Immatrikulation
Willkommen an der MHB: Mehr als 160 Studierende starten ins Wintersemester
Neuruppin, 02. Oktober 2026
Mehr als 160 neue Studierende sind am Freitag mit einer festlichen Immatrikulationsfeier an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) aufgenommen worden. Bei der Veranstaltung in der Kulturkirche Neuruppin begrüßte MHB-Präsident Prof. Hans-Uwe Simon die neuen Studierenden gemeinsam mit zahlreichen Angehörigen, Gästen und Mitgliedern der Hochschule. Im Mittelpunkt des Nachmittags standen der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, die Besonderheiten des Studiums an der MHB und die Frage, was die Studierenden selbst aus den kommenden Jahren machen können.
„Sie alle haben heute einen wichtigen Schritt vollzogen: Sie beginnen Ihr Studium an der MHB“, sagte Prof. Hans-Uwe Simon zur Begrüßung. Der Weg dorthin sei mit Engagement, Leidenschaft und Ausdauer verbunden gewesen. Für die neuen Studierenden beginne nun eine Zeit, die fachlich fordern und persönlich prägen werde. Zugleich betonte Simon: „Als Präsident kann ich Ihnen versichern: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Ihre neue MHB-Familie wird Sie begleiten und nach Kräften unterstützen.“ 84 Studierende beginnen in diesem Wintersemester ihr Studium im Brandenburgischen Modellstudiengang Medizin. Rund 60 weitere starten in den verschiedenen Studienangeboten der Psychologie, darunter im Bachelorstudiengang Psychologie sowie im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie. Hinzu kommen 13 neue Studierende im Masterstudiengang Versorgungsforschung. Auch die Studierenden, die das hybride Psychologiestudium absolvieren und nicht persönlich an der Feier teilnehmen konnten, wurden ausdrücklich willkommen geheißen und konnten alles per Livestream verfolgen.
Persönlich studieren, Verantwortung übernehmen
Die MHB steht nach den Worten ihres Präsidenten für eine persönliche und familiäre Universität mit kleinen Lerngruppen, engem Austausch mit Lehrenden und einer engen Verbindung von Studium, Forschung und Patientenversorgung. Professorales Mentoring sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote sollen die Studierenden dabei unterstützen, ihr Studium erfolgreich zu absolvieren. „Ein anspruchsvolles Studium darf fordernd sein. Entscheidend ist aber, dass Sie in schwierigen Situationen nicht allein gelassen werden und frühzeitig Unterstützung finden“, sagte Simon. Zugleich verwies er auf die erfolgreiche Entwicklung der Hochschule und aktuelle Meilensteine, darunter die Eröffnung der neuen Universitätszahnklinik in Brandenburg an der Havel und den Erhalt des Promotions- und Habilitationsrechts.
Auch die Verbindung der MHB zu Brandenburg und zur regionalen Gesundheitsversorgung spielte in seiner Rede eine zentrale Rolle. Die Hochschule sei mit dem Anspruch gegründet worden, dem Mangel an Ärzt*innen sowie Psychotherapeut*innen in den ländlichen Regionen Brandenburgs zu begegnen. Viele Absolvent*innen arbeiteten heute in den kooperierenden Kliniken des Landes. „Ihre Verbindung zur MHB endet also nicht mit dem Abschluss. Sie bleiben Teil eines wachsenden Netzwerks“, sagte Simon. Die MHB-Familie wirke über das Studium hinaus und biete Kontakte, Orientierung und Unterstützung – beim Berufseinstieg ebenso wie im weiteren Berufsleben.
