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Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie steht für eine konsequente Einbeziehung der Patientenperspektive in alle Belange der gesundheitlichen Versorgungforschung, mit dem Ziel, zu einer qualitativ hochwertigen und personenzentrierten Gesundheitsforschung und -versorgung beizutragen.

Die Kombination quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden ermöglicht eine akteurszentrierte Versorgungsforschung, die die (Weiter-)Entwicklung patientenorientierter Gesundheitsversorung im Land Brandenburg vorantreibt.

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts sind dabei 1.) qualitative und quantitative Bedarfsanalysen medizinischer und pflegerischer Versorgung aus Betroffenenperspektive, 2.) Untersuchungen zu medizinisch-therapeutischen Entscheidungen im Versorgungsalltag aus Betroffenen- und Behandlerperspektive, 3.) wissenschaftliche Aufbereitung und Nutzung von Erfahrungen zur Verbesserung von Patienteninformationen und Versorgungsalltag, und 4.) Wissenschaftsforschung.

Als Mitglied von DIPEx Germany und dem Dachverband DIPEx International wollen wir die Erfahrungen von Menschen mit Krankheit und Gesundheit systematisch und vergleichend erforschen. Die erhobenen Erfahrungen werden für die Forschung genutzt, aber auch für andere Betroffene, Wissenschaftler*innen und Betreuende als Informationsquelle unter krankheitserfahrungen.de zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus ist unser Institut Partnerin des BMBF-geförderten Forschungsnetzwerks „NAVICARE - Das Netzwerk zur Stärkung patientenorientierter Versorgungsforschung“ der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Dessen Ziel ist es, Barrieren und Ungleichheiten in der Versorgung von Patient*innen mit altersassoziierten Erkrankungen zu reduzieren. Weiterhin strebt das Netzwerk an, eine Forschungsstruktur in der Region Berlin-Brandenburg zur Etablierung patientenorientierter Versorgungsforschung aufzubauen.

Prof. Holmberg und ihr Team sind Experten für die Erhebung und Integration unterschiedlichster Datenformate in populations-basierten Studien von Survey- und Registerdaten bis hin zu offenen, qualitativen Beobachtungs- und Interviewstudien zur Analyse bestehender Versorgungs- und Bedarfssituationen.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Altersbedingte Makuladegeneration und ihre Folgen aus Sicht von Betroffenen und Versorgern
Projektleiter:
Prof. Dr. Christine Holmberg 
Die Zahl der älteren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen steigt im Zuge des demographischen Wandels kontinuierlich, was vor allem auf die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zurückzuführen ist. Alltägliche Tätigkeiten sind bei fortgeschrittener Erkrankung ohne menschliche oder technische Hilfe nicht mehr möglich. Für diese Problematik gibt es für Betroffene sowohl hilfsmittelbezogene als auch psychosoziale Beratungsangebote, um ihre Selbstständigkeit solange wie möglich zu erhalten. Allerdings scheint der Zugang zu diesen Beratungsangeboten gerade für ältere Menschen erschwert zu sein. Das Projekt AMD-Care will bestehende Hindernisse zur Nutzung hilfsmittelbezogener und psychosozialer Beratungsangebote erheben und analysieren. Dafür wird zum einen der Wissensstand von Augenoptikern und Augenärzten zu hilfsmittelbezogenen und psychosozialen Beratungsangeboten erfasst und zum anderen die lebensweltliche Sichtweise älterer Menschen mit AMD untersucht. AMD-Care wird aus den Forschungsergebnissen Strategien entwickeln, die die Verbreitung und das Wissen über hilfsmittelbezogene und psychosoziale Beratungsangebote über Augenärzte, Augenoptiker, aber auch Allgemeinmediziner und anderer im Gesundheitswesen Tätiger verbessern.

