Einrichtung-Details

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie (KJPP) - Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg

Die Forschungsschwerpunkte der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie liegen in dem Bereich der Wirksamkeitsmessung einzelner Interventionsmethoden wie z.B. der Lichttherapie bei dem Störungsbild der unipolaren Depression sowie der Implementierung neuer Verfahren in die Routinebehandlung. Es werden zu dieser Symptomatik ebenfalls neue und moderne Versorgungsformen, wie die Online-Therapie, erprobt sowie neue transdiagnostische Kategorien bei affektiven Störungen (affektiver Dysregulation) untersucht. Darüber hinaus bilden die Themen Chronotypen und Schlaf sowie traumatische Erlebnisse bei Kindern aus institutionellen Einrichtungen (Heimen und Pflegefamilien) weitere Forschungsschwerpunkte.

Es besteht eine Forschungskooperation der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie Neuruppin mit der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter (Universitätsmedizin Rostock) unter der Leitung von Prof. Dr. M. Kölch. In Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Rüdersdorf sowie der salus Klinik in Lindow erhalten Studierende des neuen Direktstudiengangs Psychotherapie in unserem Haus die Möglichkeit Praxiserfahrungen im Rahmen der berufspraktischen Einsätze zu sammeln.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Forschungsbereich Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: DeLight
PIs:
Prof. Dr. Tanja Legenbauer & Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann (Uniklinik Hamm)
Leitung am Prüfzentrum Neuruppin:
Dr. Stefanie Bienioschek
Koordinatorin des Studienzentrums Neuruppin: Jennifer Schroth

Ziel des Projektes ist es, zu vergleichen, ob Lichttherapie über 4 Wochen zusätzlich zur stationären Regelbehandlung die Symptome der Depression stärker reduziert als die Behandlung mit gedimmtem Licht (Multicenter, randomisiert, doppelblind). Des Weiteren untersucht das Projekt, welche Wirkung Lichttherapie im Vergleich zur Kontrollbedingung hat auf: Responder Status, Dosis und Dauer einer antidepressiven Medikation sowie Begleitsymptome der Depression. Schließlich sollen auch potentielle unerwünschte Wirkungen der Lichttherapie erfasst werden.

Im Rahmen dieses Projekts entsteht eine Promotion zur längsschnittlichen Stabilität von Chronotypen bei Jugendlichen (Jennifer Schroth).

 

Forschungsbereich Affektive Dysregulation – Optimierung von Prävention und Therapie: ADOPT; Teilprojekt ADOPT Institution
PIs:
Prof. Dr. Jörg M. Fegert (Uniklinik Ulm), Prof. Dr. Michael Kölch (Uniklinik Rostock)
Leitung am Prüfzentrum Neuruppin: Dr. Stefanie Bienioschek
Koordinatorin des Studienzentrums Neuruppin: Jennifer Schroth & Anne Schüller

Das Projekt dient der Untersuchung der Wirksamkeit eines Programms für die Behandlung von Pflege- und Heimkindern sowie Kindern, die bei den leiblichen Eltern aufwachsen und Schwierigkeiten bei der Gefühlsregulation haben. Diese Behandlung wird mit der herkömmlichen Behandlung verglichen. Die Studie wird an sieben verschiedenen universitären Standorten in sechs deutschen Städten durchgeführt.

In diesem Projekt entsteht eine Promotion zum Thema psychische Belastung und psychotherapeutische Versorgung von Pflege- und Heimkindern (Anne Schüller).

 

Forschungsbereich psychische Störungen bei Heim- und Pflegekindern: „CASE - Children and Adolescents with Severe Life Events. Systematische Erfassung belastender Lebenserfahrungen von Pflege- und Heimkindern“
PI:
Prof. Dr. Michael Kölch (Uniklinik Rostock)
Leitung am Prüfzentrum Neuruppin: Dr. Stefanie Bienioschek
Koordinatorin des Studienzentrums Neuruppin: Anne Schüller

Ziel der Studie ist die systematischen Erfassung traumatischer Lebenserfahrungen (körperliche Gewalt, sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, Konfrontation mit Krankheit und Tod, Unfall, Krieg und Naturkatastrophen) von Pflege- und Heimkindern sowie die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Traumata und psychiatrischer Symptomatik (als kategoriale bzw. kontinuierliche latente Variable) zu Therapiebeginn. Ein weiteres Ziel der Studie ist die Identifikation latenter Klassen von Patientengruppen hinsichtlich traumatischer Lebenserfahrungen und der psychiatrischen Symptomausprägung. Da gerade im Bereich der Hochrisikogruppe der Pflege- und Heimkinder eine Unterversorgung mit evidenzbasierten psychotherapeutischen Interventionen besteht, ist in diesem Bereich eine Verbesserung der Versorgungslage durch eine angepasste psychotherapeutische Behandlung zu erwarten. Das Ergebnis der Untersuchung soll zur Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung von Pflege- und Heimkindern beitragen. Anhand effektiver Therapiestrategien sollen multiple Platzierungen in Pflegefamilien und Heimeinrichtungen reduziert und gleichermaßen das psychosoziale Funktionsniveau erhöht werden. Weiterhin trägt die Untersuchung zur deskriptiven epidemiologischen Abbildung traumatischer Lebensereignisse bei Pflege- und Heimkindern im Land Brandenburg bei.

 

Forschungsbereich Online Therapie in einem Flächenversorgungsgebiet der KJPP – Machbarkeit und Patientenzufriedenheit: E- MICHI
PI:
Prof. Dr. Michael Kölch (Uniklinik Rostock)
Leitung Prüfzentrum Neuruppin: Dr. Stefanie Bienioschek
Koordinatorin des Studienzentrums Neuruppin: Daria Nolkemper

E-MICHI ist ein Projekt zur Entwicklung von online-basierten Therapiemodulen in der Kinder – und Jugendpsychotherapie, welches bereits als gedrucktes Manual vorliegt (Spröber, N.; Straub,J.; Fegert, J.M.; Kölch, M. (2012). Depression im Jugendalter. MICHI – Manual für die Gruppentherapie. Weinheim: Beltz Verlag.). Diese Pilotstudie untersucht die Wirksamkeit von E-Therapy in Form von einzelnen Online-Modulen als Ergänzung zu Präsenzsitzungen bei der ambulanten Behandlung von Depressionen im Jugendalter.

Ausgewählte Publikationen

Kölch, M., Bienioschek, S. & Schmid, M. (in press): „Systemsprenger“ – Kinder- und jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Perspektive zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie. In HRSG., Systemsprenger*innen. Ressourcenorientierte Ansätze zu einer defizitären Begrifflichkeit. Lambertus: Freiburg i. Breisgau

Bienioschek, S., Weckler, H., Fegert, J. M. & Kölch, M. (2019). Alkoholspektrumstörungen (FASD) – Überblick zu Folgen Diagnostik und rechtlichen Aspekten. RPsych Rechtspsychologie, 5(3), 330-346.


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