"Medizin ist nicht nur Wissen, es ist auch Vertrauen und Haltung"
Dr. Jouleen Gruhn, Vizepräsidentin Landtag Brandenburg, begrüßte ebenfalls die neuen Studierenden. Sie haben sich nach ihren Worten für ein anspruchsvolles Studium, aber gleichzeitig für einen der schönsten Berufe, die es gibt, entschieden. Schließlich ist Dr. Gruhn selbst Ärztin und diesen Weg gegangen. Das Studium brauche Disziplin und Ausdauer und manchmal auch die Fähigkeit, am Wochenende die Nase ins Buch zu stecken, während andere zum See fahren. Das alles lohne sich aber, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, Menschen zu behandeln. "Medizin ist nicht nur Wissen, es ist auch Vertrauen und Haltung. Sie verpflichten sich nicht nur Krankheiten zu behandeln, sondern auch, Menschen in schwierigen Situationen beizustehen - unabhängig von Herkunft oder Rang", sagte Dr. Gruhn. Sie forderte die Studierenden auf, aufrecht und gerade zu bleiben: "Wenn es sich in Ihrem Inneren richtig anfühlt, ist es gut." Und: "Vergessen Sie nicht den Menschen hinter Ihrer Diagnose", so Dr. Gruhn. Sie legte den Erstsemestern zudem ans Herz, sich ins Land Brandenburg und die Menschen zu verlieben und frischen Wind ins Land zu bringen und die Versorgung zu unterstützen.
Das wünschte sich auch Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, in ihrem Grußwort von den Studierenden. Sie studieren in Brandenburg, sie können danach auch woanders hingehen, auch ins Ausland. "Aber es wäre schön, wenn Sie wiederkommen würden", so Dr. Haase. Die neuen Studierenden starten in einer Zeit, in der es große Veränderungen im Gesundheitswesen gibt, um die medizinische Versorgung zu sichern. Die jungen Mediziner*innen und Psycholog*innen hätten nun aber auch die Möglichkeit daran mitzuwirken. "Wir bauen auf Sie", sagte Dr. Haase. Sie hoffe, dass sie die jungen Leute irgendwann als Absolvent*innen bzw. als Ärzt*innen, Psycholog*innen oder Forscher*innen wiederzusehen.
„Versuchen Sie, sich eine gewisse Neugier zu erhalten“
Prof. Joachim Behr, seit diesem Sommer Dekan der Fakultät für Medizin und Psychologie, richtete anschließend den Blick stärker auf die persönliche Entwicklung der Studierenden. Ein Studium solle aus seiner Sicht mehr vermitteln als Wissen und Prüfungsvorbereitung. „Es geht auch darum, selbstständig denken zu lernen, Fragen zu stellen und nicht jede Information für richtig zu halten, nur weil sie irgendwo geschrieben steht. Und es geht darum, Unsicherheit auszuhalten.“
Behr ermutigte die neuen Studierenden deshalb, sich trotz der Anforderungen des Studiums ihre Neugier zu bewahren. Gerade in Medizin und Psychologie gehe es letztlich immer um Menschen, die sich nicht in Lehrbuchantworten oder vorgegebene Kategorien einordnen ließen. „Deshalb mein Rat: Hören Sie Ihren Patientinnen und Patienten zu. Nicht nur, weil das medizinisch oder psychologisch sinnvoll ist, sondern weil Sie dadurch sehr viel über Menschen und über das Leben lernen werden.“
Auch die interprofessionelle Zusammenarbeit und die Möglichkeit, die Hochschule selbst mitzugestalten, hob der neue Dekan hervor. Die Studierenden seien von nun an nicht nur Teil eines Studiengangs, sondern Mitglieder der Fakultät und damit eingeladen, Verantwortung zu übernehmen und sich in Gremien und Hochschulstrukturen einzubringen. „Beteiligen Sie sich an der Gremienarbeit unserer Hochschule, bringen Sie sich ein im Fakultätsrat, im Senat, in den Kommissionen oder Ausschüssen unserer Hochschule“, so Behr. Unterschiedliche Meinungen gehörten dabei ausdrücklich dazu: „Diskutieren Sie. Widersprechen Sie. Fragen Sie nach. Aber bleiben Sie dabei respektvoll.“
