Veranstaltung
MHB organisiert zwei Klima Puzzle-Workshops - online und in Neuruppin
Neuruppin, 22. April 2026
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – und betrifft uns alle. Der kostenlose Klima Puzzle-Workshop bietet eine einzigartige Gelegenheit, dieses komplexe Thema zu verstehen und aktiv Lösungen zu entwickeln. Am Sonnabend, 25. April, ab 10 Uhr online für alle Studierenden und Mitarbeitenden und am Donnerstag, 30. April, ab 15 Uhr (ABGESAGT!) öffentlich im Neuruppiner Rathaus, organisiert von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), werden Teilnehmende durch das interaktive Konzept in die Lage versetzt, den Klimawandel als ein vernetztes System zu begreifen und konkret zu handeln.
Mit 42 Karten, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Weltklimarats (IPCC) zusammenfassen, ordnen die Teilnehmenden das Klima-Puzzle gemeinsam, um den Klimawandel als ein komplexes, miteinander verbundenes System zu begreifen. Dabei geht es nicht nur um Fakten, sondern auch um Inspiration und konkrete Handlungsansätze. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, die sowohl auf persönlicher als auch organisatorischer Ebene Wirkung entfalten können.
Im Interview sprechen Jan Störkel, Moderator von Workshops zu Klimabildung und Kreislaufwirtschaft, Lars Alliolo-Näcke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dekanats der MHB, und Hannah Leichsenring, Mitarbeiterin des Promotionsbüros der MHB und Expertin für Nachhaltigkeit, über die Hintergründe des Workshops und warum er so effektiv ist.
Das Klima Puzzle ist ein interaktiver Workshop, der auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarats basiert. Was können die Teilnehmer*innen von diesem Workshop erwarten und wie hilft er dabei, das Thema Klimawandel besser zu verstehen?
Jan Störkel: Der Workshop vermittelt aber nicht nur Wissen. Die Teilnehmenden tauschen sich untereinander aus und versuchen, erste Handlungsmöglichkeiten greifbar zu machen. Dabei schauen wir sowohl auf die persönliche als auch die organisationale Relevanz. Kurz gesagt: Genau das brauchen wir im Kampf gegen die Klimakrise, nicht nur Information, sondern Inspiration und Gemeinschaft.
Im Workshop arbeiten alle zusammen und ordnen Karten in eine Reihenfolge, um den Klimawandel als komplexes, miteinander verbundenes System zu erkennen. Was denken Sie, warum ist dieser spielerische Ansatz hilfreicher, um den Klimawandel zu begreifen, als frontale Wissensvermittlung?
Jan Störkel: Der spielerische, partizipative Ansatz des Klima Puzzles ist aus mehreren Gründen besonders wirksam: Um sich Inhalte nachhaltig einzuprägen, braucht es Aktivität, also diskutieren, ordnen, hinterfragen. Das schafft Frontalunterricht nicht. Der Workshop fördert systemisches Denken, was wir dringend brauchen, da isolierte Maßnahmen hier und da nicht ausreichen. Der Workshop schafft einen geschützten Raum, in dem auch Ängste, Fragen und Hoffnungen Platz haben. Diese emotionale Komponente ist entscheidend, um Blockaden zu lösen und Motivation zur Veränderung zu wecken. Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe und durch Gemeinschaft stärken wir die eigene Selbstwirksamkeit und fördern konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Der Workshop ist Teil des Studium Fundamentale-Programms der MHB, das sich auch mit der Frage beschäftigt, wie wir mit Umweltveränderungen und Krisen umgehen können. Was versteht man unter „Futures Literacy“ und warum ist es wichtig, diese Fähigkeit zu entwickeln, um auf den Klimawandel vorbereitet zu sein?
Lars Allio-Näcke: Futures Literacy hilft uns, die Zukunft nicht als feste Größe zu sehen, sondern als einen Bereich, den wir aktiv gestalten können. Indem wir verstehen, wie zukünftige Szenarien entstehen, können wir unsere Handlungen diversifizieren und flexibel auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren. Erinnerst du dich noch, als in den 1980er-Jahren alle vom Waldsterben durch sauren Regen sprachen? Was hat man getan? Man hat sich auf die Reduzierung des Ausstoßes von Schwefeldioxid konzentriert, statt auch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das hat zwar generell schon zur Verbesserung der Klimapolitik beigetragen, saurer Regen allein war aber nicht die Ursache. Im Moment sterben die Bäume, weil wir zu warme Winter haben und die Larven des Borkenkäfers nicht mehr durch den Frost absterben. Die Zukunft vorherzusagen ist also komplexer, als dass es eine Ursache-Wirkungs-Prinzip gibt. Deshalb müssen wir uns auf Zukünfte und nicht auf eine Zukunft vorbereiten. Denn die eine, die wir heute denken, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit so nicht eintreffen. Deshalb ist es wichtig, Futures Literacy zu entwickeln.
Ein zentraler Bestandteil des Workshops ist die Frage, wie wir Städte besser vor der Hitze schützen können. Warum ist dieses Thema im Zusammenhang mit dem Klimawandel so wichtig, und welche konkreten Lösungen wird der Workshop den Teilnehmer*innen bieten, um damit umzugehen?
Hannah Leichsenring: Wir haben die Frage deshalb in den Mittelpunkt gerückt, weil die Stadt Neuruppin sich seit vergangenem Jahr mit der Frage beschäftigt, wie sie den Hitzeschutz verbessern kann. Auslöser war tatsächlich eine studentische Veranstaltung im Sommersemester 2025: Da hatten sich Medizinstudierende aus dem 3. Semester im Rahmen des Kurses „Grundlagen ärztlichen Denkens und Handels“ mit der Frage von menschengemachten Umweltveränderungen beschäftigt und die Ergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Vertreter*innen der Stadt Neuruppin haben die dafür produzierten Flyer und Zusammenfassungen gleich mitgenommen und in die eigene Arbeit einfließen lassen.
- Hier geht es zur Anmeldung für Sonnabend, 25. April, ab 10 Uhr oline für MHB-Studierende und Mitarbeitende.
- Hier geht es zur Anmeldung für die öffentliche Veranstaltung am Donnerstag, 30. April, ab 15 Uhr im Neuruppiner Rathaus.