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„My body. My Choice.“

Jan Auswitz, Cindy Stern, Lilith Bechinger und Rebecca Lehmann (von links) sind Medizinstudierende der MHB und Mitglieder der studentischen Initiative "Theodora stellt gleich"

Neuruppin, 09. März 2021

Studierende der Initiative „Theodora stellt gleich“ nehmen zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 08. März auf dem Neustädtischen Markt in Brandenburg an der Havel an einer Aktion mehrerer Initiativen teil, laden ein, selbst aktiv zu werden und setzen sich für eine Stärkung von Frauenrechten ein. Neben Ständen mit Infomaterial zu den Themen Abtreibung, intersektionaler Feminismus, Femiziden und Streetwork in Brandenburg gab es Redebeiträge, Raum für Gespräche und selbstbedruckte T-Shirts zu kaufen, deren Erlöse an women in exile ging.

Rebecca Lehmann, Medizinstudentin der MHB und Mitglied der studentischen Initiative „Theodora stellt gleich“, beteiligte sich auch mit einem Vortrag und setzte sich für eine Stärkung der Frauenrechte und eine Verbesserung des geltenden Abtreibungsrechts ein: "Frauen die Entscheidung über ihren eigenen Körper abzusprechen ist seit jeher ein Machtinstrument patriarchaler Strukturen, also solcher Strukturen, in denen Männer eine bevorzugte Stellung genießen und die meisten gesellschaftlichen Entscheidungen treffen", erklärt Rebecca Lehmann in ihrem Redebeitrag. "Wir fordern, dass diese Informationen jeder Frau zur Verfügung stehen müssen – egal wo, egal wann. Als zukünftige Ärzt*innen versprechen wir, unsere Patient*innen immer bestmöglich zu begleiten und zu beraten – damit sie die Entscheidungen, die sie betreffen, informiert treffen können. Die Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen oder eben auch nicht, gehört definitiv dazu“, kritisiert sie die aktuelle Kriminalisierung der ärztlichen Informationsfreiheit und der schwangeren Frauen durch §218 und §219a.

My body, my choice

„Wenn eine Person die Entscheidung getroffen hat, ihre Schwangerschaft zu beenden, wird sie das tun. Immer. Laut Amnesty international unterscheiden sich die Zahlen der Abtreibungen zwischen Ländern, in denen es erlaubt, und Ländern, in denen es verboten ist, nicht. Was sich unterscheidet ist nur das Risiko für die Frau, an den Folgen eines Eingriffs zu sterben“, so Rebecca Lehmann weiter. Jedes Jahr sterben rund 22.000 Frauen an den Folgen unsicher durchgeführter Schwangerschaftsabbrüche, 7 Millionen werden verletzt oder erleiden bleibende Schäden, zum Beispiel durch in die Gebärmutter eingeführte Drahtkleiderbügel, das Trinken von Bleiche oder das in-den-Bauch-treten.

„Wir stehen heute hier, um zu informieren und gegen diese Zustände zu kämpfen. Ein Kind auszutragen oder eine Schwangerschaft abzubrechen ist eine Entscheidung, die von vielen und oft sehr unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Es ist eine sehr wichtige und sehr persönliche Entscheidung, die das ganze weitere Leben betrifft. Eine Entscheidung, die allein bei der schwangeren Person liegen darf. Deshalb fordern wir für uns, alle Brandenburgerinnen und alle Frauen auf dieser Welt: my body, my choice."

„Über den Tag verteilt kamen die verschiedensten Menschen an den Stand unserer Initiative Theodora stellt gleich: Mädchen im Schulalter, Frauen und Männer im hohen Rentenalter, junge Familien und einzelne Frauen, die uns über ihre eigenen Erfahrungen mit Abtreibungen berichteten. Nach einem bewegenden, insgesamt erfolgreichen und bereichernden Tag ist aber auch klar: wir haben noch viel zu tun.“

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