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Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie - Ruppiner Kliniken

Die Forschungsbereiche der Klinik für Psychiatrie interessieren sich für chronifizierende psychische Erkrankungen. Chronifizierende psychische Erkrankungen führen bei den Betroffenen zu erheblichem Leiden, dauerhaften Einschränkungen im Alltag und bei einem Großteil der Patienten zu bleibenden Einbußen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich. Die Erkrankungen erfordern dadurch, dass sie zumeist in der Adoleszenz und dem jungen Erwachsenenalter auftreten, eine jahrzehntelange und häufig lebenslange, intermittierende psychiatrische und psychotherapeutische stationäre Versorgung sowie engmaschige ambulante Betreuung. Aufgrund dieser medizinischen, sozialen und ökonomischen Herausforderung gilt es, die Symptome bereits frühzeitig, d.h. ggf. bereits im Schulalter zu erkennen, die ihnen zugrundeliegenden neurobiologischen Mechanismen aufzuklären und evidenzbasierte, individualisierte präventive Maßnahmen und Versorgungsstrukturen zu entwickeln. Die Forschungsbereiche der Klinik sind daher interdisziplinär aufgestellt, kombinieren experimentelle Grundlagenforschung mit klinischer Versorgungsforschung und adressieren den Forschungsschwerpunkt der MHB Medizin des Alterns im Profilbereich Psyche.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Forschungsbereich Experimentelle Psychiatrie
Leitung: Prof. Dr. Joachim Behr

Der Forschungsbereich „Experimentelle Psychiatrie“ interessiert sich für die Mechanismen neuronaler Plastizität.  Neuronale Plastizität ist die Grundlage für Lernen und Gedächtnis über die gesamte Lebensspanne. Störungen dieser Plastizität führen zu unterschiedlichen chronifizierenden, neuropsychiatrischen Syndromen und Erkrankungen wie den Demenzen, den Epilepsien, den schizophrenen und affektiven Störungen und den Angststörungen. Unsere Arbeitsgruppe verfolgt einen reduktionistischen Ansatz, bei dem wir mit Hilfe von Tiermodellen grundlegende zelluläre Mechanismen der neuronalen Plastizität im Hippokampus aufklären. Unser Ziel ist es, Mechanismen einer maladaptiven neuronalen Plastizität zu bestimmen, die zu Störungen der hippokampalen Informationsverarbeitung führen. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeiten ist die Untersuchung der aminergen Modulation neuronaler Plastizität. Wir gehen der Frage nach, welche alters- und umweltabhängigen Veränderungen der aminergen Modulation neuropsychiatrische Erkrankungen bedingen oder begünstigen. Im Rahmen unserer Untersuchungen erwarten wir neue Einblicke in die Modulation und Konsolidierung hippokampaler Information sowie deren Folgen für den Informationstransfer vom Hippokampus zu kortikalen und subkortikalen Strukturen. Diese Arbeiten bilden die Grundlage für die Untersuchung von Störungen der Informationsverarbeitung bei Patienten mit Schizophrenie, posttraumatischer Belastungsstörung sowie Temporallappen-Epilepsie. Unsere Arbeiten werden daher durch translationale klinische Projekte ergänzt, deren Konzeption auf unseren tierexperimentellen Ergebnissen aufbaut.


