„Radikale Verbesserung der Ausbildungs- und Vergütungssituation“

"Die Reform ist nicht nur längst überfällig, wichtig und richtig, sondern auch extrem wertvoll und sinnvoll“, sagt Johannes Lindenmeyer. (Bild: MHB)

Neuruppin, 31.08.2020

Mit Inkrafttreten des neuen Psychotherapeutengesetzes zum 01. September 2020 gelten neue Rahmenbedingungen für die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten und zur psychologischen Psychotherapeutin. Die meisten Universitäten stellen zum Herbst 2020 ihre Psychologie-Bachelor Studiengänge so um, dass sie den Anforderungen des neuen Psychotherapeutengesetzes und der Approbationsordnung entsprechen. Als deutschlandweit eine der ersten Universitäten bietet die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) bereits zum kommenden Wintersemester nicht nur für 30 Bachelor-, sondern auch für rund 40 Masterstudierende das neue, approbationskonforme Direktstudium Psychotherapie an.

„Das Direktstudium Psychotherapie gliedert sich zukünftig in ein polyvalentes dreijähriges Bachelorstudium und in ein zweijähriges Masterstudium. Das Studium endet mit einem bundeseinheitlichen Staatsexamen und der Verleihung einer eingeschränkten Approbation, das heißt, die Absolvent*innen können in einer anschließenden, ebenfalls mindestens fünf Jahre dauernden Fachkundeausbildung als Psychotherapeut*in in Weiterbildung (PiW) hauptberuflich tätig werden und hierbei auch ein tariflich festgelegtes Gehalt beziehen. Diese Gesetzesreform und das neue Studienangebot bedeuten eine radikale Verbesserung der Ausbildungs- und Vergütungssituation für zukünftige Psychotherapeut*innen. Die Reform ist nicht nur längst überfällig, wichtig und richtig, sondern auch extrem wertvoll und sinnvoll“, sagt Johannes Lindenmeyer, der als Professor für Klinische Psychologie und als ehemaliger Direktor der von ihm gegründeten salus klinik Lindow an der MHB maßgeblich an der Einführung des neuen Direktstudiums beteiligt war.

„Wir freuen uns riesig, dass wir jetzt endlich mit dem neuen, approbationskonformen Bachelor- und Masterstudiengang starten können. Bereits unsere bisherigen Studienangebote an der MHB zeichneten sich durch einen hohen klinischen Praxisanteil aus und beinhaltete viele Elemente, die jetzt mit dieser Reform deutschlandweit verbindlich werden. Da wir viele dieser Regelungen quasi schon vorweggenommen hatten ist es uns zum kommenden Wintersemester auch möglich, nicht nur mit 30 neuen Studierenden im polyvalenten Bachelorstudiengang Psychologie, sondern auch mit rund 40 Studierenden im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie zu starten, die zuvor bei uns erfolgreich ihren Bachelorabschluss erworben und in den Sommerferien an einer Summerschool teilgenommen haben, um die wenigen noch fehlenden Voraussetzungen für die Zulassung zum Masterstudium zu erwerben. Das ist in dieser Form bundesweit einmalig, und es macht mich auch ein wenig stolz, dass wir als MHB hier gemeinsam mit dem Land Brandenburg erneut als Pionier vorangehen“, freut sich Prof. Lindenmeyer.

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle ergänzt: „Ich freue mich, dass die MHB den frühestmöglichen Zeitpunkt nutzt, um ihre Psychologie-Studiengänge auf das neue Direktstudium Psychotherapie umzustellen. Das ist ein großartiger Schritt für die Studierenden, die schon ab diesem Wintersemester von der Reform in der Ausbildung der Psychotherapeut*innen profitieren. Besonders bemerkenswert ist, dass an Herbst auch schon ein entsprechender Master angeboten wird und die Bachelor-Absolvent*innen unmittelbar in das reformierte Studienprogramm übergehen können. Außerdem begrüße ich es ausdrücklich, dass die MHB auch im Fach Psychologie ihren methodischen Ansatz der studienbegleitenden Klinikzeiten weiterverfolgt. Durch diese berufspraktischen Einsätze in den Kooperationskliniken bereichern die Studierenden schon ab dem Studienbeginn die psychotherapeutische Versorgung bei uns im Land.“

Bereits seit ihrer Gründung verfügt die MHB über ein großes Netzwerk an kooperierenden klinischen Einrichtungen. Das Studium findet vom ersten Semester an in der klinisch-therapeutischen Praxis statt. „Die durch die neue Approbationsordnung verbindlich vorgesehenen Lehrformate Orientierungspraktikum und Berufspraktische Tätigkeit I erfolgen an der MHB in Form von Kliniktagen in den kooperierenden Kliniken. In diesen innovativen, praxisorientierten Lehrformaten erhalten unsere Studierenden von Beginn des Studiums an die Gelegenheit, vor Ort und im direkten Kontakt mit Patient*innen den Alltag und die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung kennenzulernen und wichtige Erfahrungen für ihre spätere Berufstätigkeit zu sammeln. Auch die kleinen Lerngruppen, die Verwendung des innovativen Lehrformates POL sowie der regelmäßige, professionell begleitete Austausch in den TRIK-Seminaren stehen für ein praktisch praxisnahes Studium“, schildert Lindenmeyer die Besonderheiten der Studienangebote.

Weitere Details finden Sie hier.

Prof. Johannes Lindenmeyer steht Ihnen bei Fragen per E-Mail unter johannes.lindenmeyer@mhb-fontane gerne zur Verfügung.

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