Wettbewerb
MHB-Nachwuchsforscherin von DGKJ für Vortrag ausgezeichnet
Neuruppin, 09. April 2026
Erfolg für die Nachwuchsforscherin Josephine Stark von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB): Bei der pädiatrischen Forschungstagung „DGKJ-Netzwerk: Forschung“ unter dem Motto „Forschen für die Kindergesundheit: Wissen vernet-zen, Gesundheit gestalten“ der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) vom 5. bis 7. März 2026 in Frankfurt/Main wurde ihr Forschungsbeitrag mit dem zweiten Platz des Abstractpreises ausgezeichnet. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.
Die Studentin erhielt die Auszeichnung für die Präsentation ihrer Forschung, die im Rahmen der Arbeitsgruppe Medizin und Gesellschaft entstand. „Die Jury hat neben dem fachlich inte-ressanten Vortrag vor allem den Präsentationsstil hervorgehoben, in dem sich die Begeisterung für das Forschungsprojekt gezeigt hat“, erläutert Dr. med. Stefan Reinsch, Leiter der Arbeits-gruppe und Betreuer des Promotionsprojektes am Zentrum für Studiengangsentwicklung, Aus- und Weiterbildungsforschung Brandenburg (ZSAW-BB) der MHB in Neuruppin.
An der Fortbildung nahmen rund 50 Nachwuchswissenschaftler*innen aus der Kinder- und Jugendmedizin teil. Voraussetzung war die Einreichung eines wissenschaftlichen Abstracts. Neben den Präsentationen der Projekte beinhaltete das Programm Impulsvorträgen zur Bedeu-tung pädiatrischer Forschung und zu deren Finanzierungsmöglichkeiten sowie Workshops, in denen wissenschaftliche Methoden vertieft und Projekte diskutiert wurden. Zudem hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Präsentationskompetenzen in einem Workshop mit Prof. Kühnen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin weiterzuentwickeln.
Neben der wissenschaftlichen Qualität der Arbeit würdigte die Jury auch die Präsentation des Forschungsprojekts. „Das Feedback freut uns sehr und zeigt, dass wir mit der Integration des Wissenschaftspraktikums im BMM (Brandenburger Modellstudiengang Medizin) die richtigen Weichen gestellt haben“, erklärt Prof. Stefanie Oess, Professorin für Biochemie der MHB. „Als Abschluss des Wissenschaftspraktikums, aus dem auch dieses Projekt hervorgegangen ist, präsentieren unsere Studierenden ihre Forschungsarbeiten auf einem Posterkongress. Dadurch erhalten sie frühzeitig die Möglichkeit, wissenschaftliche Ergebnisse vorzustellen und sich auf zukünftige Kongressauftritte vorzubereiten.“
„Die Auszeichnung sehen wir daher auch als Bestätigung für die erfolgreiche Integration wis-senschaftlichen Arbeitens in das humanmedizinische Curriculum an der MHB“, ergänzt Prof. Olaf Ahlers, Leiter des Instituts für Gesundheitswissenschaftliche Ausbildungsforschung sowie Co-Leiter des ZSAW-BB. „Neben unserem modernen Ansatz der praxisnahen medizini-schen Ausbildung im BMM möchten wir insbesondere auch den Erwerb der im Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin definierten wissenschaftlichen Kompetenzen fördern.“
Forschung zur Familienplanung bei Menschen mit Mukoviszidose
Das prämierte Forschungsprojekt mit dem Titel „Der Einfluss gelebter Erfahrungen auf die reproduktive Entscheidungsfindung von Menschen mit Mukoviszidose“ untersucht, wie Be-troffene von Mukoviszidose ihre Familienplanung gestalten und welche persönlichen Le-benserfahrungen dabei eine Rolle spielen.
„Hintergrund ist, dass sich durch medizinische Fortschritte – insbesondere durch die Einfüh-rung sogenannter Modulator-Therapien – die Lebensperspektiven vieler Menschen mit Muko-viszidose in den vergangenen Jahren deutlich verbessert haben. Entsprechend ist auch die Zahl der Schwangerschaften gestiegen. Dadurch wird deutlich, wie aktuell die Herausforderungen für Menschen mit Mukoviszidose sind, die heute reproduktive Entscheidungen treffen müs-sen“, erklärt Promotionsstudentin Josephine Stark, die sich derzeit im Praktischen Jahr ihres Studiums befindet.
Im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie wurden Menschen mit Mukoviszidose sowie Mitglieder von Behandlungsteams zu ihren Erfahrungen und Perspektiven befragt. Ziel der Studie ist es, besser zu verstehen, welche Faktoren die reproduktive Entscheidungsfindung beeinflussen und welche Unterstützungsbedarfe Betroffene im Austausch mit ihren Behandlungsteams sehen.