Forschung
Der Weller-Forschungspreis geht an das IRU – An-Institut der MHB
Baden-Baden, 01. Dezember 2025
Im Rahmen der Unfallmedizinischen Tagung des Landesverbandes Südwest der Berufsgenossenschaften in Baden-Baden wurde dem Institut für Rehabilitations- und Unfallmedizin (IRU), einem An-Institut der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), der Weller-Forschungspreis verliehen. Stellvertretend für alle Mitarbeitenden nahm der Ärztliche Direktor, Dr. Jörg Schmidt, die Auszeichnung entgegen. Der Preis würdigt die wissenschaftliche Arbeit des IRU „Sind die Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU alltagstauglich“. Er bestätigt zudem die Relevanz der Versorgungsforschung in der modernen Unfallmedizin.
Preisgekrönte Forschung am Puls der Praxis
Die Arbeit zeigt, dass die Nachbehandlungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) – die eine rationale und zielorientierte Nachbehandlung anstreben – den realen Heilungsverlauf von Patient*innen in hohem Maße abbilden. Durch den Einsatz des ICUC-Scores („I see, you see“) konnte das IRU nachweisen, dass die Übereinstimmung der Behandlungszeitverläufe mit den Empfehlungen auch einen positiven Verlauf des Heilverfahrens und damit das Patientenergebnis (Outcome) widerspiegelt.
„Das zeigt, dass die Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU in einem hohen Maße den realen Verlauf eines Behandlungsverlaufes darstellen und somit eine Hilfe bei der Erkennung von Abweichungen im Heilverlauf durch Heilungsstörungen sind“, so Dr. Jörg Schmidt, der sich sehr über die Auszeichnung freut.
Die starke Verbindung: IRU und MHB
Als Partner im Zentrum für Versorgungsforschung der MHB leistet das IRU einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Behandlung und Rehabilitation schwer- und schwerstverletzter Menschen. Diese Forschung ist essenziell für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. Darüber hinaus bietet das IRU den CAS-Studiengang Medizinisches Reha-Management an und trägt so zur akademischen Qualifikation von Fachpersonal bei.
Über den Forschungspreis und die FSA
Der Weller-Forschungspreis wurde von der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin (FSA) ins Leben gerufen, um die Weiterentwicklung des Weller-Systems zu fördern. Die FSA betreibt seit 1990 praxisorientierte Forschung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und entwickelt interdisziplinäre Lösungen, die direkt in Betrieben angewendet werden können. So trägt sie maßgeblich dazu bei, Standards der unfallmedizinischen Versorgung wissenschaftlich zu fundieren und fortzuschreiben.
Das Weller-System ist der etablierte Standard zur Heilverfahrenssteuerung in der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Es liefert auf Basis von Datenanalysen und Expertenwissen Behandlungspläne und Prognosen zur Arbeitsfähigkeit. Die Auszeichnung des IRU unterstreicht somit die Bedeutung der Forschung für die Charakterisierung und Verbesserung der unfallmedizinischen Versorgungsstandards. Benannt ist das System nach dem prägenden deutschen Unfallchirurgen Siegfried Weller (1928 bis 2019).