine Herausforderung dar. Innovative Versorgungsmodelle könnten dazu beitragen, bestehende Barrieren und daraus resultierende Versorgungslücken zu verringern. Ein möglicher Ansatz ist der Einsatz von sogenannten „Patienten-Navigatoren“, wie es sie z.B. in den USA gibt. Navigatoren sind speziell geschulte Personen, die Patienten auch über die Grenzen der üblichen Versorgungsstrukturen hinaus begleiten und so die „Navigation“ in einem fragmentierten Versorgungssystem erleichtern.
Das Netzwerk von NAVICARE vereint inhaltliche und methodische Kompetenzen verschiedenster Projektpartner und umfasst auch Stakeholder und Patientenvertreter. Neben Forschung und Netzwerkarbeit soll die Ausbildung in der Versorgungsforschung gestärkt und Nachwuchswissenschaftler gefördert werden. Das Projekt wird an der Charité-Universitätsmedizin Berlin durchgeführt. Prof. Holmberg war Mitantragstellerin.
 
Weitere Informationen finden Sie hier: https://navicare.berlin/de/
 
Laufzeit: 2017–2020
 
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
SGB-REHA

SGB-REHA: Sektorenübergreifende gerontopsychiatrische Behandlung und Rehabilitation in Pflegeheimen

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Besonders nach Krankenhausaufenthalten steigt das Risiko für ältere Menschen, dauerhaft im Pflegeheim zu verbleiben. Im Projekt SGB-REHA soll ein sektorenübergreifendes, multiprofessionelles Rehabilitationskonzept für Menschen in der stationären Altenhilfe regional flächendeckend implementiert und evaluiert werden.

Ausgangspunkt ist ein Best Practice Model der therapeutischen Pflege mit rehabilitativen Anteilen (Haus Ruhrgarten, Mühlheim), das in einer Vorstudie qualitativ untersucht wird, um Barrieren für dessen flächendeckende Implementierung zu identifizieren und ein Schulungskonzept zu entwickeln. Ausgehend von einer Voranalyse der Krankenkassendaten vom Haus Ruhrgarten lauten die Forschungshypothesen, dass durch die Implementierung des Modells eine Verbesserung einerseits der Alltagsfertigkeiten, kognitiven Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Pflegeheimbewohner*innen und andererseits der Arbeitszufriedenheit des Pflegepersonals erreicht werden kann. Ebenso wird die Reduktion von Krankenhausaufenthalten und Behandlungskosten sowie Psychopharmakagabe sowie eine erhöhte Anzahl an Bewohner*innen, die in die eigene Häuslichkeit zurückkehren, erwartet.

In der geplanten Hauptstudie soll das Pflegemodell in einer multimodalen Intervention qualitativ, quantitativ und gesundheitsökonomisch evaluiert werden.

Wissenschaftsforschung
AdvanceGender

AdvanceGender

 
Das Ziel des Verbundprojekts AdvanceGender ist die Entwicklung einer „Tool box“ mit Methoden für geschlechtersensible Forschung, die die Gestaltung der Forschungsprozesse populationsbasierter Studien anleiten kann: Geschlechtersensible Forschung soll so ermöglicht werden und als Grundlage für eine empirisch-fundierte Gesundheitsberichterstattung dienen. Hierfür nimmt das Projekt AdvanceGender die Bereiche Studienteilnahme und Rekrutierung, Datenanalyse und Gesundheitsberichterstattung in den Fokus.
Das Teilprojekt AdvanceRecruitment widmet sich der Analyse von Rekrutierung und Studienteilnahme in populationsbasierten Studien. Das Projekt fragt, wie gender-spezifische Unterschiede in der Teilnahme an populationbasierten Gesundheitsstudien erklärt werden können und ob und wie andere Kategorien wie Einkommen und Schulbildung damit in Zusammenhang stehen.
 
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.mhb-fontane.de/advance-gender.html
Förderer:
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kooperationspartner:
  • Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen
  • Fachbereich Gesundheitsberichterstattung am Robert Koch-Institut
Risikoscores

Risikoscores

Das Projekt untersuchte Wissenstransferprozesse in epidemiologischer Wissensgenerierung und in der Zirkulation epidemiologischer Ergebnisse in Form von Risikoschätzern, sogenannten Risiko-Scores (Kalender/Holmberg im Druck).
Das Ziel der Studie ist, Wissenstransferprozesse bei epidemiologischer Wissensgenerierung am Beispiel einer Kohortenstudie zu verstehen. Zurzeit wird eine Informationsplattform entwickelt, die epidemiologische Wissensgenerierung und -verbreitung darstellt.
Das Projekt nutzt ein Ensemble aus Methodenelementen aus sozialwissenschaftlicher Wissenschafts- und Technikforschung und Technografie (leitfadengestützte Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Dokumentenanalysen). Die Erstellung der Webseite wird in Kooperation mit Kuratorinnen, Graphikern und Webdesignerin, IT und Dramaturgen entwickelt.
 