Offen für das, was kommt
Mit Blick auf die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz ermutigte Behr die Studierenden zugleich, ihren beruflichen Weg nicht bereits am ersten Studientag vollständig festlegen zu wollen. Niemand könne heute genau wissen, welche Fähigkeiten in zehn oder zwanzig Jahren gefragt sein werden. „Deshalb ist es vielleicht gar nicht so wichtig, heute schon genau zu wissen, wo Sie in zehn oder zwanzig Jahren stehen. Wichtiger ist, dass Sie lernen, sich auf Neues einzustellen, weiterzulernen und die eigene Meinung gelegentlich zu überprüfen.“
Dazu gehöre auch, Neues auszuprobieren, Menschen außerhalb des eigenen Umfelds kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln, deren Nutzen sich vielleicht erst später erschließe. „Sie müssen nicht aus allem einen Vorteil für Ihren späteren Beruf machen. Manches darf einfach interessant sein. Manches darf einfach Freude machen.“
Willkommensgruß an die neuen Erstsemester
Auch aus der Studierendenschaft kam ein persönlicher Willkommensgruß an die neuen Erstsemester. Die Psychologiestudierenden Virginia-Atlanta Pietsch und Maia Witzig ermutigte die neuen MHB-Studierenden, ihr Hochschulleben von Anfang an selbst mitzugestalten: „Traut euch. Macht ne AG auf...ist ziemlich easy. Geht in die Gremien, die euch interessieren. Vernetzt euch miteinander.“ Gerade die Eigeninitiative mache das Studium an der MHB besonders lebendig: „Neue Ideen können hier mit genug Ehrgeiz schnell einen Platz finden. Ihr könnt die Uni mitgestalten und darauf bin ich richtig gespannt.“ Den neuen Masterstudierenden der Klinischen Psychologie und Psychotherapie gaben sie zudem die Erfahrung aus ihrem eigenen Studium mit auf den Weg: „Ihr habt die Ahnung.“ Und auch für die kommenden Jahre hatten sie einen persönlichen Rat: „Seid mutig.“ Ihr eigener Studienstart habe ihnen gezeigt, wie schnell aus einer zunächst neuen Umgebung ein vertrauter Ort werden könne. Heute, kurz vor ihrem nächsten beruflichen Schritt, wollen sie die „Fackel“ des MHB-Studierendenlebens an die neue Generation weiterreichen.
Ein besonderer Nachmittag mit Musik
Musikalisch begleitet wurde die Immatrikulationsfeier vom Berlin Jazz Ensemble. Die Musiker*innen präsentierten unter anderem „Fly Me to the Moon“, „Marvel Comic Hero“, „Psychospiel“, „Medicine, Medicine“ sowie zum Abschluss „Every Heart Belongs to Someone“ und „Indian Summer“. Für die neuen Studierenden hatte Prof. Dr. Johannes Albes, Professor für Herzchirurgie an der MHB, eigens zwei Stücke komponiert. Der Saxofonist, Singer-Songwriter und Künstler konnte krankheitsbedingt selbst nicht an der Feier teilnehmen. Prof. Simon würdigte die Verbindung von Wissenschaft, Medizin und Musik und wünschte ihm eine rasche und vollständige Genesung.
Zum Abschluss wandte sich der Präsident noch einmal direkt an die neuen Studierenden. „Heute beginnt für Sie ein anspruchsvoller Weg“, sagte Simon. Zugleich beginne aber auch etwas Schönes: neue Begegnungen, Freundschaften und gemeinsame Erfahrungen. Seinen Wunsch für den Studienstart fasste er mit einem Zitat Theodor Fontanes zusammen: „Der Anfang ist immer das Entscheidende; hat man’s darin gut getroffen, so muss der Rest mit einer Art innerer Notwendigkeit gelingen.“
„Genau diesen Anfang feiern wir heute gemeinsam mit Ihnen“, sagte Simon.
Im Anschluss an die Feier waren die neuen Studierenden, ihre Familien und Gäste zu einem Stehempfang mit Brezeln und Getränken eingeladen. Gruppenbilder erinnerten an den ersten gemeinsamen Tag an der MHB.
Weitere Fotos folgen.