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Department Psychologie - Salus Klinik Lindow

Schwerpunkt der Abteilung ist die Cognitive Bias Modifikation (CBM) zur Prävention und Behandlung von substanzbezogenen Störungen, pathologischem Glücksspiel, Depression und Übergewicht

Seit 10 Jahren existiert eine feste Arbeitsgruppe bestehend aus Prof. R. Wiers (Universität Amsterdam), Prof. E. Becker und Prof. M. Rinck (Radboud Universität Nijmegen), Prof. S. Mühlig (TU Chemnitz) und Prof. J. Lindenmeyer, die eine Vielzahl von RCT-Studien zur Wirksamkeit von CBM in der Behandlung von Alkoholabhängigkeit an insgesamt über 4.000 Probanden durchgeführt und hochrangig publiziert hat (18 Artikel). Seit 2018 ist die Arbeitsgruppe von Prof. V. Voon (Universität Cambridge) hinzugestoßen. Zeitweise bestand eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. F. Bermpohl (Charite Berlin). 

Hierbei zeigte sich, dass PC-gesteuerte Trainingsprogramme geeignet sind störungsrelevante Aufmerksamkeits-, Assoziations-, und Annährungstendenzen zu überwinden und dadurch die Wirksamkeit von psychotherapeutischen Behandlungsverfahren bei Alkoholabhängigkeit, Depression und Übergewicht dauerhaft signifikant zu erhöhen. Die Effekte waren umso deutlicher, je älter die Probanden waren.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Überprüfung der Wirksamkeit eines PC-gesteuerten Trainingsprogramms zu Impulskontrollsteigerung bei Alkoholabhängigen
Das ursprünglich in der salus klinik Lindow entwickelte AntiAlkohol-Training AAT konnte in mehreren Studien an insgesamt über 3.000 Patienten eine Steigerung der Abstinenzquote 1 Jahr nach Entlassung um etwa 8-10% nachweisen. Außerdem gibt es Hinweise, dass auch das sogenannte Inhibitions-Trainings wie das von Ihnen ebenfalls durchgeführte Go/No-Go-Training (GNGT) zu einer weiteren Steigerung der Abstinenz führen können. Aus diesem Grunde haben wir Ihnen im Rahmen Ihrer Therapie eine Kombination von AntiAlkohol-Training AAT und Inhibitionstraining angeboten. Nun wollen wir mit Hilfe einer wissenschaftlichen Studie herausfinden, ob das AntiAlkohol-Training durch die Kombination mit einem Inhibitionstraining tatsächlich nochmals in seiner Wirksamkeit gesteigert werden kann.

Mit dem Joystick gegen pathologisches Spielen: Eine experimentelle klinische Studie an stationären Reha-Patienten zur Beurteilung der therapeutischen Wirksamkeit von CBM
Im Rahmen einer RCT-Multicenter-Studie soll an drei Kliniken untersucht werden, ob das in der Rückfallprävention von Alkoholabhängigen erfolgreiche Approach-Avoidance-Task-Training auch ein wirksames Behandlungsmodul für Patienten mit pathologischem Glücksspiel ist.

Entwicklung einer smartphonebasierten Intervention zur Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit
Der Versuch, den Patienten auch nach Ende der stationären Behandlung das Anti-Alkohol-Training zugänglich zu machen, ist bisher daran gescheitert, dass die Patienten das Computertraining nicht regelmäßig zu Hause durchführen. Smartphone-Interventionen mit spielerischen Elementen erhöhen die Motivation der Teilnehmenden, wodurch die Therapieangebote durchschnittlich häufiger durchgeführt werden, welches längerfristige Effekte verbessert. Wir wollen eine smartphonebasierte Intervention entwickeln, welche es den Patienten erlaubt, das Anti-Alkohol-Training im Anschluss an eine stationäre Behandlung zu Hause durchzuführen. Ziel dieses Projektes ist zu überprüfen ob a) Personen mit Alkoholproblemen ein smartphonebasiertes Spiel zum Anti-Alkohol-Training regelmäßig selbstständig nutzen, b) die regelmäßige Durchführung eines smartphonebasierten Anti-Alkohol-Trainings den Alkohol-Bias weiter minimiert und c) die Rückfallquote im ersten Jahr nach der stationären Behandlung verringert. In einer Vorstudie wird zunächst im Sinne einer Überprüfung des Paradigmas (proof of concept) geprüft, ob d) mittels der smartphonebasierten App ein Alkohol-Bias bei Alkoholabhängigen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen gemessen werden kann und ob e) dieser durch die Teilnahme an dem smartphonebasierten Alkohol-Training verringert werden kann.

 

Ausgewählte Publikationen

2019

Becker ES, Barth A, Smits JAJ, Beisel S, Lindenmeyer J, Rinck M. Positivity-approach training for depressive symptoms: A randomized controlled trial. J Affect Disord. 2019;245:297-304.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30439675?dopt=Citation

2018

den Uyl TE, Gladwin TE, Lindenmeyer J, Wiers RW. A Clinical Trial with Combined Transcranial Direct Current Stimulation and Attentional Bias Modification in Alcohol-Dependent Patients. Alcohol Clin Exp Res. 2018;42(10):1961-1969.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30025152?dopt=Citation

Schünemann O, Lindenmeyer J, Heinrichs N. Predictors of Utilization of an Addiction-Specific Behavioural Couple Therapy in Alcohol Dependence. Eur Addict Res. 2018;24(2):91-97.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29902784?dopt=Citation

Rinck M, Wiers RW, Becker ES, Lindenmeyer J. Relapse prevention in abstinent alcoholics by cognitive bias modification: Clinical effects of combining approach bias modification and attention bias modification. J Consult Clin Psychol. 2018;86(12):1005-1016.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30507226?dopt=Citation

Ferentzi H, Scheibner H, Wiers R, Becker ES, Lindenmeyer J, Beisel S, Rinck M. Retraining of automatic action tendencies in individuals with obesity: A randomized controlled trial. Appetite. 2018;126:66-72.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29596869?dopt=Citation

Eberl C, Winkler I, Pawelczack S, Tröbitz E, Rinck M, Becker ES, Lindenmeyer J. Self-esteem consistency predicts the course of therapy in depressed patients. PLoS One. 2018;13(7):e0199957.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30044801?dopt=Citation


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