Gesundheitsversorgung
MHB eröffnet feierlich erste Universitätszahnklinik Brandenburgs
Brandenburg an der Havel, 28. August 2026
Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) feiert die Eröffnung der ersten Universitätsklinik für Zahnmedizin des Landes Brandenburg. Mit mehr als 200 geladenen Gästen – darunter Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow, der Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel, Daniel Keip, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, den Zahnärztekammern und der Wissenschaft – wurde die neue Einrichtung im historischen Rahmen des ehemaligen Straßenbahndepots und E-Werks jetzt offiziell ihrer neuen Bestimmung übergeben.
Staatssekretär Tobias Dünow würdigte die Eröffnung in seinem Grußwort als bedeutenden Schritt für den Wissenschafts- und Gesundheitsstandort: „Die MHB bildet seit mehr als zehn Jahren praxisnah medizinisches und psychologisches Fachperso-nal aus – und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer modernen und regional veranker-ten Gesundheitsversorgung in Brandenburg. Die Eröffnung der ersten Universitätsklinik für Zahnme-dizin ist ein weiterer wichtiger Meilenstein: Aus einem historisch eindrucksvollen, aber baufälligen Gebäude ist ein hochmoderner Ort für Patientinnen und Patienten, Studierende, Forschung und Lehre entstanden. Vielen Dank an alle, die die die beeindruckende Erfolgsgeschichte der MBH auch unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen möglich gemacht haben.“
In einer anschließenden Talkrunde beleuchteten MHB-Präsident Prof. Hans-Uwe Simon, Klinikdirektor Prof. Gerhard Schmalz, Julia Jockusch, Professorin für Zahnärztliche Prothetik und Seniorenzahnmedizin, Oberbürgermeister Daniel Keip, die Fachschaftsvorsitzende Judith Steinhardt und die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, Dr. Romy Ermler, die vielfältigen Chancen der neuen Einrichtung. Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich bei Führungen selbst ein Bild von den hochmodernen Behandlungsräumen zu machen.
Die neue Universitätszahnklinik verbindet Krankenversorgung, universitäre Lehre und Forschung unter einem Dach. Ansässig im denkmalgeschützten ehemaligen Elektrizitätswerk, stehen am Ende des Ausbaus 40 vollständig digital ausgestattete Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Klinik bündelt die universitäre Zahnmedizin in zwei Hauptbereichen: der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie sowie der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Seniorenzahnmedizin.
In seiner Begrüßungsrede betonte MHB-Präsident Prof. Hans-Uwe Simon die besondere Bedeutung dieses Tages für die Hochschule, die Stadt und das gesamte Land Brandenburg. Mit der Eröffnung der ersten Zahnklinik des Landes knüpfe die MHB an ihren Gründungsauftrag vor gut zehn Jahren an, als man sich bewusst dafür entschieden habe, eigene Wege in der medizinischen und psychologischen Ausbildung zu gehen. Gemäß dem Gründungsmotto von Theodor Fontane, dass der Erfolg am Mute hänge, stelle die neue Einrichtung den nächsten logischen Schritt dar, um die gesamte medizinische Versorgungskette in Brandenburg durch eigene Ausbildungswege nachhaltig zu stärken.
MHB-Kanzler Dr. Gerrit Fleige hob in seiner Ansprache die strategischen Vorteile des Standorts Brandenburg an der Havel hervor, wo der 2024 gestartete Brandenburgische Modellstudiengang Zahnmedizin auf ideale Bedingungen treffe. Dieser praxisnahe Studiengang verzichte auf die klassische Trennung zwischen Vorklinik und Klinik und setze stattdessen auf ein integriertes Lernen ab dem ersten Tag sowie ein mehrstufiges, NC-freies Auswahlverfahren, das Persönlichkeit und praktische Vorerfahrungen in den Vordergrund stelle.
Zudem erläuterte der Kanzler, dass die digital vernetzte Klinik mit KI-gestützter Diagnostik ein entscheidendes Instrument gegen den drohenden Zahnärztemangel im ländlichen Raum darstelle. Die Eröffnung reihe sich ein in eine Serie mutiger Strukturentscheidungen für Brandenburg, die zeigen, dass akademische Ausbildung gezielt dort verankert werden müsse, wo sie den größten Nutzen für die Region stifte.
„Die neue Universitätsklinik für Zahnmedizin ist mehr als ein weiterer Baustein unserer Hochschule. Sie ist Ausdruck eines klaren Anspruchs: Wir wollen medizinische Exzellenz mit regionaler Verantwortung verbinden, wir wollen Versorgungslücken schließen und wir wollen jungen Menschen eine Ausbildung bieten, die sie befähigt, die Zukunft unseres Gesundheitswesens mitzugestalten“, fasste Dr. Gerrit Fleige den Kern des Projektes zusammen.
Für die infrastrukturelle Ausstattung der Universitätsklinik sind bis 2027 Investitionen von knapp fünf Millionen Euro vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausrüstung der Behandlungsbereiche, der Simulationstechnik und der IT-Infrastruktur. Der historische Industriebau des ehemaligen Elektrizitätswerks aus dem Jahr 1901 wurde seit Ende 2022 gemeinsam mit dem Bauherrn Florian Grotmann entwickelt und durch den Gründungsprofessor Hans-Günter Schaller geplant. Nach dem Mietvertragsabschluss im Februar 2024 konnten die Bauarbeiten im Sommer 2026 erfolgreich abgeschlossen werden. Im Anschluss plant der Bauherr die Sanierung des benachbarten Kesselhauses sowie die Neugestaltung des Außengeländes.
Durch das feierliche Programm führte die Moderatorin Carla Kniestedt, während das Berlin Jazz Ensemble den musikalischen Rahmen gestaltete.
Wer das neu gestaltete historische Gebäude und die Räume der Universitätsklinik selbst kennenlernen möchte, hat dazu am 13. September Gelegenheit: Im Rahmen des bundesweiten Tags des offenen Denkmals lädt die Klinik in der Bauhofstraße 2-4 von 10 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.
Pressekontakt
Dr. Eric Alexander Hoffmann
Leiter Strategische Kommunikation und Hochschulsprecher
E-Mail: eric.hoffmann@mhb-fontane.de
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