Parlamentarischer Abend
Medizin zum Anfassen und Verantwortung für das Land: Die MHB zu Gast im Landtag
Potsdam, 27. Februar 2026
Beim Parlamentarischen Abend im Brandenburgischen Landtag in Potsdam wurde deutlich, wofür die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) steht: für Nähe, Dialog und gelebte Verantwortung für das Land. An verschiedenen Thementischen – unter anderem zu Versorgung, Zahnmedizin, Wissenschaft und Forschung sowie Alumni – kamen Abgeordnete nach ihrer Sitzung am 25. Februar mit Professori*nnen, Mitarbeitenden und Studierenden ins Gespräch. Wer an diesem Abend dabei war, konnte die MHB nicht nur in Zahlen und Konzeptpapieren kennenlernen. Das Skills Lab lud dazu ein, selbst Hand anzulegen: an der Simulationspuppe, am Ablauf, an den Handgriffen, die später in der Realität über Ruhe, Tempo und Sicherheit entscheiden. Lernen mit Kopf – und mit Händen. Lernen nah am Menschen.
Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke fand eindringliche Worte für die aktuelle Situation. „Und gerade deshalb trifft mich, was mich in den letzten Wochen erreicht. Ich erhalte eine Serie von Zuschriften. Keine Kampagnenmails. Keine Formbriefe. Sondern persönliche, dichte, sehr konkrete Nachrichten von Studierenden.“ Der Kern sei immer derselbe: „Ist unser Studiengang sicher?“ „Kann ich mein Studium hier zu Ende führen?“ „Was bedeutet das für unsere Zukunft?“ Sie machte deutlich, wie belastend diese Unsicherheit für angehende Mediziner*innen und Zahnmediziner*innen ist – gerade in einer intensiven Ausbildungsphase, die ohnehin von hoher Verantwortung geprägt ist.
Diese Unsicherheit hat strukturelle Gründe. Im Rahmen der Haushaltsplanung 2025/2026 war zunächst vorgesehen, die Landesmittel für die MHB um jährlich 1,6 Millionen Euro zu reduzieren – von 6,6 Millionen auf 5 Millionen Euro. Nach parlamentarischer Beratung wurde die Förderung für 2025 wieder auf 6,6 Millionen Euro angehoben; für 2026 sind derzeit 6 Millionen Euro vorgesehen. Das zeigt: Im Parlament gibt es ein klares Bewusstsein für die Bedeutung der MHB. Zugleich bleibt die Herausforderung einer verlässlichen, dauerhaften Finanzierung bestehen. Denn die MHB erhält keine institutionelle Grundfinanzierung, sondern projekt- und zweckgebundene Mittel. Eine Hochschule jedoch braucht Kontinuität – für Personal, Labore, Studienplätze und Forschung. Wer Qualität will, muss Stabilität sichern.
Wie sehr sich das Engagement der Hochschule für Brandenburg auszahlt, unterstrich MHB-Präsident Prof. Hans-Uwe Simon in seiner Begrüßungsrede: „Besonders in der Medizin werden wir oft nach konkreten Zahlen gefragt. Verlässliche Daten sind nicht immer einfach zu ermitteln, da unsere Absolvent*innen nicht verpflichtet sind, uns ihren weiteren Werdegang mitzuteilen. Über von kooperierenden Kliniken vergebene Stipendien können wir dies zumindest teilweise nachvollziehen - unabhängig davon bleiben auch ohne Stipendium Studierende in Brandenburg. Aktuell wissen wir von 122 Medizinstudierenden, die im Land zur Sicherung und Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen; das entspricht rund 60 Prozent aller bisherigen Absolventinnen. Bei aller Vorsicht können wir festhalten: Der bei der Gründung der MHB erhoffte Klebeeffekt hat sich tatsächlich eingestellt.“
Im Anschluss gratulierte Hans-Uwe Simon der Wissenschaftsministerin Manja Schüle zu ihrer besonderen Auszeichnung. Sie war kürzlich von den Mitgliedern des Deutscher Hochschulverband (DHV) im Rahmen der aktuellen bundesweiten Umfrage erstmals auf Platz 1 gewählt und damit zur Wissenschaftsministerin des Jahres gekürt worden.
Auch Gesundheitsministerin Britta Müller setzte ein starkes Zeichen. Ende 2025 besuchte sie die MHB nach vielen Jahren erneut. Gemeinsam mit OPR-Landrat Ralf Reinhardt brachte sie am Geburtssimulator ein Kind zur Welt – ein anschauliches Beispiel für die praxisnahe Ausbildung. „Ich war ja 2014 bis 2019 hier bereits Abgeordnete des brandenburgischen Landtags und wissenschaftliche Sprecherin und dann gesundheitspolitische Sprecherin und in der Zeit ist die MHB entstanden. Als ich sie jetzt wieder besucht habe, konnte ich mir ein Bild von machen, was in den letzten Jahren passiert ist. Großartiges passiert für das Land. Sie haben eine Institution geschaffen und dass ich sag mal trotz der übersichtlichen Förderung des Landes.“
Und weiter: „Ich kann nur sagen, also bei dem, was ich gesehen habe, arbeiten Sie weiter so. Das Land steht an Ihrer Seite und unterstützt Sie. Wir brauchen die Ärztinnen und Ärzte hier im Land. Wir brauchen Sie an den Standorten. Ich habe auch Kliniken hier gesehen, ob es in Rüdersdorf ist, in Bernau. Ich habe aber auch Absolventen im ambulanten Bereich von niedergelassenen Ärzten getroffen, die dort waren. Also auch die Vielfalt. Sie werden gebraucht.“ Im Anschluss an ihren letzten Besuch stellte sie dem Skills Lab zudem 50.000 Euro aus Lotto-Mitteln zur Verfügung.
Der Parlamentarische Abend machte eindrucksvoll sichtbar, was die MHB für Brandenburg leistet: Sie bildet dringend benötigte Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Zahnärztinnen aus, sie forscht, sie ist regional verankert – und sie wirkt. Der direkte Austausch, das praktische Erleben im Skills Lab und die offenen Gespräche zeigten: Die MHB ist längst ein unverzichtbarer Bestandteil der brandenburgischen Hochschul- und Versorgungslandschaft.