Austausch
„Dean‘s talk“: Besuch aus Kenia bei der Ringvorlesung „Wann ist weniger mehr Medizin?“
Brandenburg an der Havel, 04. Mai 2026
Weltweit stehen Universitätskliniken zunehmend unter Druck: Steigende Anforderungen an Forschung, Lehre und Krankenversorgung treffen auf knapper werdende personelle und materielle Ressourcen. Im Rahmen der MHB-Ringvorlesung „Wann ist weniger mehr Medizin?“ folgte Prof. Dr. Daniel Ojuka, Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Nairobi (Kenia) am Donnerstag, 23. April 2026, der Einladung von Prof. Dr. Konrad Schmidt, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB). Der Besuch fand im Rahmen des Austauchprogramms Berlin-Nairobi Global HEART zwischen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Berlin School of Public Health (BSPH) mit der University of Nairobi (UoN) statt.
Am Campus Brandenburg an der Havel erhielt die Delegation Einblicke in die Forschungsinfrastruktur der MHB. Die Gäste hatten außerdem die Gelegenheit, sich über den Klinikalltag am Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel (UKB) zu informieren, unter anderem bei einem Besuch des Fachbereichs Gynäkologie und Geburtshilfe mit Chefärztin Prof. Dr. Svetlana Tchaikovski sowie im Austausch mit dem Ärztlichen Direktor des UKB, Prof. Dr. Roland Becker.
Höhepunkt des Besuchs war die abschließende gemeinsame Podiumsdiskussion mit der Dekanin Prof. Dr. Christine Holmberg und dem Prodekan für Studium und Lehre, Prof. Dr. Thomas Stamm, zum Thema „How to succeed in Global University Medicine with limited ressources?“ im Hochschulgebäude der MHB am Brandenburger Nicolaiplatz, moderiert durch Cyrus Kimanthi von der Universität Nairobi und Stefanie Niewiem vom Global Health Programm der Charité.
Diskutiert wurde insbesondere das Potenzial von knappen Ressourcen als Katalysator für Innovation und Interdisziplinarität. Durch schnelle, „translationale“ Übertragung von Forschungsergebnissen in die Klinik könnten die verbleibenden Ressourcen jenseits von Über- oder Unterversorgung genutzt werden - als „smarte“ Medizin. Zudem wurden community-basierte Versorgungskonzepte aus Kenia, deren mögliche Übertragbarkeit auf den deutschen Kontext und das in Kenia verbreitete Konzept des task-shiftings diskutiert, das neue Versorgungsansätze ermöglicht, zugleich aber qualitative Herausforderungen mit sich bringt. Als konkretes Ergebnis des Besuchs wurde ein Kooperationsprojekt mit kenianischen Medizinstudierenden geplant.
Kontakt und weitere Informationen:
Institut für Allgemeinmedizin der MHB
Prof. Dr. Konrad Schmidt
E-Mail: konrad.schmidt@mhb-fontane.de