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Thoraxchirurg der MHB erhält renommierte Auszeichnung

Neuruppin/Amsterdam, 18.06.2017

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Jungraithmayr, Professor für Thoraxchirurgie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, hat auf dem 52. Kongress der European Society of Surgical Research (ESSR) in Amsterdam den renommierten Walter Brendel Award für den besten wissenschaftlichen Vortrag erhalten. Der Titel seines englischsprachigen Vortrags, in dem es um die uneingeschränkte Annahme einer fremden transplantierten Lunge durch den Empfänger - die sogenannte Toleranzentwicklung - ging, lautet : "Induction of persistent tolerance to lung transplants by IL-2 complex-stimulated regulatory T cells in vivo".

„In dem von uns im Jahr 2009 erstmals entwickelten Mausmodell der einseitigen Lungentransplantation konnten wir nachweisen, dass Interleukin-2-Komplexe zur Entstehung von Transplantschützenden, sogenannten regulatorischen T Lymphozyten führte, so dass das Lungentransplantat in der Folge wirksam und nachhaltig vor einer Abstoßung durch den Empfängerkörper geschützt wurde. Das bedeutet, dass die transplantierte Lunge vom Immunsystem des Empfängers nicht mehr als fremd erkannt und somit "toleriert" wird, der Empfängerorganismus verhält sich zu dem transplantierten Organ, als wenn es sein eigenes geworden wäre. Diesen Zusammenhang haben wir in unserer Studie nun für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten demonstriert“, erklärt Prof. Jungraithmayr den Ansatz seines jetzt ausgezeichneten Vortrags.

Sollten sich diese Ergebnisse auch in weiteren Studien bestätigen, hätte das für lungentransplantierte Patienten eine Reihe positiver Konsequenzen: „Der Patient müsste keine immunschwächenden Medikamente mehr einnehmen, welche ja die Immunabwehr erheblich einschränken und in der Folge zu schweren Infektionen und sogar Tumoren nebst zahlreichen anderen schweren Nebenwirkungen führen können. Dies würde nicht nur eine Verhinderung dieser schweren Folgewirkungen und Folgeerscheinungen, sondern auch eine dramatische oder sogar vollständige Wiederherstellung der Lebensqualität des Patienten bedeuten“, erläutert Prof. Jungraithmayr mögliche Auswirkungen seiner Forschungen, für die er jetzt mit dem Walter Brendel Award ausgezeichnet wurde.

"Die Verleihung dieses Preises hat für mich und meine Forschungsgruppe eine ganz besondere Bedeutung, da die European Society of Surgical Research wie kaum eine andere Gesellschaft Multidisziplinarität, Internationalität und die wunderbare Verbindung von Wissenschaft und Chirurgie fördert, stimuliert und bereichert. Ich bin begeistert und überzeugt von dem Konzept der Gesellschaft und werde diesen Spirit in mein Team, klinisch wie wissenschaftlich, weitertragen", sagt Prof. Jungraithmayr, der seit dem 01. Juni 2017 als Professor für Thoraxchirurgie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg tätig ist.

Der seit 1966 verliehene Walter Brendel Award gehört zu den renommiertesten und prestigereichsten medizinischen Preisen in der europäischen Kongresslandschaft. Er repräsentiert wie kaum ein anderer die Verbindung von chirurgischer Praxis mit chirurgischer Wissenschaft. Walter Brendel war ein Pionier auf dem Gebiet der experimentellen Chirurgie und gehörte 1966 zu den Mitbegründern der ESSR-Gesellschaft und des Kongresses, der seitdem einmal jährlich stattfindet.

Das Vergabeverfahren sieht vor, dass vom ESSR-Komitee die sechs besten Kongressbeiträge in die Walter Brendel Award Sitzung des Kongresses gewählt werden. Aus diesen sechs ausgewählten Vorträgen wird anschließend der Gewinner bestimmt. Die Auswahlkriterien dabei sind 1. Der wissenschaftliche Gehalt und Wert, 2. die Fähigkeit, die Forschungsergebnisse allen chirurgischen Disziplinen plausibel und verständlich darzulegen und 3. der Vortragsstil. Der Preisträger hat anschließend auch die Ehre, den Vortrag an den Schwester-Gesellschaften in den USA, UK oder in Südafrika zu präsentieren.

Prof. Dr. Dr. Jungraithmayr (1. v.l.) bei der Entgegennahme der Auszeichnung in Amsterdam

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