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Neuropathologie - Klinikum Dessau

Im Institut für Pathologie (Chefarzt Dr. Knolle) des Städtischen Klinikum Dessau leite ich als außerplanmäßige Professorin des Universitätsklinikums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster das Fach Neuropathologie in der Diagnostik. Ich bin zudem für das Fach in der Lehre am Universitätsklinikum Münster und der MHB tätig. In der Dessauer Hochschulabteilung der MHB, dem Institut für Dermatologie (Chefarzt Prof. Zouboulis) führe ich Forschungsprojekte durch. Seit 2018 vertrete ich als Mitglied des Fakultätsrates der MHB die Statusgruppe  "Mitglieder durch Beschluss des Fakultätsrates".

Im Fach Neuropathologie bieten wir das gesamte diagnostische Spektrum inklusive moderner Molekularpathologie für die stationäre und ambulante Versorgung an:

• Biopsien des PNS und ZNS inklusive neuropathologischer Schnellschnittdiagnostik
• molekulare Diagnostik von Hirntumoren laut Leitlinien (NGS-Panel-Untersuchungen usw.)
• Liquorzytologie
• Myopathologie (Muskelbiopsie) und Erkrankungen peripherer Nerven (Suralisbiopsie)
• Neurogene Darmerkrankungen (Darm-PE)
• Referenzbefundungen und Gutachten
• Sektionen (Gehirn von Erwachsenen, Kindern und Feten, Rückenmark, Nerven, Muskeln)

Die neuropathologische Diagnostik ist eng mit der Forschung verknüpft.  Der Schwerpunkt liegt im Bereich der (neuro)onkologischen experimentellen Grundlagenforschung. Regelmäßig führen wir neurowissenschaftliche Kolloquien und internationale wissenschaftliche Mini-Symposien durch. Ich stehe Ihnen gerne für Fragen zur neuropathologischen Diagnostik sowie Rückfragen zu unserer neuroonkologischen Forschung zur Verfügung. Interessenten, die an einem Forschungsprojekt bei uns arbeiten möchten, sind willkommen. Weitere Informationen finden Sie unter anjaharder.com.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

1. Gestörte Chronobiologie im Alter – Zellalterung des peripheren Nervensystems
Auf molekularer Ebene ist die intakte zirkadiane Rhythmik der Genexpression für den Erhalt der Zellfunktion entscheidend. Die Regulation durch die sog. Uhrengene verändert sich jedoch im höheren Lebensalter. Im Rahmen des Projektes untersuchen wir die Zusammenhänge zwischen der Expression der für die zirkadiane Rhythmik relevanten Uhrengene und den abhängigen Signalwegen in peripheren Zellen des Nervensystems. Ziel ist die therapeutische Beeinflussung pathologischer Prozesse, die die Funktion der peripheren Uhr im Alter besser regulieren und so altersbedingten Zellschädigungen entgegenwirken. Das Projekt wird in eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg und dem Fraunhofer-Institut Potsdam (IZI-BB) durchgeführt. Projektspezifische Vorarbeiten: Rosenbaum, Wiater A, Stahn V, Jeibmann A, Harder A. Sleepless flies: Clinical and molecular characterization of sleep disturbances in neurofibromatosis. 38. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie, Münster. Neuropediatrics 2012, 43 (PS13-09).

2. Auswirkungen von Mutation in Tumorsuppressorgenen auf die zirkadiane Rhythmik und Tumorentstehung im Alter
Mutationen in Schlüssel-Tumorsuppressorgenen, wie dem Neurofibromatose Typ1 (NF1) - Gen, führen zur Anhäufung von Tumoren im höheren Lebensalter, wie z.B. zu einer höheren Frequenz ungünstig verlaufender Mammakarzinome. Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Mutationen und der Auswirkungen auf die zirkadiane Genexpression im peripheren Nervensystem, z.B. in Schwannzellen. Wir suchen nach unterschiedlicher Expression der peripheren Uhrengene in Anhängigkeit vom Vorhandensein bestimmter Strukturveränderungen in Neurofibromin, um die besondere Funktion des Proteins auf die Regulation der peripheren Uhr in der Zelle besser zu verstehen.  Ziel ist die Entwicklung maßgeschneiderter mutationsspezifischer Therapien. Das Projekt wird in eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg und dem Fraunhofer-Institut Potsdam (IZI-BB) durchgeführt.

3. Mutationsspezifische in-vitro- und in-vivo-Modelle zur Entwicklung maßgeschneiderter personalisierter Therapien für Patienten mit Keimbahnmutationen und Tumorrisiko im Alter
Das Projekt dient der Etablierung einer gezielten Behandlung von Patienten mit Keimbahnmutationen in Tumorsuppressorgenen, die mit zunehmenden Alter Tumoren entwickeln würden, die das Risiko einer malignen Entartung beherbergen. Anhand der spezifischen Mutation werden am Modell Detektionsverfahren entwickelt, die in eine breite Anwendung überführt werden sollen. Es wird hierzu jeweils ein Mausmodell mit der spezifischen humanen Mutation (durch CRISPR/Cas erzeugt) angewendet, um sowohl die Menge der genetischen Variante in den einzelnen Geweben genau zu charakterisieren als auch die Menge der durch Gentherapie beeinflussten korrigierten DNA. Das zu etablierende Detektionsverfahren dient der Quantifizierung des Erfolgs der gentherapeutischen Korrektur im Gewebe. Das Projekt wird gemeinsam mit der „University of Alabama“ (USA) und dem Fraunhofer-Institut in Potsdam durchgeführt und ist bislang in der Startphase. Zur Vorbereitung des Projektes fand im November 2018 ein Symposium am Städtischen Klinikum Dessau in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg mit international renommierten Wissenschaftlern statt: „Auf dem Weg zur Heilung der Neurofibromatosen - neue Strategien // Towards healing neurofibromatosis - novel strategies“. (Programm unter: http://anjaharder.com)

