ÖGD-STARK
Der Öffentliche Gesundheitsdienst - Strukturen, Agilität und Resilienz im Krisenfall (ÖGD-Stark):
Entwicklung einer Handreichung für das Risiko- und Krisenmanagement im kommunalen Öffentlichen Gesundheitsdienst
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) spielt eine wichtige Rolle im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz sowie im Risiko- und Krisenmanagement. Dennoch sind entsprechende Strukturen für Krisenmanagement und -vorsorge bislang nicht flächendeckend und systematisch im ÖGD verankert und implementiert. Dies gilt insbesondere für die kommunale Ebene des ÖGD, welche bundesweit fast 400 Gesundheitsämter miteinschließt.
Krisenmanagement im ÖGD umfasst nicht nur den Infektionsschutz und Pandemien, sondern schließt unter anderem auch klimabedingte Ereignisse, Naturkatastrophen, technischen Störungen oder Auswirkungen von Krieg und Verteidigung mit ein. Damit der ÖGD für zukünftige Herausforderungen gut vorbereitet ist, müssen geeignete Strukturen und rechtliche Grundlagen geschaffen sowie Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar definiert, organisatorisch verankert und regelmäßig praktisch erprobt werden. Ein zentrales Element dabei ist das Lernen aus vergangenen Krisen und eine stärkere Vernetzung relevanter Akteure, die im Krisenfall effektiv zusammenarbeiten müssen.
Obwohl bereits viele Projekte und Erfahrungen im Krisenmanagement bestehen, werden gewonnene Erkenntnisse bislang nicht ausreichend genutzt oder strukturiert weitervermittelt. Für einen verbesserten Wissenstransfer sind geeignete Instrumente unabdingbar. Vorhandene Notfallpläne und Handlungshilfen sind vielfach zu spezifisch und nur bedingt übertragbar. Es fehlen generische, adaptierbare Pläne sowie praxisorientierte Leitfäden, die Gesundheitsämter in unterschiedlichen Krisensituationen effektiv unterstützen. Der ÖGD sollte nicht nur als Anwender dieser Instrumente gesehen werden, sondern auch aktiv in deren Entwicklung eingebunden sein.
Ziel des Projekts ist es daher, bestehende Strukturen, Erfahrungen, Bedarfe und Perspektiven aus der Praxis zu erfassen, um daraus konkrete, alltagstaugliche Empfehlungen und Werkzeuge abzuleiten. Hierzu wird eine bundesweite Befragung der Gesundheitsämter durchgeführt. Der Fragebogen wurde in Zusammenarbeit mit Expert*innen aus dem ÖGD und dem Krisenmanagement entwickelt. Er umfasst 25 Fragen und richtet sich an Ansprechpartner*innen für Risiko- und Krisenmanagement sowie an die Leitungen der Gesundheitsämter. Dabei geht es nicht darum, Missstände oder Lücken aufzuzeigen - im Gegenteil: Wir möchten die vorhandenen Kompetenzen sichtbar machen, gute Ansätze bündeln und gemeinsam weiterdenken.
Basierend auf dieser Umfrage soll eine praxisnahe Handreichung entwickelt werden, die den ÖGD im Speziellen auf kommunaler Ebene in seinem Risiko- und Krisenmanagement stärkt und unterstützt. Durch die aktive Einbindung der Gesundheitsämter wird deren Expertise sichtbar gemacht und unmittelbar in das Projekt übertragen. Das Projekt ist ausdrücklich FÜR den ÖGD gedacht – als Unterstützung, als Impulsgeber und als Beitrag zur Weiterentwicklung eines starken, handlungsfähigen öffentlichen Gesundheitsdienstes.
Projektplanung:
• Durchführung der bundesweiten Befragung der Gesundheitsämter: März 2026
• Entwicklung der Handreichung: Frühling-Sommer 2026
• Dissemination der Ergebnisse: Herbst-Winter 2026
Das Team hinter diesem Projekt besteht aus Fachpersonen aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und dem Krisenmanagement. Die Projektleitung liegt bei der Gastprofessur für Öffentliches Gesundheitswesen an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, die im Rahmen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst eingerichtet wurde.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) sowie der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH) durchgeführt. Darüber hinaus sind weitere Akteurinnen und Akteure aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst in die Projektentwicklung eingebunden.
Projektteam (E-Mail): oegd-stark@mhb-fontane.de
Chiara Dämmer, M.Sc.
Ansprechpartnerin für ÖGD-STARK
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gastprofessur für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB)
E-Mail: chiara.daemmer@mhb-fontane.de
Dr. med. Susanne Pruskil, M.Sc. (PH)
Projektleitung
Gastprofessorin für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB)
Hansjörg Wiesböck, B.A.
Wissenschaftliche Mitarbeit im Projekt
Katholische Stiftungshochschule München
Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen
Dieter Oberndörfer
Wissenschaftliche Mitarbeit im Projekt
Dr. Sandra Beermann
Wissenschaftliche Mitarbeit im Projekt
André Martini
Wissenschaftliche Mitarbeit im Projekt
Referent für Notfall- und Krisenmanagement
Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW)