Wege zu besserer Versorgung

Neuruppin, 12.10.2020

Am vergangenen Freitag veranstalteten das Zentrum für Versorgungsforschung (ZVF-BB) der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) und der Profilbereich II für Versorgungsforschung mit Schwerpunkt eHealth der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg (FGW) den zweiten Kongress für Versorgungsforschung Brandenburg, der in diesem Jahr coronabedingt im digitalen Format ausgerichtet wurde. Es nahmen etwa 40 Interessierte teil, vorrangig aus dem klinischen und wissenschaftlichen Bereich.

Zwei Keynotes führten zu Beginn in das Thema „Versorgung in ländlichen Gebieten“ ein: Lena Ansmann, Professorin für Organisationsbezogene Versorgungsforschung an der Universität Oldenburg, machte in ihrem Vortrag mit dem Titel „Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt?! Eine Frage der Organisation“ deutlich, dass eine Analyse und Anpassung der vorhandenen Prozesse, Abläufe und Strukturen im Gesundheitswesen an die Bedarfe der Patient*innen die Versorgung verbessern können.

Professor Neeltje van den Berg vom Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie & Community Health der Universität Greifswald, zeigte in ihrem Vortrag zum Thema „Welche Rolle kann eHealth bei der Sicherstellung der Versorgung in ländlichen Regionen spielen?“ anhand eines Beispiels aus Mecklenburg-Vorpommern, wie die gemeinsame Nutzung und Speisung einer Datenplattform den Informationsfluss zwischen Versorger*innen vereinfachen und erleichtern und so zu einer Verbesserung der Patient*innenversorgung führen kann, insbesondere in ländlichen Gebieten mit einem hohen Anteil älterer Bürger*innen.

Im Anschluss vermittelten Kurzpräsentationen zu insgesamt 23 aktuellen Forschungsprojekten in den Themenbereichen „Versorgungsforschung mit Schwerpunkt eHealth“, „Rehabilitationsmedizin“, „Covid-19-Pandemie", „komplexe Interventionen und Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem“ und „Partizipation & Patient*innenbeteiligung“ einen Überblick zum Stand der Versorgungsforschung im Land Brandenburg.

In der abschließenden Diskussion wurden zentrale Punkte und Ideen zur Weiterentwicklung der Versorgungsforschung im Land Brandenburg zusammengetragen. Unter anderem wurde betont, dass die weitere Vernetzung unter Beteiligung aller relevanten Akteure in der Versorgung unabdingbar ist, von den Bürgern*innen und Versorger*innen über die Politik bis hin zur Wissenschaft, um Versorgung und Versorgungsforschung im Land voranzubringen. In Bezug auf die Weiterentwicklung digitaler Lösungen für die Versorgung im Flächenland wurde festgestellt, dass bereits einige eHealth-Ansätze getestet werden, dass jedoch die Entwicklung einer Kultur digitaler Versorgungsstrukturen notwendig ist, die noch stärker als bislang gesundheits- und patientenrelevante Outcomes in den Mittelpunkt stellt.

„Das war ein rundum gelungener Kongress mit hervorragenden Referent*innen“, freut sich Prof. Edmund Neugebauer, Präsident der MHB und einer der Organisatoren des digitalen Kongresses. „Die Versorgungsprobleme im Land Brandenburg sind einmal mehr deutlich geworden, jetzt muss gehandelt werden“, fordert Neugebauer und schlägt die Einrichtung eines runden Tisches u.a. mit dem Wissenschaftsministerium, dem Gesundheitsministerium und dem Landesamt für Gesundheit vor, um die Probleme gemeinsam anzugehen.

Zurück