Berufliche Entwicklung
Mit studentischer Forschungsarbeit zur GMA-Jahrestagung nach Dresden
Neuruppin/Dresden, 01. Oktober 2026
Vom 17. bis 19. September 2026 nahmen Giuliano Parnemann und Saeid Sadeghpour an der Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) in Dresden teil. Als Medizinstudenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) stellten sie dort ihre gemeinsame Arbeit zu beruflichen Entwicklungswegen in der akademischen Medizin vor.
Unter dem Motto „Next Generation Teaching – Herausforderungen und Chancen hochwertiger Lehre“ beschäftigte sich die Tagung mit der Zukunft medizinischer Aus-, Weiter- und Fortbildung. Zu den Themen gehörten digitale Lern- und Prüfungsformate, die aktive Beteiligung von Studierenden sowie die Vermittlung von Orientierung und Urteilsvermögen.
Der Auftakt fand am Donnerstag im Deutschen Hygiene-Museum statt; am Freitag und Samstag wurde das Programm an der Technischen Universität Dresden fortgesetzt. Vorträge, Posterpräsentationen, Workshops und Symposien boten Gelegenheit, Forschungsarbeiten und Lehrkonzepte verschiedener Hochschulen kennenzulernen. Der Austausch zwischen Lehrenden, Forschenden und Studierenden ermöglichte es, Erfahrungen aus dem Studienalltag mit Fragen der Ausbildungsforschung zu verbinden. In Dresden trafen die beiden MHB-Studierenden auch Prof. Dr. Stefanie Oess, Professorin für Biochemie sowie Leiterin des MHB-Instituts für Biochemie, und Dr. Jenny Engelmann, akademische Mitarbeiterin am Institut für Biochemie, die ebenfalls eigene Arbeiten auf der Tagung präsentierten.
Am Samstag, 19. September, hielten die Studierenden ihren Vortrag in der Sitzung „Future Skills – Kompetenzen & Rollenbilder“. Ihre Arbeit „Königswege und Umwege – biografische Entwicklungswege und Professional Identity Formation in der akademischen Medizin“ entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Reinsch und der IAG Ausbildungsforschung der MHB.
Ausgangspunkt war eine Beobachtung: Ein akademischer Lebenslauf zeigt meist eine geordnete Abfolge von Studium, Promotion und beruflichen Positionen. Wie dieser Weg tatsächlich entstanden ist, und wie dieser Weg den Menschen hinter der Akademischen Persona prägt, bleibt häufig unsichtbar. Welche Hindernisse gab es? Welche Menschen eröffneten neue Möglichkeiten? Und welche Entscheidungen ergaben sich erst durch unerwartete Ereignisse? Diesen Fragen ging das Forschungsteam anhand bereits vorliegender biografischer Interviews aus der MHB-Veranstaltungsreihe „Lebenswege – wie ich wurde wer ich bin“ nach.
Die qualitative Auswertung macht deutlich, wie die Befragten ihre berufliche Entwicklung rückblickend beschreiben: als Zusammenspiel persönlicher Entscheidungen, sozialer Unterstützung und institutioneller Bedingungen. Dabei werden auch Umwege, Brüche und Zufälle sichtbar. „Für uns als Studierende eröffnet dieser Blick auf die Erfahrungen unserer Dozierenden die Möglichkeit, eigene Vorstellungen von akademischen Berufswegen zu hinterfragen“, so Saeid Sadeghpour.
Mit ihrem Vortrag konnten Giuliano Parnemann und Saeid Sadeghpour die gemeinsame Forschungsarbeit über die MHB hinaus vorstellen und sich als Studierende an der Diskussion um die Professionelle Identitätsbildung in der medizinischen Aus- und Weiterbildung beteiligen.
Die aktive Teilnahme der beiden Nachwuchswissenschaftler der MHB am Kongress wurde aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg ermöglicht.
Den veröffentlichten Abstract lesen:
Parnemann G, Sadeghpour S, Reinsch S. Königswege und Umwege - biografische Entwicklungswege und Professional Identity Formation in der akademischen Medizin. GMA-Jahrestagung 2026; DocV-1906. Veröffentlicht am 4. September 2026, frei zugänglich. https://doi.org/10.3205/26gma100