APPRISE
Ansätze zur Beteiligung von Bürger:innen bei der Interpretation der Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten über Gesundheitsinterventionen auf Bevölkerungsebene
(engl.): Approaches to involve the public in interpretation of findings from systematic reviews on health interventions at the population level
Systematische Übersichtsarbeiten fassen die Ergebnisse aller Studien zu einer Fragestellung zusammen, sie sind „Studien über Studien“ und geben einen Überblick über den Stand des Wissens. Mehr und mehr werden Patient:innen oder Bürger:innen in der Forschung beteiligt - so auch bei systematischen Übersichtsarbeiten. Manche systematische Übersichtsarbeiten analysieren Gesundheitsmaßnahmen, die die Bevölkerungsebene ansprechen, wie z. B. eine Zuckersteuer. Sie sollten daher Bürger*innen beteiligen, um wichtige Erwägungen zu verstehen, die Bürger*innen für wichtig halten, wenn sie darüber diskutieren, ob die Ergebnisse die Umsetzung rechtfertigen. Auf diese Weise wird neben der Forscher:innen-Perspektive auch die von Bürger*innen (Laien) berücksichtig. Hierfür müssen Bürger*innen die Ergebnisse allerdings zunächst gut verstehen. Im Projekt soll die Frage beantwortet werden, welche der Kommunikationsformate am besten geeignet ist, um Bürger*innen in die Interpretation der Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten auf Bevölkerungsebene einzubeziehen. '
Methoden
Das Projekt wird in vier Phasen unterteilt:
1. Vorbereitung
2. Befragung
3. Evaluation und 4. Abschluss.
1. In der Vorbereitungsphase wird ein Team aus Wissenschaftler*innen und Bürger*innen, die als Co-Forscher*innen mitwirken, gebildet. Gemeinsam wählen sie zwei Gesundheitsmaßnahmen auf Bevölkerungsebene aus.
Anschließend werden drei Formate entwickelt, die die Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten zu diesen Themen zusammenfassen: eine laienverständliche Zusammenfassung, eine Faktenbox und ein Simulationsformat.
2. In einer Onlinebefragung werden diese Formate an einer Gruppe von ca. 850 Menschen getestet, die die Bevölkerung in Deutschland in Bezug auf Geschlecht, Alter und Bildung widerspiegeln. Sie geben an, wie gut sie die Formate verstehen.
3. In der Evaluation wird das am besten bewertete Format in vier Diskussionsrunden mit Bürger*innen angewendet, um zu testen, wie die Partizipation in der Praxis funktioniert. Zwei Gruppen finden online und zwei vor Ort statt. Die Teilnehmenden diskutieren, ob die Maßnahmen in Deutschland sinnvoll wären.
4. Zum Schluss gibt es eine Auswertung der gesamten Studie, und Forscher*innen und Co-Forscher*innen bewerten den Prozess. Das Projekt dauert insgesamt zwei Jahre.
Förderung:
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projektnummer 575781596) gefördert. Laufzeit: Mai 2026 bis April 2028
Dr. Charlotte Kugler
Stefanie Pfisterer-Heise
Prof. Dr. Michael Hauptmann
Felix G. Rebitschek
Kontakt:
stefanie.heise@mhb-fontane.de