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Institut für Pathologie - Bad Saarow

Im Profilbereich Karzinom stehen Tumorerkrankungen des Urogenitaltraktes, die überwiegend im höheren Lebensalter auftreten (Durchschnittsalter bei Diagnose 73-75 Jahre), im Zentrum des Interesses. Dabei werden potentielle prognostische und prädiktive Faktoren bzw. Tumormarker mit konventionell-morphologischen, immunhistologischen und molekularpathologischen Methoden erforscht, um den Einsatz personalisierter innovativer Therapieoptionen (z. B. Immuncheckpoint-Therapien) zu ermöglichen und unter anderem die Rezidivhäufigkeit zu reduzieren sowie tumorfreies Überleben zu verlängern.

Ferner werden degenerative Gelenksveränderungen, die mit zunehmendem Lebensalter vermehrt auftreten, in Abgrenzung zu traumatischen Gelenksläsionen mit konventionell-morphologischen, immunhistologischen und morphometrischen Methoden unter Einsatz der automatisierten Mikroskopbildanalyse erforscht.

Im Rahmen der Unfallforschung werden anhand simulierter Prädiktoren auf der Basis eines FEM-Modells (Total Human Model of Safety, THUMS) Untersuchungen zur Mortalität bei Unfallverletzten und damit zur Verletzungsschwere vorgenommen.

Die neurobiologische Grundlagenforschung zur Bedeutung von MAGI-Proteinen bei der Bildung und Reifung von Synapsen im Zentralnervensystem wird durch eine inneruniversitäre Kooperation unterstützt.

Im Rahmen eines EU-Projektes zur Versorgungsforschung wird die Struktur und Qualität der Diagnostik und Therapie von Patienten mit Tumorerkrankungen grenzüberschreitend (deutsch-polnisch) untersucht.

Die medizinhistorischen Arbeiten zur Virchow-Forschung stellen einen Beitrag zur fachdisziplinären Ideengeschichte (Allgemeine Pathologie und Spezielle pathologische Anatomie, Biochemie) dar. Sie greifen auf erstmals in der Gegenwart verfügbare, von Prof. Dr. Chr. Andree (Kiel) in einer kritisch-historischen Edition transliterierte Originalquellen Virchows zurück.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Molecular identification of the linkage between HPV, p53, Survivin, Her2, Bcl-2 and TERT in invasive and non-invasive urothelial bladder cancer”
Projektleiter:
Prof. Dr. Stefan Koch
Harnblasenkarzinome sind Erkrankungen des höheren Lebensalters. Neben der etablierten operativen Behandlung und Chemotherapie wird auch bei diesen Tumorerkrankungen zunehmend die Immuncheckpoint-Therapie in Betracht gezogen. Dazu ist es erforderlich, die Kenntnisse zur Tumorbiologie dieser Erkrankungen zu vervollkommnen. Es werden molekularbiologische Merkmale und der Immunphänotyp der Erkrankungen bei präinvasiven und invasiven Verlaufsformen unter Berücksichtigung eines mehrjährigen Follow-up untersucht, um dadurch neue prognostische und prädiktive Tumormarker zu beschreiben.

Funktion of the MAGI Protein Family in the Brain
Projektleiter
: PD Dr. Nina Wittenmayer
MAGI (membrane associated guanylate kinase inverted) ist eine Proteingruppe, die der MAGUK-Familie (membrane associated guanylat kinase) angehört. Als sog. Scaffolding Proteine dienen sie im Wesentlichen der Stabilisierung und Regulation größerer Proteinkomplexe. Bislang sind drei Vertreter dieser Proteinfamilie bekannt: MAGI-1, -2 und -3. MAGI-1 und MAGI-3 werden ubiquitär exprimiert, während S-SCAM (MAGI-2) im Gehirn und der Niere vorkommt. Unsere Daten zeigen eine essentielle funktionelle Rolle von S-SCAM während der Bildung von Synapsen bzw. Spines und bei der Aufrechterhaltung synaptischer Verbindungen in neuronalen Zellen. Für die anderen beiden Vertreter dieser Proteinfamilie ist die Funktion im Gehirn nicht klar und soll in diesem Projekt untersucht werden. Hierfür wird in humanen und murinen Hirnschnitten die Lokalisation dieser Proteine und ihre funktionelle Beteiligung an Synaptogenese, synaptischer Transmission und Synapsenreifung untersucht werden.

Simulierte Prädiktoren der Mortalität bei Unfallverletzten
Projektleiter:
Prof. Dr. König
In den letzten 25 Jahren ist der Anteil der bei Verkehrsunfällen Getöteten im Land Brandenburg von 304 auf 462/Einwohner gestiegen. Damit liegt das Land Brandenburg an der Spitze der Getöteten-und Verletztenstatistik durch Verkehrsunfälle im Ländervergleich. Ziel der simulierten Unfallforschung ist es, eine detaillierte Unfallanalytik durchzuführen und prognostische Faktoren nicht sichtbarer und/oder diagnostizierbarer Verletzungen herauszufinden, um die Letalität von Unfallverletzten nach überlebten Verkehrsunfall zu reduzieren. Dabei ist die Korrelation zwischen mechanischer Einwirkung und medizinischem Befund, insbesondere in Bezug auf die Organe, von herausragender Bedeutung. In dem vorliegenden Projekt soll ein erster Schritt unternommen werden, diese Verknüpfung herzustellen.

Entwicklung und Einführung von kooperativen grenzüberschreitenden Verfahren zur Sicherung hoher Behandlungserfolge bei Krebspatienten
Projektleiter:
Prof. Dr. Koch
Nachdem in einem vorausgegangenen EU-Projekt mit dem polnischen Kooperationspartner die institutionellen und personellen Strukturen eines klinischen Krebsregisters aufgebaut wurden und die permanente Dokumentation von Diagnose- und Behandlungsergebnissen bevölkerungsrelevanter Tumorerkrankungen in der Wojewodschaft Lubuskie etabliert wurden, wird im gegenwärtigen Projekt die Datenerfassung fortgesetzt. Ziel des laufenden Projektes ist es, Unterschiede in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen grenzüberschreitend in zwei Vergleichsregionen zu erfassen und die Betreuungsqualität zu optimieren.

Ausgewählte Publikationen

Keine


Leitung: