Aktuelles „Ruhig ein wenig sto

„Ruhig ein wenig stolz sein.“

Neuruppin/Brandenburg an der Havel, 05. Februar 2018

Christian Blei belegt 1. Platz bei Posterpräsentation. Medizinstudent überzeugte Gutachter mit einem Poster zu der Frage „Reduziert der nahtfreie Aortenklappenersatz die perioperative Belastung gegenüber dem konventionellen Aortenklappenersatz?“ Insgesamt hatten 46 Medizinstudierende der MHB zum Abschluss ihres Wissenschaftspraktikums in Form eines Posters erste Forschungsergebnisse präsentiert. Der Förderverein der MHB vergab für die besten Poster attraktive Preise.

Im Rahmen eines studentischen Wissenschaftskongresses, der am 02. Februar 2018 am Campus Brandenburg an der Havel am Nicolaiplatz 19 erstmals stattfand, belegte Medizinstudent Christian Blei mit seinem Forschungsvorhaben zu der Frage, ob „der nahtfreie Aortenklappenersatz die perioperative Belastung gegenüber dem konventionellen Aortenklappenersatz?“ reduziert, den ersten Platz. „Ich bin sehr erleichtert, glücklich und auch ein wenig überrascht“, sagte ein strahlender Christian Blei. „Ich hatte bei den vielen tollen Projekten und gelungenen Postern meiner Kommiliton*innen nicht damit gerechnet, einen der vorderen Plätze zu belegen und bin auf meine Platzierung jetzt auch ein bisschen stolz“, freute sich der gebürtige Senftenberger.

Die klinische und akademische Betreuung des kardiologischen Forschungsvorhabens hatten Prof. Dr. med. Johannes Maximilian Albes, Professor für Kardiochirurgie an der MHB und Chefarzt der Abteilung für Herzchirurgie am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, sowie Dr. Martin Hartrumpf, Oberarzt der Abteilung für Herzchirurgie, Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, übernommen. „Im engen Austausch mit meinen beiden Betreuern konnte ich zeigen, dass der minimalinvasive Eingriff für Patienten nicht zuletzt aufgrund der geringeren körperlichen Belastung viele Vorteile hat und dass der nahtfreie Aortenklappenersatz grundsätzlich eine gute Alternative zum herkömmlichen Aortenklappenersatz darstellt,“ fasste Blei seine Studienergebnisse zusammen.

Medizinstudent Christian Blei: ein glücklicher und auch ein wenig stolzer Posterpreis-Gewinner.

Zuvor hatten die insgesamt 46 Medizinstudierenden des sechsten Semesters in einem ersten, nicht öffentlichen Teil ihre Poster den Gutachtern vorgestellt. Die jeweilige Posterpräsentation dauerte rund fünf Minuten. Anschließend hatten die Gutachter und Zuhörer aus der Gruppe die Möglichkeit, Fragen zum Forschungsprojekt zu stellen. Bei der abschließenden Bewertung der Poster ging es dann darum, wie verständlich und nachvollziehbar die Fragestellung, der Lösungsweg und die Ergebnisse waren, wie übersichtlich, anschaulich und ansprechend es gestaltet war und ob es Aufmerksamkeit erzeugen konnte. Neben der fachlich-inhaltlichen Fragestellung und der gestalterischen Umsetzung spielte darüber hinaus auch der mündliche Vortrag eine weitere wichtige Rolle.

