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Medizinische Soziologie und Versorgungsforschung - Ruppiner Kliniken

Wenn Gesundheit und Krankheit nicht nur durch naturwissenschaftliche Determinanten bestimmt sind, sondern sich im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Rahmen und personaler Resilienz ereignen und entwickeln, dann sind curriculare Inhalte, die auf die personale und soziale Dimension von Gesundheit und Krankheit zielen, nicht nur einzelne Kurse innerhalb des regulären Studiengangs, die testiert werden ("Medizinische Soziologie", "Medizinische Psychologie"), sondern die Rationale des gesamten Lehrauftrags, der Forschungsperspektive und der Vernetzung mit der regionalen Gesellschaft, in die die Hochschule eingebettet ist. - Fachübergreifende Fragestellungen gewinnen unter den sich verschärfenden wirtschaftlichen Zwängen sowie angesichts der zunehmenden Spezialisierung in der Medizin an Bedeutung. Hier muss das Forschungsprofil auf die Besonderheiten im Land Brandenburg reagieren, das mit den Problemen großer Fläche, dünner Besiedelung, von Deindustrialisierung und Landflucht, problematischer öffentlicher Verkehrsverbindungen sowie ärztlicher Unterversorgung bei gleichzeitiger Überalterung der Bevölkerung zu kämpfen hat. Dazu tritt, dass im Unterschied zu anderen Bundesländern Morbidität und Mortalität der großen Killer, v. a. der Herz-Kreislauferkrankungen, zum Zeitpunkt der Wende um ein Drittel höher waren und heute noch immer sind, ohne dass dafür konsentierte Erklärungen vorlägen. Damit kommt Initiativen, die den Zugang zu Gesundheit, den Umgang mit ihr und die Verteilungschancen für Heilung zu analysieren imstande sind, neuen Versorgungsformen, die einer im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet noch rascher alternden und multimorbiden Bevölkerung ein länger selbst bestimmtes Leben versprechen, sowie Kooperationen mit Hochschulen der Nachbar- und strukturell homologer Regionen großes und selbst definierendes Gewicht zu. - Zu den altbekannten Lebensstilfaktoren, die das arthrogene Risiko und die ischämische Last bestimmen, kommen neue Gesundheitsgefahren durch globale Vernetzung ("Erregertourismus") und Klimawandel. Lösen lassen sich diese Probleme nur durch Maßnahmen, die alle Sektoren des Gesundheitssystems, die Bildungs- und Sozialsysteme sowie Bereiche der Wirtschaft betreffen und durch eine Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene: Public Health und Global Health müssen in Deutschland aufgebaut und gestärkt werden, da Gesundheit mehr ist als Medizin. - Aus diesen Gründen ist die Professur auch nicht nur traditionell der Medizinischen Soziologie, sondern Public Health, Versorgungsforschung und allgemein: Politischer Medizin, gewidmet. Gleichzeitig sind Forschungskonzeption und Aufgabe damit in eine Tradition mit der mit der Medizin und Sozialmedizin R. Virchows gestellt, der für die Bekämpfung der großen Seuchen zu Zeiten des alten Preußens auf neue Herangehensweisen wie die Hygiene genauso zurückgreifen wie auf neue Wissenschaften wie die "Zellularpathologie" vorausgreifen musste ("Die Medizin ist, ihrem innersten Kern und Wesen nach eine soziale Wissenschaft, …", R. Virchow 1847). Medizin als gesellschaftswissenschaftliche Disziplin, als gleichzeitig soziale wie personale Medizin, ist ein USP, ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Universitätslandschaft und ordnet sich ein in den Auftrag, die Versorgung und Medizin für eine alternde Bevölkerung zu denken und zu erproben.

Wissenschaftliche Schwerpunkte
  1. Forschungsprojekt: "Digitale und analoge Begleiter für eine alternde Bevölkerung"
  2. Forschungsprojekt: Analyse der unterschiedlichen Morbiditäten und Mortalitäten kardiovaskulärer Erkrankungen in den alten und neuen Bundesländern sowie in den Gründungs- und den neueren Beitrittsstaaten der EU
  3. Forschungsprojekt: European Public Health (Vergleichende Analyse von nationalen Gesundheitsprogrammen innerhalb der EU (European Comparative Health)
  4. Forschungsprojekt: Inklusion älterer (>65) Ärzte/Ärztinnen in die Versorgung prekärer Gesundheitslandschaften (am Beispiel Brandenburgs)
  5. Forschungsprojekt: Interkulturelle Varianz von palliativen Bedürfnissen und der Einstellung zu Todeswunsch und assistiertem Suizid
  6. Forschungsprojekt: Zugang zu Gesundheit: Stadt-Land-Unterschiede in Deutschland am Beispiel von Berlin und Brandenburg
  7. Forschungsprojekt: Soziale und personale Dimensionen der Gewalt gegen Kinder am Beispiel von Kindstötungen in Brandenburg
  8. Forschungsprojekt: NS-Medizin im Ruppiner Land