4. Im Aufbau befindlich ist Projekt zur deutschlandweiten Vernetzung der Experten für die Erkrankung Neurofibromatose Typ1 zur Verbesserung der Versorgungssituation von Patienten.

5. Abgeschlossen haben wir 2019 das Projekt „Dreidimensionale Ko-Kultivierungsmodelle zur Untersuchung molekularer Mechanismen gewebespezifischer Alterung: Proteinhomöostase in Glia und Neuronen“ im Rahmen des Verbundprojektes "Konsequenzen der altersassoziierten Zell- und Organfunktion“ (Förderung des MWFK im Gesundheitscampus Brandenburg) in Kooperation mit Prof. Stohwasser (BTUCS).

Ausgewählte Publikationen

Ausgewählte Publikationen der letzten 5 Jahre

Hargus G, Bink A, Nagel I, Paulus W, Harder, A. Bilateral ganglioglioma of the trigeminal nerve in an 83 year old man. Neuropathology 2014, 34(2):159-63. DOI:10.1111/neup.12054.Epub 2013 Jul 29.

Harder A, Müller-Schulte E, Jeibmann A, van de Nes J, Wildförster U, Paulus W. A 68-Year Old Man with A Cerebellopontine Angle Tumor. Brain Pathology 2013, 23(4):483–4. DOI: 10.1111/bpa.12063.

Kobus K, Hartl D, Ott CE, Osswald M, Huebner A, van der Hagen M, Emmerich D, Kühnisch J, Morreau H, Hes FJ, Mautner VF, Harder A, Tinschert S, Mundlos S, Kolanczyk M. Double NF1 inactivation affects adrenocortical function in NF1Prx1 mice and a human patient. PLOS ONE 2015, 10 (3): e0119030.

Harder A, Tippmar, M, Baschinskij S, Rancso C, Janda J, Mairinger T. Do juxtaposed compound nevus and neurofibroma with melanocytic differentiation share identical cell of origin in NF1? Eur J Dermatol 2015, DOI: 10.1684/ejd.2015.2643. Epub 2015 Oct 13.

Paasch C, Harder A, Gatzky EJ, Ghadamgahi E, Spuler A, Siegel R. Retroperitoneal paravertebral Ganglioneuroma: a multidisciplinary approach facilitates less radical surgery. World J Surg Oncol 2016 Jul, 26:194. doi: 10.1186/s12957-016-0953-y.

Stahn V, Nagel I, Fischer-Huchzermeyer S, Oyen F, Schneppenheim R, Gesk S,  Bohring A, Chikobava L, Young P, Gess B, Werner M, Senner V, Harder A. Molecular analysis of hybrid neurofibroma / schwannoma identifies common monosomy 22 and alpha-T-catenin/CTNNA3 as a novel candidate tumor suppressor. Am J Pathol 2016, 17: S0002-9440(16)30378-9. doi: 10.1016/j.ajpath.2016.08.019,  Epub ahead of print.

Fischer-Huchzermeyer, Dombrowski A, Hagel C, Mautner VF, Schittenhelm J, Harder A. The cellular retinoic acid binding protein 2 (CRABP2) promotes survival of malignant peripheral nerve sheath tumor (MPNST) cells. Am J Pathol 2017, 187(7):1623-1632. Doi: 10.1016/j.ajpath.2017.02.021. Epub 2017 May 11.

Fischer-Huchzermeyer S, Dombrowski A, Wilke G, Stahn V, Streubel A, Mautner VF, Harder A. MEK inhibitors enhance therapeutic response towards ATRA in NF1 associated malignant peripheral nerve sheath tumors (MPNST) in-vito. PLOSOne 2017, 12:e0187700. Doi: 10.1371/journal.pone.0187700.

Müller-Schulte E, Kurlemann G, Harder A. Tobacco, alcohol and illicit drugs during pregnancy and risk of neuroblastoma: systematic review. Archives of Disease in Childhood. Fetalneonatal 2017. Doi: 10.1136/archdischild-2017-313615. [Epub ahead of print]

Fischer-Huchzermeyer S, Chikobava L, Stahn V, Zangarini M, Berry P, Veal G, Senner V, Mautner VF, Harder A. Testing ATRA and MEK inhibitor PD0325901 effectiveness in a nude mouse model for human MPNST xenografts. BMC Research Notes 2018, 11:520. Doi: 10.1186/s13104-018-3630-0.6


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