 

Verbundprojekt AdvanceGender – Geschlechtersensible Gesundheitsbericherstattung: Methoden für einen geschlechtersensiblen Forschungsprozess in populationsbasierten Studien
Projektleiter:
Prof. Dr. Christine Holmberg
Das Ziel des Verbundprojekts AdvanceGender ist die Entwicklung einer „Tool box“ mit Methoden für geschlechtersensible Forschung, die die Gestaltung der Forschungsprozesse populationsbasierter Studien anleiten kann: Geschlechtersensible Forschung soll so ermöglicht werden und als Grundlage für eine empirisch-fundierte Gesundheitsberichterstattung dienen. Hierfür nimmt das Projekt AdvanceGender die Bereiche Studienteilnahme und Rekrutierung, Datenanalyse und Gesundheitsberichterstattung in den Fokus. Das Teilprojekt AdvanceRecruitment widmet sich der Analyse von Rekrutierung und Studienteilnahme in populationsbasierten Studien. Das Projekt fragt, wie gender-spezifische Unterschiede in der Teilnahme an populationbasierten Gesundheitsstudien erklärt werden können und ob und wie andere Kategorien wie Einkommen und Schulbildung damit in Zusammenhang stehen.

 

WeCareForCancerCare
Projektleiter:
Prof. Dr. Christine Holmberg
Um systematische Erfassung von Patienten- und Betroffenenerfahrungen im Gesundheitswesen sowie regional relevante Gesundheitsversorgung sicherzustellen, baut das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie eine Infrastruktur auf, in die Betroffene durch einen Beirat einbezogen sind. Dem Beirat sollen chronisch Kranke und Krebserkrankte, sowie Versorger und Therapeuten jeweils aus der Region Brandenburg angehören, die nicht bereits jetzt aktiv sind, sondern die „stille Mehrheit“ darstellen. Dadurch soll unsere Forschung relevant für die lokale betroffene Bevölkerung gestaltet werden.

Ausgewählte Publikationen

Blödt S., Kaiser M., Adam Y., Adami S., Schultze M., Müller-Nordhorn J., Holmberg C. (2018) Understanding the role of health information in patients' experiences: secondary analysis of qualitative narrative interviews with people diagnosed with cancer in Germany. BMJ Open. 2018 Mar 12; 8 (3): e019576. doi: 10.1136/bmjopen-2017-019576.

Domanska O.M., Firnges C., Bollweg T.M., Sørensen K., Holmberg C., Jordan S. (2018) Do adolescents understand the items of the European Health Literacy Survey Questionnaire (HLS-EU-Q47) - German version? Findings from cognitive interviews of the project "Measurement of Health Literacy Among Adolescents" (MOHLAA) in Germany. Arch Public Health. 2018 Jul 10; 76:46. doi: 10.1186/s13690-018-0276-2. eCollection 2018.

Holmberg C., Muckelbauer R., Sarganas G., Braun V., Heintze C., Dini L., Müller-Nordhorn J. (2018) [Primary Prevention in General Medical Practice: A Survey]. Gesundheitswesen. 2018 May; 80 (5):465-470. doi: 10.1055/s-0042-113601. Epub 2016 Sep 16.

Kendel F., Otto I., Engler J., Schrader M., Holmberg C. (2018) [Living with Localized Prostate Cancer - Decision-Making and Coping with the Illness]. Psychother Psychosom Med Psychol. 2018 Nov; 68 (Issue 11):462-469. doi: 10.1055/s-0043-122880. Epub 2018 Jan 19.

Stritter W., Rutert B., Längler A., Eggert A., Holmberg C., Seifert G. (2018) Integrative care for children with cancer. Project design for the development of an integrative care programme for use in paediatric oncology. Complement Ther Med. 2018 Dec; 41: 247-251. doi: 10.1016/j.ctim.2018.10.005. Epub 2018 Oct 5.

Starker A., Buttmann-Schweiger N., Krause L., Barnes B., Kraywinkel K., Holmberg C.(2018) [Cancer screening in Germany: availability and participation]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2018 Dec; 61 (12):1491-1499. doi: 10.1007/s00103-018-2842-8.

Starker A., Buttmann-Schweiger N., Krause L., Barnes B., Kraywinkel K., Holmberg C. (2018) [Cancer screening in Germany: availability and participation]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2018 Dec; 61 (12):1491-1499. doi: 10.1007/s00103-018-2842-8.


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