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Nachwuchswissenschaftler stellen in Lyon Projektergebnisse vor

Can Gero Leineweber und Stefan Reinsch nehmen an bedeutender medizinischen Ausbildungskonferenz AMEE in Lyon teil und stellen Forschungsprojekt vor

Lyon/Neuruppin, 01. September 2022

Can Gero Leineweber und Stefan Reinsch, zwei Nachwuchswissenschaftler der MHB, nahmen vom 28.08 bis 31.08.2022 an der bedeutenden medizinischen Ausbildungskonferenz AMEE (Association for Medical Education in Europe) in Lyon teil und stellten Forschungsprojekt zu einer Lehrinnovation vor.

„Die MHB zeichnet sich durch ihre familiäre Atmosphäre, ihr große Nähe zur klinischen Praxis und durch innovative Lern- und Lernformate aus, bei denen wir auch als Studierende Ideen zur Weiterentwicklung haben. In dem gemeinsamen Forschungsprojekt haben wir untersucht, welchen Einfluss es hat, wenn die Lern-Gruppen im Lernformat „Problem-Orientiertes-Lernen (POL)“ im ersten Studienjahr zur Hälfte von studentischen und zur anderen Hälfte von ärztlichen Tutor:innen geleitet werden. Nach einem Semester gab es ein Cross-Over, d.h. die Gruppenleitungen wurden gewechselt. Nach zwölf Monaten haben wir dann die Prüfungs- und Evaluationsergebnisse miteinander verglichen und die Studierenden in ihren Gruppen nach ihren Erfahrungen mit den studentischen und ärztlichen Tutor:innen befragt sowie die Tutor:innen interviewt“, erklärt Can Gero Leineweber, Medizinstudent und Absolvent der MHB aus dem 2. Jahrgang und aktuell für ein wissenschaftliches Projekt am IDIBAPS Forschungsinstitut in Barcelona.

„Als ein wichtiges und wesentliches Ergebnis stellten wir dabei fest, dass in allen untersuchten Belangen die studentischen Tutor:innen den ärztlichen Tutor:innen nicht nur nicht-unterlegen waren, es zeigten sich auch Vorteile. So ergab die Befragung etwa, dass es den studentischen Tutor:innen auf Grund der während des Studiums an der MHB gesammelten eigenen langjährigen Erfahrung mit dem Lehr- und Lernformat POL sehr gut gelang, in den Gruppen eine nicht-hierarchische Lernatmosphäre herzustellen, in der Studierende Raum hatten, eigene Erfahrungen zu sammeln, Autonomie im POL-Format und so auch ein Zugehörigkeitsgefühl zur MHB-Gemeinschaft zu entwickeln“, beschreibt Projektleiter Dr. Stefan Reinsch, Mitarbeiter am Zentrum für Versorgungsforschung ein aus seiner Sicht wesentliches Ergebnis.

„In methodischer Hinsicht hat es mich gefreut, dass wir im Projekt einen partizipativen Forschungsansatz verfolgt haben, bei dem Studierende von der Entwicklung des Forschungsdesigns über die Erhebung der Daten bis hin zur Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse auf Augenhöhe mit eingebunden waren“, beschreibt Dr. Reinsch eine Besonderheit des Forschungsprojekts.

Und Can Gero Leineweber ergänzt: „Mir hat es besonders viel Spaß gemacht, in einem heterogenen Team - bestehend aus Mitgliedern der Fakultätsleitung, wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und Studierenden – mit POL ein wesentliches Kernelement des Medizinstudiums an der MHB zu beforschen und weiterzuentwickeln. Die Studierenden haben durch das eigene Erleben von POL einige Punkte zur Weiterentwicklung wahrgenommen, die wir gerne zukünftig aufgreifen und umsetzen wollen. Gleichzeitig hatten wir durch das Projekt die Möglichkeit, uns persönlich und fachlich weiterzuentwickeln - als Persönlichkeit durch die Übernahme von Verantwortung in der Lehre und als Wissenschaftler:innen etwa auch durch die Teilnahme an dem Ausbildungskongress in Lyon, welcher für mich einen Höhepunkt unseres Projektes dargestellt hat.“

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