Förderer:
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kooperationspartner:
  • Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt (Prof. Dr. Susanne Bauer, jetzt: Universität Oslo, Centre for Technology, Innovation and Culture)

Ausgewählte Publikationen:
  • Kalender U, Holmberg C (2018): Zukünftiges Datendoppel. Digitale Körpervermessung in Kohortenstudien. In Heyen NB, Dickel S, Brüninghaus A (Hrsg.), Personal Health Science. Persönliches Gesundheitswissen zwischen Selbstsorge und Bürgerforschung, Wiesbaden: Springer VS 2018, S. 91-106.
Publikationen

Auswahl (für eine vollständige Publikationsliste hier klicken)

2021

  • Philipp Jaehn, Christine Holmberg, Greta Uhlenbrock, Andreas Pohl, Thomas Finkenzeller, Michael T. Pawlik, Ivo Quack, Antonio Ernstberger, Felix Rockmann, Andreas Schreyer (2021) Differential trends of admissions in accident and emergency departments during the COVID-19 pandemic in Germany, BMC Emergency Medicine, doi: https://doi.org/10.1186/s12873-021-00436-0

  • Maleen Kaiser, Sandra Adami, Gabriele Lucius-Hoene, Jacqueline Müller-Nordhorn, Ute Goerling, Martina Breuning, Christine Holmberg (2021) Learning-by-doing: The importance of experiential knowledge sharing for meeting the information needs of people with colorectal cancer in Germany – a qualitative study; BMJopen, doi: 10.1136/bmjopen-2020-038460

  • Kati Hiltrop, Paula Heidkamp, Sarah Halbach, Evamarie Brock‐Midding, Christoph Kowalski, Christine Holmberg, Nicole Ernstmann: Occupational rehabilitation of male breast cancer patients: Return patterns, motives, experiences, and implications—A qualitative study, European Journal of Cancer Care,doi: https://doi.org/10.1111/ecc.13402
  • Mittring-Junghans N, Holmberg C, Witt CM, Teut M: Thoughts, beliefs and concepts concerning infectious childhood diseases of physicians practicing homeopathic, anthroposophic and conventional medicine – A qualitative study. BMC Complementary Medicine and Therapies 21, 46 (2021)
    doi: https://doi.org/10.1186/s12906-021-03216-2

2020

  • Bergholz, Andreas (2020): Bilder von jungen Menschen aus der Sicht Älterer- Eine rekonstruktive Studie am Beispiel eines innerstädtischen Wohnquartiers in Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften; doi: 10.1007/978-3-658-31707-2
  • Anna Lindblad, Simone Kaucher, Philipp Jaehn, Hiltraud Kajüter, Bernd Holleczek, Lauren Lissner, Heiko Becher, Volker Winkler (2020): The Incidence of Intestinal Gastric Cancer among Resettlers in Germany—Do Resettlers Remain at an Elevated Risk in Comparison to the General Population? International Journal of Environmental Research and Public Health 2020, 17(24), 9215; doi: 10.3390/ijerph17249215
  • Holmberg, C. and Adami, S. (2020) Leben mit dem Stoma; Der Onkologe; 26 (12); 1162-1166; https://doi.org/10.1007/s00761-020-00847-x

  • Stritter, Wiebke; Rutert, Britta; Eggert, Angelika; Längler, Alfred; Holmberg, Christine; Seifert, Georg (2020) Evaluation of an Integrative Care Program in Pediatric Oncology. doi: 10.1177/1534735420928393
  • Jaehn, P., Mena, E., Merz, S., Hoffmann, R., Gößwald, A., Rommel, A., Holmberg, C. on behalf of the ADVANCE GENDER study group (2020) Non-response in a national health survey in Germany: an intersectionality-informed multilevel analysis of individual heterogeneity and discriminatory accuracy; PLoS ONE; 15(8): e0237349. doi:10.1371/journal.pone.0237349