Forschungsbereich Affektive Störungen
Leitung: Prof. Dr. Thomas Stamm

Menschen mit affektiven Störungen (Depression und manisch-depressive Erkrankung) müssen sich meist mit der Perspektive auseinandersetzen, dass ihre Erkrankung sie in rezidivierender oder auch chronifizierter Form über die gesamte Lebensspanne begleiten kann. Klinische Fragen, die über eine aktuelle „Querschnittsproblematik“ hinausgehen, stehen daher im Fokus unserer wissenschaftlichen Arbeit. Der Hauptforschungsbereich der MHB nach der Bedeutung von Medizin des Alterns/ Versorgungsforschung entspricht vielen meiner Forschungsbemühungen sehr gut. Diese lassen sich in 3 Bereiche aufteilen, die in Bezug auf die im Fokus stehende „Beobachtungszeit“ immer mehr die Perspektive über die Lebensspanne eingenommen hat.
1. Wie lässt sich Nicht-Ansprechen auf eine Pharmakotherapie bei der Depressionsbehandlung frühzeitig vorhersagen und effektiv behandeln?
2. Wie verhalten sich Psychopathologie (und Resilienz) einer affektiven Störung in der Frühphase der Erkrankung und sind psychotherapeutische Frühinterventionen in dieser Phase effektiv?
3. Wie können wirksame psychotherapeutische Verfahren bei affektiven Störungen besser in der Versorgung implementiert und weiterentwickelt werden?


Forschungsbereich Klinische Neuropsychiatrie
Leitung: Prof. Dr. Joachim Behr, Dr. Markus Borgmann

Der Forschungsbereich „Klinische Neuropsychiatrie“ befasst sich mit Erkrankungen an der Schnittstelle zwischen Neurologie und Psychiatrie. Hierzu zählen Erkrankungen, die organisch bedingt sind und zu kognitiven und psychischen Störungsbildern führen. Hierzu gehören insbesondere die Epilepsien, neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Huntington, die frontotemporale Demenz, die Alzheimer-Krankheit, Basalganglien-Erkrankungen und schizophreniforme Erkrankungen mit autoimmunologischer Genese. Unsere Arbeitsgruppe interessiert sich für die Entwicklung innovativer diagnostischer und therapeutischer Strukturen, um eine adäquate interdisziplinäre Versorgung dieser Patienten mit ihrer komplexen Symptomatik zu gewährleisten.


Forschungsbereich: Kognitive Neurophysiologie psychotischer Erkrankungen
Leitung: PD. Dr. Andres Neuhaus

Der Forschungsbereich „Kognitive Neuophysiologie“ beschäftigt sich mit neuronalen Mechanismen der Informationsverarbeitung wie repetition suppression oder prediction error und ihre Verwendung in sozio- und neurokognitiven Paradigmen. Ein weiteres Interesse des Forschungsbereiches liegt in der neurokognitiv basierten Differenzierung psychotischer Erkrankungen auf Einzelsubjekt-Ebene anhand multivariater Mustererkennung. Gegenwärtige Forschungsvorhaben umfassen unter anderem:
1. imitative und kontextuale motorische Kognition bei Schizophrenie in Kooperation mit Prof. Dr. Roman Liepelt (Sporthochschule Köln) und PD Dr. Christiane Montag (Charité–Universitätsmedizin Berlin);
2. kortikale Signaläquivalente des Vorhersagefehlers und ihre mögliche Bedeutung für die Herausbildung psychotischer Symptome wie Wahn, Halluzinationen oder Ich-Störungen;
3. diagnostische Klassifikation der Schizophrenien mit Hilfe maschineller Lernalgorithmen auf Einzelsubjekt-Ebene in Kooperation mit Dr. Florin Popescu (Fraunhofer Institute for Open Communication Systems, Berlin).


Forschungsbereich: Medizinische Anwendung von Cannabinoiden
Leitung: Dr. Johannes Rentzsch

Cannabinoide, wie z. B. Cannabidiol, spielen eine zunehmende Rolle in der Erforschung neuer Therapiestrategien zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen und haben in präklinischen Studien z. T. neuroprotektive, antidepressiva-ähnliche und antipsychotika-ähnliche Eigenschaften gezeigt. In einer Klinischen Studie untersuchen wir die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cannabidiol bei bipolarer Depression.
Medizinisches Cannabis wird zunehmend zur Behandlung verschiedener nicht-psychiatrischer Erkrankungen eingesetzt, ohne dass es genügend Daten über die unerwünschten Wirkungen medizinischer Cannabisbehandlungen gibt. In einem weiteren Projekt untersuchen wir in abstinenten Cannabiskonsumenten mit und ohne Schizophrenie, inwieweit chronischer Cannabiskonsum mit neurophysiologischen und neurokognitiven Beeinträchtigungen einhergehen kann.



