Aktuelles Gesundheitscampus kommt

Gesundheitscampus kommt

Potsdam, 04.05.2018

Wissenschafts- und Forschungsministerin Martina Münch präsentierte heute in Potsdam gemeinsam mit Prof. Edmund Neugebauer, Dekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, Prof. Jörg Steinbach, Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, sowie Prof. Johannes Albes, Chefarzt der Abteilung Herzchirurgie am Immanuel Klinikum Bernau, Professor für Kardiochirurgie an der MHB und Sprecher eines Forschungsverbundes im Gesundheitscampus, die weiteren Pläne zur Errichtung des Gesundheitscampus Brandenburg.

„Mit Hilfe des Gesundheitscampus soll künftig im Land Brandenburg unter anderem an Krankheiten geforscht werden, die im Alter gehäuft auftreten. Zudem wollen wir Modelle entwickeln, die es kranken Menschen ermöglichen, möglichst lange zu Hause zu leben und gut versorgt zu werden. Durch die Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kliniken im Gesundheitscampus entsteht nicht nur ein in dieser Form einmaliges Netzwerk in Deutschland – es ergeben sich auch neue Chancen für die Fachkräftesicherung und die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg sowie für die weitere Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich“, sagt Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Martina Münch. Noch in diesem Jahr soll mit den Vorbereitungen zur Berufung der insgesamt 16 neuen Professuren begonnen werden. "Die jetzt von Kabinett und Landtag bewilligten vier Professuren, die direkt an der MHB angesiedelt sind, tragen zu einer weiteren Stärkung der MHB bei", so die Ministerin im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zur Präsentation der weiteren Pläne zur Errichtung des Gesundheitscampus Brandenburg. Ferner werden über den Gesundheitscampus medizinische Promotionen und Habilitationen ermöglicht. 

„Unter dem Motto ‘Aus dem Land. Für das Land.‘ ist es das Ziel der Medizinischen Hochschule Brandenburg, mit der Ausbildung und beruflichen Qualifizierung von neuen Ärztinnen und Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen für das Land einen Beitrag zur Sicherung und Stärkung der Gesundheits- und Patientenversorgung im Land Brandenburg zu leisten. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Forschungsschwerpunkt ‘Gesundheit und Krankheit des Alterns bei populationsrelevanten Erkrankungen‘ nun auch eine wesentliche Säule des Gesundheitscampus bilden werden. Der aktuelle Beschluss von Kabinett und Landtag, die MHB im Rahmen des Gesundheitscampus mit vier Professuren zu berücksichtigen, freut uns sehr. Wir sehen darin auch eine Anerkennung für die Leistungen, die wir in Lehre, Forschung und Patientenversorgung für das Land erbringen. Wir sind glücklich, dass wir gemeinsam mit dem Land, den zwei weiteren Trägerhochschulen und den weiteren Partnern in den kommenden Jahren den Gesundheitscampus aufbauen und entwickeln können. Mit dem Start des Gesundheitscampus ticken die Uhren anders im Land Brandenburg, für uns als MHB, aber insbesondere auch für die hier lebenden Menschen“, sagt Prof. Edmund Neugebauer, Dekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane. 

„Wir bilden an der MHB in einem nicht nur praxisorientierten, sondern auch wissenschaftsbasierten Studium neue Ärztinnen und Ärzte für Brandenburg aus. Unser Ziel ist es dabei, ihnen zu ermöglichen, ein ganzes Berufsleben lang Forschung in Klinik und Praxis mittragen und umsetzen zu können. Der Gesundheitscampus mit seiner breiten Vernetzung und seinen wichtigen Forschungsprojekten schafft hierfür eine weitere wichtige Voraussetzung“, sagt Prof. Johannes Albes, Chefarzt der Abteilung Herzchirurgie am Immanuel Klinikum Bernau und Verbundsprecher des Clusters Herzgesundheit in Brandenburg.

„Mit der neuen gemeinsamen Fakultät haben wir die richtige Konstruktion gefunden, um den Gesundheitscampus Brandenburg institutionell zu unterlegen und eine solide Grundlage für international wettbewerbsfähige Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Gesundheitswissenschaften zu schaffen. Die Fakultät steht komplementär zu den Angeboten der Charité und berücksichtigt die spezifischen Bedarfe des Flächenlandes Brandenburg. So werden die Medizin des Alterns, die Pflegewissenschaften und Versorgungsforschung, die Rehabilitationswissenschaften oder auch die Kardiologie und Physiologie eine zentrale Rolle spielen. An der Fakultät wird es auch möglich sein, zum Dr. med. oder zu dem forschungsintensiveren Dr. rer. medic. zu promovieren", ergänzt Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam.

Der Gesundheitscampus soll als gemeinsame Einrichtung aus Universitäten und in Kooperation mit weiteren Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung für das Flächenland Brandenburg leisten, die universitäre Gesundheitsforschung im Land durch Forschungsverbünde stärken sowie die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in Gesundheit und Pflege fördern. Dazu wird auch ein breites Netzwerk aus Kliniken in den Campus eingebunden. Ein Wissenschaftlicher Beirat begleitet den Aufbauprozess und gibt Empfehlungen, unter anderem für die Weiterentwicklung von Forschungsschwerpunkten. Mittlerweile liegen das Forschungs- und Entwicklungskonzept und die Personalplanung vor und das Kabinett und der Landtag haben mit ihren Entscheidungen in der vergangenen Woche maßgebliche Weichen für den weiteren Aufbau des Gesundheitscampus gestellt.