Etablierung/Akkreditierung neuer Studiengänge:

  • Networked Health Care (Vernetzte Versorgung im Gesundheitssystem)
  • Sustainable Care (Nachhaltigkeit sozialer Sicherungssysteme)

Health Contract Management | Networked Care (MBA-Studiengang)

ccc. Center for Connected Health Care UG

Aus dem vom MWFK geförderten und von der MHB als Konsortialführerin betriebenen Verbundvorhaben "digilog" ("Digitale und analoge Begleiter für eine alternde Bevölkerung") ist als Spin-off das ccc. Center for Connected Health Care UG entstanden, das auf dem Campus der RK/MHB, Haus O lokalisiert ist.

Mit der Verschiebung des versorgungs-, sozial- und wirtschaftspolitischen Brennpunkts in die Lausitz (parallel mit der Gründung einer Universitätsmedizin Cottbus) ist aus digilog ein Forschungs- und Studienprogramm ("digilog 2.0") mit einem weiteren "Standbein" in Südost-Brandenburg und internationalen Verflechtungen geworden.

Ausgewählte Publikationen

Schmailzl KJG. Digitale und analoge Begleiter: Pflege und Daseinsvorsorge. S. 277-282. In: Elmer A, Matusiewicz (Hrsg.): Die Digitale Transformation der Pflege. Wandel. Innovation. Smart Services. MMV Berlin: 2019. ISBN: 978-3-95466-404-7

Schmailzl KJG, Sendler HTH. Networked Care: IT-assisted tools (wearable sensors) for patients at risk. In: Boundaryless Hospital - Rethink and Redefine Health Care Management. Albach H, Meffert H, Pinkwart A, Reichwald R, v. Eiff W (Hrsg.). Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016: 103-118.

Schmailzl KJG. Gesundheit und Raum. STADT+RAUM 2017(6): 334-5 und: http://www.fachzeitschriftstadtundraum.de/2017_6%20Gesundheit%20und%20Raum,%20Schmailzl.pdf

Schmailzl KJG, Thiessen Th. Der geschützte Lebensweg. Technische und organisatorische Vernetzungsstrukturen für kardiologische Prozesse an den Ruppiner Kliniken", eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Ruppiner Kliniken GmbH. Oktober 2007.

Schmailzl KJG, Hackelöer B-J (Hrsg.). Schwangerschaft und Krankheit. Berlin: Blackwell, 2002. ISBN: 3894124466.

Fahlenkamp D, Schmailzl KJG, Lenk S. Der alternde Mann. Berlin: Springer, 2000. ISBN: 3540415181.

Sendler HHT, Schmailzl KJG. Vertragsmanagement 2. Vertragsmanagement als operative Kerndisziplin der Gesundheits- und Sozialsysteme entwickeln. Welt der Krankenversicherung 2018;7(6):155-9.

Sendler HHT, Schmailzl KJG. Vertragsmanagement 1. Welt der Krankenversicherung 2018;7(5):122-5.

Wiens E, Birkholz S, Schmailzl KJG. Lifestyle- und Medizindaten in der Cloud: Smartwatches und Machine Learning gegen Herzinfarkte. AI-Trendletter, 26.09.2017.

Wiens E, Birkholz S, Schmailzl KJG. Smartwatches und Machine Learning gegen Herzinfarkte: Lifestyle- und Medizindaten in der Cloud. BI-SPEKTRUM 2016;11(5):18-20.

Schmailzl KJG. Sex mit Herz: Sexuelle Funktionsstörungen beim kardialen Risikopatienten. Uro-News 2011; 15 (5): 32-35.

Doerr J, Bitsch A, Schmailzl KJG, Chan A, Ahsen N von, Meyer R, Hummel M, Varon R, Lill CM, Vogel H, Zipp F, Friedemann P. Severe cardiac failure in a multiple sclerosis patient following low-dose mitoxantrone treatment. Neurology 2009;73:991-3.

Schmailzl KJG. Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung (Considerations on a sustainable healthcare). In: DIGILOG. Digitale und analoge Begleiter für eine alternde Bevölkerung. Wissenschaftliche Beiträge um digilog-Kongress 2019. Band 1. ISBN: 978-3-00-062150-5. S. 10-15.

Schmailzl KJG. Digitale und analoge Begleiter für eine alternde Bevölkerung (Digital and analogue companions for an ageing society). Editorial. In: DIGILOG. Digitale und analoge Begleiter für eine alternde Bevölkerung. Wissenschaftliche Beiträge zum digilog-Kongress 2019. Band 1. ISBN: 978-3-00-062150-5. S. 1-5.


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