Nachruf
Mitgründer der MHB: Horst-Michael Arndt im Alter von 75 Jahren verstorben
Neuruppin, 07. April 2026
Horst-Michael Arndt, langjähriger Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken und Mitgründer der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), ist am 4. April 2026 im Alter von 75 Jahren im Ruppiner Hospiz gestorben. Mit ihm verliert Brandenburg eine prägende Persönlichkeit der regionalen Gesundheitsversorgung und einen der Impulsgeber für die akademische Medizin im Land.
Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg führte Arndt die Ruppiner Kliniken, heute Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, mit großem persönlichen Einsatz und strategischem Weitblick. In einer Zeit, in der der Mangel an Ärzt*innen im ländlichen Raum immer deutlicher spürbar wurde, gehörte er zu denjenigen, die nicht nur auf Lösungen warteten, sondern selbst Verantwortung übernahmen. Sein Handeln war von der Überzeugung geprägt, dass medizinische Versorgung und Ausbildung untrennbar miteinander verbunden sind.
Früh erkannte Arndt, dass Brandenburg langfristig nur dann ausreichend medizinischen Nachwuchs gewinnen kann, wenn dieser auch im eigenen Land ausgebildet wird. Gemeinsam mit Mitstreiter*innen aus Kliniken und Politik setzte er sich daher mit Nachdruck für die Gründung der MHB ein. Was zunächst als Idee begann, nahm Anfang der 2010er-Jahre konkrete Formen an. Ein zentrales Treffen im Jahr 2010 in Potsdam markierte dabei einen wichtigen Wendepunkt. Rückblickend sagte Arndt im Jahr 2023 darüber: „Das war aus meiner Sicht der erste Termin, an dem es konkreter wurde“.
Die Herausforderungen jener Zeit waren groß. Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu gewinnen, lasteten schwer auf ihm – eine Verantwortung, die auch von anderen wahrgenommen wurde. „Am Ende der Sitzung in Potsdam waren Herr Arndt und ich alleine. Da hat er mir von seinen großen Sorgen und der großen Last erzählt“, erinnerte sich Konrad Schily später, der die Gründungsphase der MHB begleitet hat.
Mit der Gründung der MHB im Jahr 2014 wurde schließlich ein Meilenstein erreicht, zu dem Arndt, der die Kliniken 2012 verlassen hat, entscheidend beigetragen hat. Sein Einsatz hat dazu geführt, die medizinische Ausbildung im Land nachhaltig zu prägen und die Gesundheitsversorgung in der Region langfristig zu stärken.
Wer mit Horst-Michael Arndt zusammenarbeitete, erlebte einen Menschen, der mit Beharrlichkeit und großem persönlichem Einsatz für seine Überzeugungen einstand. Zugleich war ihm bewusst, dass der Aufbau einer Medizinischen Hochschule nur durch gemeinsames Engagement gelingen kann. „Da waren von Anfang an Leute dabei, die Freude daran hatten, die Hochschule aufzubauen. Man muss aber mit Herzblut an der Sache hängen – auch heute noch“, sagte Horst-Michael Arndt vor drei Jahren, der dabei auch hoffte, dass der Enthusiasmus der Gründerväter und -mütter aus den Anfangsjahren nicht verlorengeht. Im Juli 2024 feierte er gemeinsam mit Studierenden, Wegbegleiter*innen und MHB-Mitarbeitenden das zehnjährige Bestehen der Hochschule.
Mit Horst-Michael Arndt verliert Brandenburg einen Brückenbauer zwischen Versorgung und Ausbildung. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus Bestand haben.