MHB veröffentlicht Studie zu COVID-19 Intensivpatient*innen

Zwei von drei COVID-19-Intensivpatient*innen in Deutschland müssen künstlich beatmet werden (Bildrechte: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)

Neuruppin/Berlin, 20.08.2020

Zwei von drei COVID-19-Intensivpatient*innen in Deutschland müssen künstlich beatmet werden. Jede*r dritte beatmete Intensivpatient*in verstirbt, von den nicht beatmeten Intensivpatient*innen mit Covid-19 etwa jede*r Vierte. Diese Ergebnisse gehen aus einer klinischen Studie hervor, die Ärzte der Helios Kliniken und der Medizinischen Hochschule Brandenburg bereits seit Februar 2020 durchführen und die nun in der anerkannten internationalen Fachzeitschrift Clinical Microbiology and Infection veröffentlicht wurde.

Das Expert*innenteam wertete die Daten von allen 1.904 Patient*innen aus, die seit Beginn der Pandemie in den insgesamt 86 Krankenhäusern der Helios Gruppe mit COVID-19 aufgenommen wurden. Die fortlaufende Studie zeichnet nicht nur die Frühphase der Pandemie nach, sondern berücksichtigt alle mit COVID-19 aufgenommenen Patient*innen über einen viermonatigen Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte Juni.

„Von allen mit einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus aufgenommenen Patient*innen musste rund ein Fünftel intensivmedizinisch versorgt werden, Frauen mit 16 % deutlich seltener als Männer mit 27 %. Von den Patient*innen auf der Intensivstation erhielten 37 % keine Beatmung. Von den beatmeten Intensivpatient*innen starb ein Drittel, im Gegensatz zu nur ungefähr einem Viertel der nicht beatmeten Intensivpatient*innen“, erklärt Prof. Dr. Michael Hauptmann, Leiter des Instituts für Biometrie und Registerforschung der Medizinischen Hochschule Brandenburg und verantwortlich für die statistische Analyse der Studie.

„Eine wichtige Erkenntnis aus dem so erstellten COVID-19-Register ist, dass der Krankheitsverlauf bei den in unseren Krankenhäusern aufgenommenen COVID-19-Patient*innen nicht weniger kritisch ist als in Ländern wie Italien, Frankreich, Großbritannien und Belgien, in denen verglichen mit der Einwohnerzahl viel mehr COVID-19-Fälle und COVID-19-bedingte Todesfälle auftraten als in Deutschland“, sagt PD Dr. Julius Dengler, Leiter des Helios COVID-19-Registers und Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow.

„Die Studie ist die bislang größte ihrer Art in Deutschland. Sie berichtet über alle COVID-19-Patient*innen, die innerhalb des Helios Netzwerks – von der kleinen Spezialklinik bis zur Universitätsklinik – behandelt wurden, unabhängig von der Art der jeweiligen Krankenversicherung“, sagt PD Dr. Irit Nachtigall, die als Regionalleiterin Hygiene im Helios Netzwerk die Auswertung der wissenschaftlichen Daten koordiniert. Die Studie erlaubt deutschlandweit einen detaillierten Blick auf verschiedene Patient*innengruppen einschließlich Patient*innen, die auf Intensivstation aufgenommen werden, mit oder ohne Beatmung

„Die Medizinische Hochschule Brandenburg und Helios haben als akademische und klinische Partner innerhalb kürzester Zeit während der Pandemie eine nachhaltige Ressource geschaffen, mit der wir zukünftig weitere empirische Erkenntnisse gewinnen, die uns beim Verstehen und der Behandlung des Virus helfen werden“, sagt Prof. Dr. Michael Hauptmann.

Veröffentlichung:
Nachtigall I, Lenga P, Jóźwiak K, Thürmann P, Meier-Hellmann A, Kuhlen R, Brederlau J, Bauer T, Tebbenjohanns J, Schwegmann K, Hauptmann M, Dengler J. Clinical course and factors associated with outcomes among 1904 patients hospitalized with COVID-19 in Germany: an observational study. Clin Microbiol Infect. In press.

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