Würdigung
Meckel-Preis für MHB-Anatomieprofessor Andreas Winkelmann
Halle, den 09. Juli 2026
Prof. Dr. Andreas Winkelmann, Professor für Anatomie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) und Leiter des Instituts für Anatomie, ist mit dem Meckel-Preis des Fördervereins Meckelsche Sammlungen ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung werden seine wissenschaftlichen Verdienste um die Erforschung und Erhaltung medizinischer Sammlungen gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurden seine Arbeiten zur Geschichte und Ethik der Anatomie, zur Provenienzforschung an Human Remains aus der NS- und Kolonialzeit sowie sein langjähriges Engagement für das Präparieren menschlicher Leichname als unverzichtbaren Bestandteil der anatomischen Lehre.
„Die Meckelschen Sammlungen in Halle sind eine der historisch bedeutendsten anatomischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum, begründet von einer Art Anatomen-Dynastie von drei Anatomen namens Meckel. Einer dieser drei, Philipp Friedrich Theodor Meckel, hat sogar verfügt, dass sein eigenes Skelett nach seinem Tod in der Sammlung aufgestellt wird. Seit 1803 steht es dort in einem eigenen Schrank. Ich fühle mich sehr geehrt, dass der Förderverein meine langjährigen Forschungen zu anatomischen Sammlungen würdigt", so Prof. Winkelmann. Anlässlich der Preisverleihung hielt Prof. Winkelmann am 3. Juli im Rahmen der Hallenser „Langen Nacht der Wissenschaften“ einen Vortrag mit dem Titel „Anatomen auf dem Seziertisch – Wer war der erste ‚Körperspender‘?“.
Derzeit leitet Prof. Winkelmann ein vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste für zwei Jahre gefördertes Forschungsprojekt zur Herkunft von Human Remains der Sámi in deutschen Sammlungen. Das Projekt untersucht die Entstehung entsprechender Sammlungsbestände vor dem Hintergrund des kolonialzeitlichen Interesses an menschlichen Überresten und leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Aufarbeitung ihrer Provenienz.
Der Meckel-Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Beiträge zur anatomischen Forschung sowie zur Geschichte anatomischer Sammlungen aus. Darüber hinaus werden besondere Leistungen für die Erhaltung und Pflege historisch gewachsener anatomischer und naturwissenschaftlicher Sammlungen gewürdigt.
Die Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zählen mit rund 8.000 medizinischen und zoologischen Exponaten zu den bedeutendsten anatomisch-pathologischen Sammlungen Europas. Ihre Bestände reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück und gehören seit 2015 zu den „National wertvollen Kulturgütern Deutschlands“.