Forschung
Stimme für besseres Hören – MHB-Projekt DIALOG benötigt Unterstützer*innen
Neuruppin, den 07. Juli 2026
Das Institut für Biometrie und Registerforschung an der MHB bewirbt sich bei der HörWerk Innovationscommunity um eine Förderung. Das Besondere: Jede und jeder kann mit einer Bewertung dazu beitragen, dass die Bewerbung erfolgreich ist. Die Bewertungen der Öffentlichkeit fließen in die Entscheidung des Lenkungsausschuss über die Fördermittel ein.
Bei HörWerk treffen Forschung und Praxis aufeinander, um gemeinsam innovative Lösungen für die Hörsystemversorgung zu entwickeln. Durch praxisnahe Projekte werden Anpassprozesse verbessert und Lebensqualität sowie die Zufriedenheit von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen gesteigert.
Das Institut beteiligt sich mit dem Projekt „DIALOG - Datenbasierte Individuelle Anpassung durch Logging zur Optimierung der Hörgeräteversorgung“. Dieses beschäftigt sich mit einer wichtigen Herausforderung. Obwohl die Hörgeräteversorgung in Deutschland insgesamt gut ist, gibt es Probleme: Etwa die Hälfte der Menschen mit Hörverlust trägt keine Hörgeräte. Außerdem nutzt rund ein Viertel der Hörgeräteträger*innen ihre Geräte nicht ausreichend oder hat Schwierigkeiten im Alltag. Genau diese ca. 700.000 Menschen stehen im Mittelpunkt von DIALOG. Moderne Hörgeräte speichern Nutzungsdaten (Data Logging), die Hörakustiker*innen auslesen können. Bisher ist jedoch kaum erforscht, wie diese Daten helfen können, Probleme zu erkennen und die Versorgung zu verbessern.
DIALOG untersucht deshalb, welche Nutzungsdaten verschiedene Hersteller bereitstellen, wie diese Daten bei der Beratung helfen können und wie sie künftig besser genutzt und vereinheitlicht werden können. Dafür werden Nutzungsdaten mit den Antworten aus Fragebögen von Menschen mit altersbedingtem Hörverlust, ihren Angehörigen und Hörakustiker*innen verglichen. So soll gezeigt werden, wie Data Logging die individuelle Hörgeräteversorgung verbessern kann. „Etwa 20 Prozent der Menschen mit Hörgeräten haben trotz ihrer Hörgeräte Schwierigkeiten im Alltag. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für soziale Isolation, Depressionen, Demenz und Stürze. Gemeinsam mit vier Neuruppiner Hörakustik-Betrieben möchten wir Daten von rund 450 Menschen auswerten. So wollen wir besser verstehen, welche Probleme auftreten und wie sich die Hörgeräteversorgung verbessern lässt. Im Mittelpunkt stehen Nutzungsdaten, die moderne Hörgeräte automatisch erfassen“, erklärt Prof. Michael Hauptmann, Leiter des Instituts.
Für die Umsetzung des Projekts benötigt das Team eine Förderung von mehr als 200.000 Euro. Wer DIALOG unterstützen möchte, kann sich auf der HörWerk-Homepage registrieren und anschließend anonym Punkte vergeben. Jede Bewertung erhöht die Chancen auf eine Förderung. Die Abstimmung dauert nur wenige Minuten.
Zur Anmeldung und Abstimmung: https://hoerwerk.org