  • Jaehn, P., Rehling, J., Klawunn, R., Merz, S., Holmberg, C. on behalf of the ADVANCE GENDER study group (2020) Practice of reporting social characteristics when describing representativeness of epidemiological cohort studies – A rationale for an intersectional perspective; SSM Population Health; 11: 100617, doi:10.1016/j.ssmph.2020.100617
  • Thier, A., Holmberg, C. (2020). The Patients’ View: Age-related Macular Degeneration and its Effects - A Meta-synthesis. Disability and Rehabilitation. doi: 10.1080/09638288.2020.1775901 (im Druck)

  • Gödde, K., Fügemann, H., Müller-Nordhorn, J., Grimberg, M., Goerling, U., Siegerink, B., Rieckmann, N., Holmberg, C. (2020) Strukturierte Erfassung von Unterstützungsangeboten für Lungenkrebs- und Schlaganfallbetroffene in Berlin; Gesundheitswesen (im Druck)

  • Schultze, M., Müller-Nordhorn, J., Holmberg, C. (2020) Discussing the effects of prostate cancer beyond biographical disruption and new normalcy: the experiences of men with prostate cancer in Germany. Sociology of Health & Illness 42(6): 1359-1378. doi:10.1111/1467-9566.13113
  • Breuning, M., Schäfer-Fauth, L., Lucius-Hoene, G., Holmberg, C. (2020). Connecting one’s own illness story to the illness experiences of others on a website - An evaluation study using the think aloud method. Patient Education and Counseling 103(1), 199-207. doi:10.1016/j.pec.2019.08.014.

  • Holmberg, Christine (Hg.) (2020): Krankheitsnarrative in der Versorgungsforschung. In Netzwerk qualitativer Gesundheitsforschung (Hrsg.). Perspektiven qualitativer Gesundheitsforschung. Weinheim: Beltz Juventa Verlag.

 

2019

  • Gunn, C.M., Bokhour, B.G., Parker, V.A., Battaglia, T.A., Parker, P.A., Fagerlin, A., McCaskill-Stevens, W., Bandos, H., Blakeslee, S.B.; Holmberg, C. (2019). Understanding Decision-Making about Breast Cancer Prevention in Action: The Intersection of Perceived Risk, Perceived Control, and Social Context: NRG Oncology/NSABP DMP-1. Medical decision making: an international journal of the Society for Medical Decision Making, 39(3), 217-227. doi: 10.1177/0272989X19827258.

  • Gunn, C., Bokhour, B., Parker, V. A., Blakeslee, S., Bandos, H., & Holmberg, C. (2019). Exploring Explanatory Models of Risk in Breast Cancer Risk Counseling Discussions: NSABP DMP-1. Cancer Nursing, 42(1). doi: 10.1097/NCC.0000000000000517.

  • Kalender, U.Holmberg, C. (2019). Courtesy work: Care practices for quality assurance in a cohort study. Social Studies of Science, 49(4), 583-604. doi: 10.1177/0306312719863139.

  • Mena E., Bolte G., ADVANCE GENDER Study Group (2019). Intersectionality-based quantitative health research and sex/gender sensitivity: a scoping review. Int J Equity Health, 18(1):199, doi: 10.1186/s12939-019-1098-8.

  • Pöge, K., Rommel, A., Mena, E., Holmberg, C., Saß, A., Bolte, G. (2019). AdvanceGender – Verbundprojekt für eine geschlechtersensible und intersektionale Forschung und Gesundheitsberichterstattung. Bundesgesundheitsblatt, doi:10.1007/s00103-018-2855-3.
  • Samimi, G., Heckman-Stoddard, B.M., Holmberg, C., Tennant, B., Sheppard, B.B., Coa, K.I., Kay, S.S., Ford, L.G., Szabo, E., Minasian, L.M. (2019). Cancer Prevention in Primary Care: Perception of Importance, Recognition of Risk Factors and Prescribing Behaviors. Am J Med. 2019 pii: S0002-9343(19)31095-2, doi: 10.1016/j.amjmed.2019.11.017.

  • Stöckigt, B., Besch, F., Jeserich, F., Holmberg, C., Witt, C.M., Teut, M. (2019). Die Heiler-Klienten-Beziehung. In M. Teut, M. Dinges und R. Jütte (Herausg.) Religiöse Heiler im medizinischen Pluralismus in Deutschland (pp.73-86) Stuttgart: Franz Steiner Verlag.

 

 

 

 

Kontakt
Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Hochstrasse 15
14770 Brandenburg an der Havel
 
Tel: 03381 41-1280
Fax: 03381 41-1289
 
 
Klicken Sie hier für eine Standortanzeige via OpenStreetMap.