Ausgewählte Publikationen

Buspavanich P, Behr J, Stamm T, Schlattmann P, Bschor T, Richter C, Hellweg R, Heinz A, Berger M, Hindinger C, Rentzsch J, de Millas W, Jockers-Scherübl MC, Bräunig P, Adli M, Ricken R. Treatment response of lithium augmentation in geriatric compared to non-geriatric patients with treatment-resistant Depression.J Affect Disord. 2019 May 15;251:136-140.

Haffner P, Quinlivan E, Fiebig J, Sondergeld LM, Strasser ES, Adli M, Moritz S, Stamm TJ. Improving functional outcome in bipolar disorder: A pilot study on metacognitive training. Clin Psychol Psychother. 2018; 25:50-58.

Rote J, Dingelstadt A, Quinlivan E, Fiebig J, Kunze J, Pfeiffer S, Simhandl C, Bauer M, Pfennig A, Stamm TJ. Impulsivity predicts illness severity in long-term course of bipolar disorder: A prospective approach. Aust N Z J Psychiatry. 2018; 52:876-886.

Neuhaus AH, Popescu FC. Sample Size, Model Robustness, and Classification Accuracy in Diagnostic Multivariate Neuroimaging Analyses. Biol Psychiatry. 2018 Dec 1;84(11)

Neuhaus AH, Popescu FC. Impact of sample size and matching on single-subject classification of schizophrenia: A meta-analysis. Schizophr Res. 2018 Feb;192:479-480.

Franzke P, Bitsch A, Walther M, Schiffner R, Rupprecht S, Rasche M, Volk GF, Witte OW, Schlattmann P, Guntinas-Lichius O, Hagemann G, Schwab M, Rakers F. Weather, Weather Changes and the Risk of Bell's Palsy: A Multicenter Case-Crossover Study. Neuroepidemiology. 2018;51(3-4):207-215.

Elsner C, Wertz AE. The seeds of social learning: Infants exhibit more social looking for plants than other object types. Cognition. 2019 Feb;183:244-255.

Knauss S, Endres M, Blaschke F, Hindinger C, Kunz A. Oral administration of a novel lipophilic PPARδ agonist is not neuroprotective after rodent cerebral ischemia. J Cereb Blood Flow Metab. 2018 Jan;38(1):174-185.

Dembler-Stamm T, Fiebig J, Heinz A, Gallinat J. Sexual Dysfunction in Unmedicated Patients with Schizophrenia and in Healthy Controls. Pharmacopsychiatry. 2018 Nov;51(6):251-256.

Herold D, Usnich T, Spengler S, Sajonz B, Bauer M, Bermpohl F. Decreased medial prefrontal cortex activation during self-referential processing in bipolar mania. J Affect Disord. 2017 Sep;219:157-163.

Herold D, Spengler S, Sajonz B, Usnich T, Bermpohl F. Common and distinct networks for self-referential and social stimulus processing in the human brain. Brain Struct Funct. 2016 Sep;221(7):3475-85.

Borgmann M, Holtkamp M., Adli M., Behr J. [Depression and epilepsy: Two clinical pictures with common causes? Nervenarzt 87(7):724-30, 2016.

Schott B.H., Voss M., Wagner B., Wüstenberg T., Düzel E., Behr J. Fronto-limbic novelty processing in acute psychosis: disrupted relationship with memory performance and potential implications for delusions. Front Behav Neurosci. 9:144, 2015.

Bartsch J.C., Fidzinski P., Huck J.H., Hörtnagl H., Kovacs R., Liotta A., Priller J., Wozny C., Behr J. Enhanced dopaminedependent hippocampal plasticity after single MK-801 application. Neuropsychopharmacology, 40(4):987-95, 2015.


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