Forschung Forschungszentren ZVF-BB Projekte
Strukturelle Verknüpfung von Krankenhaus- und ambulanter Medizin – Bestandsaufnahme in Brandenburgischen Kliniken und Entwicklung einer neuen integrierten Versorgungsform

Hintergrund

Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Möglichkeiten zur ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser geschaffen (u.a. §§ 115-120 SGB V). Diese Möglichkeiten sollen zur Überwindung der starren Sektorengrenzen im deutschen Gesundheitswesen führen und zu einer niederschwelligen und dennoch bedarfsorientierten Patient*innenversorgung beitragen.

Fragestellungen

In welchem Maße und in Bezug auf welche Aufgaben und Patient*innengruppen machen Brandenburgische Krankenhäuser von den neuen gesetzlichen Möglichkeiten Gebrauch?
Welche Hürden und Anreize bestehen zur ambulanten Versorgung durch das Krankenhaus aus Sicht von Stakeholdern?
Inwieweit kann die Ambulantisierung der Krankenhausmedizin in Brandenburg dazu beitragen Versorgungslücken im Land zu schließen?

Methodik

  • Qualitative Interviews mit Krankenhausverwaltungen, ärztlichen Direktor*innen und Stakeholdern der ambulanten Versorgung
  • Standardisierte Fragebogenerhebung der Träger der Brandenburgischen Krankenhäuser
  • Fokusgruppen mit Krankenhausverwaltungen, ärztlichen Direktor*innen und Stakeholdern der ambulanten Versorgung

Ausblick

Die gewonnenen Erkenntnisse werden dazu genutzt, eine neue Versorgungsform zu konzipieren, bei der Krankenhausmediziner*innen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzt*innen eine regional definierte fachärztliche Versorgungsverantwortung übernehmen. Diese soll Patient*innen mithilfe von telemedizinischer Technik rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Projektlaufzeit

Dezember 2019 – November 2021

Ansprechpartner

Felix Mühlensiepen, E-Mail: felix.muehlensiepen@mhb-fontane.de

Wissenschaftslandschaft Innovation unter besonderer Berücksichtigung der Patient*innenbeteiligung und der Region Berlin-Brandenburg

Hintergrund

Für die Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung der Zukunft kommt dem digitalen Wissensmanagement eine herausragende Rolle zu. Insbesondere intelligente Systeme, sogenannte Smart Data Engines, könnten einen Beitrag zur Transparenz in der Wissenschaftslandschaft liefern sowie Partizipationsmöglichkeiten schaffen.

Das wissenschaftliche Projekt exploriert und evaluiert den Einsatz von Smart Data Engines im Wissensmanagement der Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung. Dies umfasst zunächst die Analyse und Evaluation des Förderinstruments Innovationsfonds in Hinblick auf die Schwerpunkte ‚Medizin des Alterns‘ und ‚Partizipation‘ mithilfe einer Smart Data Engine; sowie im Folgenden die Erarbeitung eines übergreifenden Innovationsatlas beziehungsweise einer Wissensdatenbank.

Fragestellungen

Wie lässt sich der Einsatz eines Smart Data Engines bewerten?

Ist der Einsatz einer Smart Data Engine für die Analyse von Förderinstrumenten sowie Identifikation von Innovationspotenzialen geeignet?

Welche innovativen Projekte werden im Land Brandenburg derzeit umgesetzt und durch den Innovationsfonds gefördert (Fokus: Medizin des Alterns / Partizipation)?

Methodik

  • Systematische Literaturrecherche zum Einsatz und zur Evaluation von Smart Data Engines
  • Erprobung einer Smart Data Engine im Wissensmanagement der Gesundheitssystem- und Versorgungsforschung
  • Evaluation und Bewertung der Smart Data Engine

Ausblick

Die Ergebnisse des explorativen Projektes ermöglichen Aussagen über die Potentiale und Reichweite des Einsatzes von Smart Data Engines im Wissensmanagement der Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung. Anhand der Ergebnisse wird ein Best Practice Ansatz für den Einsatz von Smart Data Engines erarbeitet. Des Weiteren ist das Projekt in Bezug auf die Evaluation des Innovationsfonds, die Identifikation von Innovationspotentialen im Land Brandenburg und die Weiterentwicklung von Ansätzen der künstlichen Intelligenz anschlussfähig.

Projektlaufzeit

Januar 2020 – Dezember 2021

Ansprechpartner

Felix Mühlensiepen, E-Mail: felix.muehlensiepen@mhb-fontane.de

Eva Buchholz, E-Mail: eva.buchholz@mhb.fontane.de

Möglichkeiten der Beteiligung von Patient*innen/Patientenvertreter*innen in gesundheitspolitischen Institutionen auf Bundesebene – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse

Hintergrund

Neben den Gremien, die nach § 140 f Sozialgesetzbuch (SGB) V zur Beteiligung von Patientenvertreter*innen verpflichtet sind, gibt es weitere gesundheitspolitische Institutionen, die teils auch ohne rechtliche Grundlage beteiligen. Mittlerweile existiert eine Vielzahl an Partizipationsmöglichkeiten, doch sind Zugänge und Art der Mitwirkungsmöglichkeiten (nicht nur) für Betroffene, die sich einbringen wollen, schwer zu durchblicken. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse der Patient*innenbeteiligung in den gesundheitspolitischen Institutionen in Deutschland auf Bundesebene vorzunehmen.

Fragestellungen

Welche gesundheitspolitischen Institutionen auf Bundesebene beteiligen Patient*innen und Patientenvertreter*innen wie woran?

Welche konkreten Beteiligungsformate (Verfahren und Methoden der Beteiligung) gibt es bzw. wären darüber hinaus denkbar?Welche Rahmenbedingungen prägen die derzeitige Patient*innenbeteiligung?

Welche zu Grunde liegenden Rationale für Beteiligung können unterschieden/systematisiert werden? Welche(r) Partizipationsbegriff(e) liegen jeweils zu Grunde?

Wie müsste sich die Patient*innenbeteiligung aus der Sicht von Akteuren und von Patient*innen und Patientenvertreter*innen weiterentwickeln?

Methodik

  • Literaturrecherche
  • Qualitative Interviews mit Vertreter*innen beteiligender Institutionen im Gesundheitswesen und mit Patient*innen und Patientenvertreter*innen
  • Begleitende Fragebogenerhebung der beteiligenden Institutionen
  • Fokusgruppen mit Patient*innen und Patientenvertreter*innen

Ausblick

Das Projekt zielt darauf, die Beteiligungsformate von Patient*innen und Patientenvertreter*innen in der gesundheitspolitischen Gremienarbeit in Deutschland zu erfassen und diesbezüglich neue Möglichkeiten auszuloten. Denkbar sind Übersichtsarbeiten und der Aufbau von Kooperationen mit beteiligenden Akteuren für ein anschließendes Aktionsforschungsdesign.

Projektlaufzeit

Januar 2020 – Dezember 2021

Ansprechpartner

Eva Buchholz, M.A., E-Mail: eva.buchholz@mhb.fontane.de