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MHB verabschiedet Psychologiestudierende und schreibt Geschichte

Neuruppin, 17.10.2022

Im Rahmen einer festlichen Absolvent*innenfeier hat die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) am vergangenen Samstag in der Neuruppiner Kulturkirche Studierende der Psychologie verabschiedet. Von insgesamt 65 Studierenden haben 26 ihren Bachelorabschluss erworben, 39 konnten ihren Masterstudiengang „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ erfolgreich abschließen. Unter ihnen befinden sich auch 29 Masterstudierende, die bundesweit als erste Psychologiestudierende erfolgreich die Approbationsprüfung nach dem neuen Psychotherapeutengesetz abgelegt haben.

„Die heutige Abschlussfeier ist etwas ganz Besonderes. Denn neben den klassischen Bachelor-und Master-Abschlüssen in der Psychologie verabschieden wir auch den ersten Jahrgang, der bundesweit zum ersten Mal den approbationskonformen Masterstudiengang „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ erfolgreich abgeschlossen hat. Dies ist das anspruchsvollste Prüfungsverfahren, das bislang in der Psychotherapie durchgeführt wurde. Wir freuen uns, dass wir an der MHB bundesweit die erste Universität sind, die Studierende erfolgreich für diese neue Approbationsprüfung ausgebildet hat. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind stolz auf Sie!“, gratulierte Prof. Hans-Uwe Simon, Präsident der MHB.

Entscheidend dazu beigetragen habe, dass die Studierenden der MHB bereits während ihres Studiums über viele Wochen am Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, der salus klinik Lindow oder der Immanuel Klinik Rüdersdorf, einem weiteren Universitätsklinikum der MHB im Verbund, tätig werden und ihre beruflichen Tätigkeiten üben konnten.

„Einer der wichtigsten Berufe für eine intakte Gesellschaft!“

Die Mehrheit der jetzt verabschiedeten Masterabsolvent*innen wird nun ihre hauptberufliche Fachkundeausbildung als „Psychotherapeut*in in Weiterbildung“ beginnen. „Auch diese Zeit wird sicher noch einmal einige Herausforderungen mit sich bringen. Eines ist jedoch gewiss: mit der Approbation wird Ihre Weiterbildung, ebenso wie die Facharztausbildung in der Medizin, nun auch angemessen finanziell vergütet. Und was uns besonders freut: einige von Ihnen werden Ihre weitere Ausbildung in brandenburgischen Kliniken absolvieren und so zur Verbesserung der gesundheitlichen und psychotherapeutischen Versorgung im Land Brandenburg beitragen“, so Prof. Simon weiter.

Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, gratulierte den Bachelor- und Masterabsolvent*innen per Video und bedankte sich bei ihnen, denn nicht zuletzt habe auch die Corona-Pandemie mit ihren psychosozialen Folgewirkungen deutlich gemacht, wie wichtig auch eine psychotherapeutische Unterstützung und Versorgung sei: „Sie ergreifen nicht weniger als einen der wichtigsten Berufe für eine intakte Gesellschaft.“

„Bundesland der Psychotherapie“

Welchen Stellenwert die erfolgreiche Verabschiedung der Masterstudierenden für das Land Brandenburg hat, betonte auch Prof. Johannes Lindenmeyer, Professor für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Rehabilitationspsychologie, der maßgeblich an der erfolgreichen Einführung und Umsetzung der reformierten Studienangebote an der MHB beteiligt war: „Mit dem erstmaligen Abschluss des approbationskonformen Studiengangs hat ausgerechnet das kleine Brandenburg mit seinen wenigen Universitäten innerhalb der Bundesländer die Führungsrolle in der Umsetzung der Reform des Psychotherapeutengesetztes übernommen. Brandenburg hat damit historisch einzigartige Pionierarbeit geleistet, von der alle anderen Bundesländer über die nächsten Jahre profitieren werden. Die MHB wird über Jahre die Exzellenz- und Referenzuniversität für Klinische Psychologie sein. Mit Fug und Recht kann sich Brandenburg ab nun das Bundesland der Psychotherapie nennen!“

„Einfach nur geil!“

„Auch für die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer (OPK) ist es ein historischer Meilenstein, dass in unserem Kammergebiet die ersten 29 approbierten Psychotherapeut*innen für die Weiterbildung bereitstehen. Als OPK sind wir damit wohl auch die erste Kammer, die Kliniken und Ambulanzen als Weiterbildungsstätten anerkennen wird. Damit werden wir auch die erste Kammer sein, in der auch in fünf Jahren Fachkundeprüfungen abgehalten werden. Das ist einfach nur geil!“, freute sich Dr. Dietmar Schröder, Vorstandsmitglied der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer.