In einem zweiten, öffentlichen Teil fand dann im Hörsaal am Campus Brandenburg die Vergabe der Posterpreise statt. „Sie haben es alle gut gemacht“, sagte Christian Butter, Sprecher der Gutachter und Professor für Innere Medizin und Kardiologie an der MHB. „Das Niveau der Forschungsprojekte und die Qualität der Poster waren beeindruckend. Es waren Nuancen, die am Ende den Unterschied machten. Die Auswahl der besten Poster war wirklich schwierig, als Gutachter waren wir in unserer Bewertung aber schließlich doch sehr homogen“, erklärte Butter den Juryentscheid. Als Erstplatzierter konnte sich Christian Blei über ein iPad im Wert von rund 400 Euro freuen. Clara Danzer, Max Schmidt und Justus Ziegler, welche die Plätze zwei bis vier belegten, erhielten Büchergutscheine in einem Gesamtwert von 300 Euro. Alle Preise wurden vom Förderverein der MHB gestiftet. Im Anschluss hatten die Studierenden dann die Gelegenheit, ihre Poster auch der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

„Der Profilforschungsschwerpunkt der MHB, Medizin und Gesundheit des Alterns mit der Schwerpunktmethode Versorgungsforschung, ist auch im Wissenschaftspraktikum und in den Postern zum Tragen gekommen. Darüber hinaus haben wir für die Studierenden aber auch Themen der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung angeboten. Das Spektrum der wissenschaftlichen Arbeiten reichte von retrospektiven Datenanalysen über Studien zur Versorgungsforschung bis hin zu prospektiv randomisierten Studien, die von den Studierenden selbstständig durchgeführt und ausgewertet wurden“, erklärte Prof. Dr. René Mantke, Prodekan für Wissenschaft und Forschung an der MHB.

„Das Studium im Brandenburger Modellstudiengang Medizin an der MHB zeichnet sich ja bekanntlich durch seine fachübergreifende und praxisnahe Lehre aus. Das Studium ist aber nicht nur praxisorientiert, sondern auch wissenschaftsbasiert und wissenschaftsgeleitet. Ein wesentliches Ziel unseres Curriculums ist es ja nicht nur, unseren Studierenden die Fachkenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln, die sie später als Ärzt*innen in ihrem Beruf benötigen, sondern ihnen auch die wissenschaftlichen Grundlagen der Universitätsmedizin zu vermitteln. Damit wollen wir auch die Qualität der zukünftigen Gesundheitsversorgung sichern. Schließlich ist es unsere Aufgabe als MHB, sowohl den ärztlichen als auch den wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden und dabei Standards guter wissenschaftlicher Praxis zu etablieren“, betonte Mantke.

Das Wissenschaftspraktikum, in dem die Medizinstudierenden des sechsten Semesters in Kooperation mit Kliniken, Lehrpraxen und Forschungseinrichtungen in acht Wochen ersten eigenen Forschungsfragen nachgehen können, spielt dabei eine wichtige Rolle. „Bereits ab dem 1. Semester werden unsere Studierenden mit Seminaren zu Methoden wissenschaftlichen Arbeitens auf dieses Wissenschaftspraktikum vorbereitet. Unmittelbar vor dem Wissenschaftspraktikum erhalten sie dann weitere Grundlagen im Modul Gesundheitsversorgung, im Modul Biometrie und in begleitenden Seminaren zu fortgeschritteneren Methoden wissenschaftlichen Arbeitens", erklärte Mantke. "Darüber hinaus wurde jeder unserer Studierenden während des Wissenschaftspraktikums individuell durch Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der MHB betreut. Durch das Wissenschaftspraktikum sollen die Studenten in die Lage versetzt werden, wissenschaftliche Projekte zu planen, Thesen aufzustellen und am Ende auch zu publizieren. Der eine oder andere unserer Studierenden wird die hier hier gemachten Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnisse perspektivisch dann auch für eine qualifizierte Promotion nutzen können“, blickt der Prodekan in die Zukunft.

„Die Integration eines Wissenschaftspraktikums ins Curriculum ist in dieser Form deutschlandweit einmalig und setzt Maßstäbe. Darauf und auf die von den Studierenden präsentierten Poster können wir bei aller gebotenen Bescheidenheit auch ruhig ein wenig stolz sein“, fasste Mantke abschließend zusammen.

Die Preisträger und die Preisträgerin im Kreise der Gutachter, Betreuer und Förderer

Zurück