Bereits im Juni 2016 haben die drei künftigen Träger-Hochschulen – Universität Potsdam, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane – einen ersten Kooperationsvertrag unterzeichnet. In der zweijährigen Pilotphase stehen und standen unter anderem die Erarbeitung und Abstimmung eines Entwicklungs- und Personalkonzeptes, einer gemeinsamen Promotions- und Habilitationsordnung sowie eines Forschungskonzepts im Fokus. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau von darauf basierenden Forschungsverbünden zum Schwerpunkt ‘Medizin und Gesundheit des Alterns‘. Zudem soll unter dem Dach des Gesundheitscampus künftig eine Fakultät für Gesundheitswissenschaften errichtet werden. Das Ziel: Die Gründung neuer innovativer Studiengänge zu aktuellen gesundheitswissenschaftlichen Themen und um neue medizinische und pflegerische Versorgungsangebote zu entwickeln. Der Vertrag dazu wird in den kommenden Wochen unterzeichnet.

Der Aufbau des Gesundheitscampus erfolgt stufenweise: Im Jahr 2016 wurde eine Geschäftsstelle in Potsdam eingerichtet, die künftig als Dekanat an eine der Trägerhochschulen wechseln soll. Im vergangenen Jahr sind die Forschungsverbünde gestartet und in diesem Jahr sollen die ersten von künftig insgesamt 16 Professorinnen und Professoren zur Berufung ausgeschrieben werden, darunter 4 für die Medizinische Hochschule Brandenburg. Dafür stellt das Land im Jahr 2017 rund 2,2 Millionen Euro, 2018 etwa 3,4 Millionen Euro und ab 2019 insgesamt 6,6 Millionen Euro jährlich bereit. Perspektivisch soll der Gesundheitscampus auch Drittmittel einwerben. Bis zur Berufung der Professoren wurden und werden die Mittel vor allem für den Aufbau von Forschungsverbünden, aber auch für den Aufbau des Gesundheitscampus mit Veranstaltungen und Workshops sowie der Geschäftsstelle verwendet.

Ministerin Dr. Martina Münch (2. v.r.) erläutert die weiteren Pläne zur Errichtung des Gesundheitscampus Brandenburg

According to Minister Münch, one research focus at the Health Campus will be on diseases which frequently occur in advanced age: “Another aim is to develop schemes that help elderly patients to live at home as long as possible with access to good medical care. Our plan, a collaboration of universities, other research institutions and clinics within the health campus, constitutes a unique network in Germany; in addition, it offers new chances to provide Brandenburg with qualified specialist staff for medical and nursing care, and to further strengthen science and research in the health sector.” She announced preparations to appoint the 16 new professors involved in the project for this year; four of these, assigned to MHB, have already been approved by the Brandenburg parliament. The Health Campus will also facilitate medical doctorates and post-doctoral lecturing qualifications.

Prof. Edmund Neugebauer, Dean of the Brandenburg Medical School Theodor Fontane, underlined the declared intention of his institution to contribute to the provision of health and patient care in Brandenburg with the education of physicians and psychologists. The MHB research focus on health and illness in advanced age, so Neugebauer, will constitute a key pillar in the Health Campus. He welcomed the Brandenburg parliament’s approval of four new professorships at the MHB in the context of the Health Campus project.

Prof. Johannes Albes (chief cardiac surgeon at Immanuel Klinikum Bernau and spokesman for the Brandenburg research alliance on heart health) believes the Health Campus with its broad network and significant research projects to strengthen the basis for practice-oriented and science-based education of physicians at the MHB: “We want to enable our graduates to integrate research into their professional activities throughout their working life.”

According to Prof. Oliver Günther (president, University of Potsdam), the new joint faculty construct will form a solid institutional framework for internationally competitive research and teaching in the field of health sciences. The construct is intended to complement the range of services offered by the Charité and address the specific needs of the state of Brandenburg: “Geriatric medicine, nursing science and health services research, rehabilitation science and also cardiology and physiology will play a key role in this context.” The faculty will have the right to award doctorates (in medicine: Dr. med. / with a stronger research focus: Dr. rer.medic.).

The Health Campus, a joint institution of universities in collaboration with other institutes of higher education and non-university research facilities, is expected to improve the provision of health care in Brandenburg, to boost health research at universities in the region via research alliances, and promote practice-oriented education and advanced training for health and nursing professionals. A broad network of hospitals will form part of the project. An academic advisory board will monitor the development process and give recommendations on e.g. how to advance key research areas. A concept for research, development and personnel planning has been completed. The Brandenburg government and parliament have paved the way for further build-up.

As early as June 2016 a preliminary collaboration agreement was signed by the three universities involved in the project: University of Potsdam, Brandenburg University of Technology Cottbus-Senftenberg, and Brandenburg Medical School Theodor Fontane. During the 2-year pilot phase the focus was on a joint concept for development and personnel, joint regulations governing doctorates and post-doctoral lecturing qualifications, and a joint research concept. A further aim is to set up research collaborations in the field of medicine and health of advanced age. The Health Campus is scheduled to serve as a roof for a future Faculty of Health Sciences, with the objective to develop new and innovative programmes to address current issues of health sciences, and also to design new service formats in the provision of medical and nursing care. The actual agreement will be signed within the next weeks.

The Health Campus is being implemented step by step: a head office opened in Potsdam in 2016, soon to be assigned to one of the three partner universities as a dean’s office. Research alliances started operations last year, and the first of 16 professorships will be advertised in 2018 (among them 4 for MHB). Funds made available by the state of Brandenburg: ca. 2.2 million EUR in 2017, ca. 3.4 million EUR in 2018, and a total of 6.6 million EUR per year from 2019. In future years the Health Campus is also expected to raise third-party funding. Prior to the appointment of professors, allocated funds were and are used primarily to set up research alliances, for events and workshops, and for operations at the head office.

 

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