Zum Hintergrund:

Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Reform der Psychotherapie-Ausbildung gelten seit 2020 neue und deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für die Qualifikation zur*zum Psychotherapeut*in.

Nunmehr wird die Approbation im Zuge eines mindestens fünfjährigen Studiums erworben, dessen Inhalte durch die Approbationsordnung geregelt sind. Mit dem erfolgreichen Abschluss des entsprechenden Bachelor- und anschließenden Masterstudiums wird die Approbation als Psychotherapeut*in erworben. Auf diese folgt eine hauptberufliche Fachkundeausbildung als „Psychotherapeut*in in Weiterbildung“ in Festanstellung, die mindestens fünf Jahre dauert und angemessen finanziell vergütet wird.

MHB geht als Pionier voran: Psychotherapie approbationskonform studieren

Die MHB bietet seit 2020 als erste Universität in Deutschland sowohl den approbationskonformen Bachelorstudiengang „Psychologie“ als auch den approbationskonformen Masterstudiengang „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ nach der reformierten Psychotherapie-Ausbildung an.

Bereits seit ihrer Gründung verfügt die MHB über drei kooperierende Kliniken, in denen alle Studierenden der Psychologie unter fachlicher Anleitung von approbierten Psychotherapeut*innen aktiv an der therapeutischen Versorgung der Patient*innen der MHB mitwirken. Dies erfolgt nicht nur in der vorlesungsfreien Zeit, sondern auch innerhalb des Semesters an mehreren Kliniktagen pro Woche. Dadurch wird das theoretische Studium systematisch mit der praktischen therapeutischen Arbeit verknüpft.

Praktisch praxisnah

Das Studium findet vom ersten Semester an in der klinisch-therapeutischen Praxis statt. Der von der MHB angebotene Kliniktag mit der Möglichkeit, im engen Kontakt mit Patient*innen und Kliniken psychotherapeutische Handlungskompetenzen zu erwerben, ist deutschlandweit einmalig. Hier sammeln Studierende von Beginn an wichtige Erfahrungen für ihre spätere Berufstätigkeit. Auch die kleinen Lerngruppen, die Verwendung des innovativen Lehrformates POL sowie der regelmäßige, professionell begleitete Austausch in den TRIK-Seminaren stehen für ein praktisch praxisnahes Studium.

Garantierter Praktikumsplatz

Während sich an anderen Hochschulen die Suche nach einem klinischen Praktikumsplatz als eine große Herausforderung und Hürde darstellt und der Kampf um begehrte Praktikumsplätze immer härter wird, müssen sich Studierende der MHB nicht selbst um ihre Klinikplätze kümmern, sondern die Universität sichert all ihren Studierenden für die sogenannten berufsqualifizierenden Tätigkeiten einen Klinikplatz zu.

Alle Richtlinienverfahren der Psychotherapie kennenlernen

An der MHB sind die psychodynamische Therapie, die Verhaltenstherapie und die systemische Therapie mit einer eigenen Professur vertreten. Dadurch wird es Studierenden ermöglicht, sich fundiert für den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer späteren Weiterbildung entscheiden zu können.

Mit dem „altem Bachelor“ in den „neuen Master“ wechseln

Psychologiestudierende anderer Hochschulen, die noch kein approbationskonformes Psychologiestudium anbieten oder die für ihre Studierenden im Master nicht genügend Studien- oder Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, können einfach an die MHB wechseln und ebenfalls direkt die Vorteile der reformierten Psychotherapie-Ausbildung nutzen.

Geprüfte Qualität

Der approbationskonforme Bachelorstudiengang „Psychologie“ (B.Sc.) und der approbationskonforme Masterstudiengang „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ (M.Sc.) sind durch die AHPGS Akkreditierung gGmbH begutachtet und bereits im Januar 2022 erfolgreich akkreditiert worden.

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