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„Ein Traum ging in Erfüllung!“

Neuruppin, 31. August 2018

600 Studierende, Doktoranden und Post-Docs aus 84 Nationen trafen vom 24. bis 29. Juni 2018 bei der diesjährigen Lindauer Laureaten-Tagung auf 43 Nobelpreisträger. Einer von den teilnehmenden Studierenden war Patrick Timm, der seit April 2015 an der Medizinischen Hochschule Brandenburg im Brandenburger Modellstudiengang Medizin eingeschrieben ist. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich eine Einladung erhalten habe und dass ich als einer der ausgewählten Studierenden an dieser großartigen Veranstaltung teilnehmen konnte“, freut sich Timm rückblickend. „Schon in meiner Kindheit war ich fasziniert von Geschichten wie der von Albert Schweitzer und seinem Krankenhaus in Lambaréné, oder der von Robert Koch mit der Entdeckung der Tuberkulose oder der von Alexander Fleming mit der Entdeckung von Antibiotika. Nach dem Abitur entschied ich mich dafür, Medizin zu studieren, um Menschen mit ihrer Krankheit zu helfen und mein grundlegendes Bedürfnis zu befriedigen, die Welt um mich herum und insbesondere den menschlichen Körper zu verstehen. Als Medizinstudent schlägt mein Herz immer noch für Wissenschaft und Forschung“, beschreibt Timm seine Motivation fürs Medizinstudium und für seine Teilnahme an der Lindauer Nobelpreisträgertagung.

„Gleich am ersten Tag traf ich Anja Karliczek, die Bundesministerin für Forschung und Bildung, Harald zu Hausen, ein 1936 in Gelsenkirchen geborener Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin, sowie Louis Ignarro, ein amerikanischer Pharmakologe, der 1998 den Medizinnobelpreis erhielt. Jeden Tag lernte ich unfassbar interessante Wissenschaftler aus vielen unterschiedlichen Ländern und von den besten Universitäten der Welt kennen. Besonders gefreut habe ich mich, die beiden Nobelpreisträger Michael Rosbash und Michael W. Young kennen zu lernen, denen 2017 für die Entschlüsselung der „inneren Uhr“ der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen wurde. Mit den Wissenschaftlern zu sprechen, deren Forschungsergebnisse und Entdeckungen jetzt in den Lehrbüchern stehen, war extrem faszinierend. Dabei war es auch beeindruckend zu sehen, wie geerdet, freundlich und hilfsbereit die Preisträger sind. Im Vorfeld der Veranstaltung sagten mir die Organisatoren, dass das eine der besten Wochen meines Lebens werden würde. Ich kann jetzt sagen, dass es stimmt und dass es schwierig werden wird, diese Woche zu toppen. Ich werde diese intensiven und interessanten Gespräche und Begegnungen immer in guter Erinnerung behalten. Für mich ging damit ein Traum in Erfüllung“, fasst Timm seine Eindrücke und Erfahrungen zusammen.

Die Nobelpreisträger, die in diesem Jahr vorwiegend aus den Bereichen Medizin, Physiologie und Chemie kamen, befassten sich mit wissenschaftlichen Fragen zur inneren Uhr, der personalisierten Medizin und der Gentechnik. Diskutiert wurde aber auch über Wissenschaftskommunikation, Fake news und die wissenschaftliche Publikationspraxis.

„Ich freue mich sehr, dass es ein Student der MHB geschafft hat, zu der diesjährigen Lindauer Nobelpreisträgertagung eingeladen zu werden und in dieses doch sehr exklusive Teilnehmerfeld aufgenommen zu sein. Das ist eine super Sache, zu der ich Herrn Timm herzlich gratuliere. Das ist für ihn ganz persönlich, aber auch für uns als junge Universität eine schöne Anerkennung und Auszeichnung. Dass auf dem Nobelpreisträgertreffen auch die Rolle der Wissenschaft im sogenannten postfaktischen Zeitalter diskutiert wurde, halte ich für mehr als angemessen. So ist etwa auch die Medizinische Hochschule Brandenburg Teil der Kampagne ‚Pulse of Europe‘ und setzt sich klar für eine evidenzbasierte Medizin ein“, sagte Prof. Dr. Edmund Neugebauer, Dekan der MHB.

Die Lindauer Laureate-Tagung ist eine internationale Tagung, bei der sich junge Wissenschaftler mit der Weltspitze der Forschung austauschen können. Neben klassischen Formaten wie Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Poster Sessions und Master Classes fanden erstmals in diesem Jahr auch neue Formate wie Agora Talks, Science Walks, Life Lectures (im Sinne des Open Exchange) und Laureate Lunches statt. Bereits seit ihrer Gründung 1951 dienen die Nobelpreisträgertagungen dem Austausch, der Vernetzung und der Inspiration. Patrick Timm ist der erste Student der MHB, der an der renommierten Veranstaltung teilnehmen konnte.

Patrick Timm (1.v.l.) gemeinsam mit Nobelpreisträger Prof. Michael W. Young, einem der Erforscher der zirkadianen Rhythmik

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