Aktuelles „Dies ist ein guter Ort zu sein!“

„Dies ist ein guter Ort zu sein!“

Neue Studierende der Psychologie und Medizin starten ins Studium

Neuruppin, 08. April 2019

Am vergangenen Freitag, den 05. April 2019, fand in der Kulturkirche in Neuruppin die Immatrikulationsfeier für die 48 neuen Medizinstudierenden und die acht neuen Masterstudierenden der Psychologie statt, die im Sommersemester 2019 in ihr Studium an der MHB gestartet sind. Damit sind aktuell an der MHB insgesamt 410 Studierende eingeschrieben, davon 235 im Bereich Medizin und 175 im Bereich Psychologie.

„Die MHB ist bis heute die einzige Universität im Land, die Ärztinnen und Ärzte ausbildet. In der Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen geht sie ebenfalls einen deutschlandweit einmaligen Weg. Die Lehrangebote und -veranstaltungen werden von unseren Studierenden regelmäßig positiv evaluiert. Auch im sogenannten Progresstest Medizin, der jeweils zu Beginn eines jeden Semesters absolviert wird, schneiden die Studierenden der MHB regelmäßig sehr gut ab“, sagte Prof. Dr. Edmund Neugebauer, Präsident der MHB, in seiner Begrüßung.

Die MHB sei in den Semesterferien auf dem Campus Neuruppin in ein neues Gebäude umgezogen, das von den Ruppiner Kliniken als einer der Trägergesellschaften der MHB aufwändig saniert worden sei: „Da neben der Universitätsverwaltung auch große Teile der Lehre in diesen neuen, modern und funktional eingerichteten Räumen stattfinden werden, sind wir hier endlich alle unter einem Dach vereint. Für Sie und für uns beginnt jetzt ein neues Kapitel. Hierzu wünsche ich Ihnen und uns einen guten Start“, sagte Neugebauer.

„Die MHB ist ein ganz besonderer und ein sehr persönlicher Ort, an dem Sie nicht nur studieren, sondern auch leben werden. Dies ist ein guter Ort zu sein!“, begrüßte auch der neu gewählte Dekan der MHB, Prof. Dr. Markus Deckert, Professor für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie am Städtischen Klinikum Brandenburg, die neuen Studierenden.
Ralf Reinhardt, Landrat in Ostprignitz-Ruppin und Vorsitzender des Aufsichtsrates der MHB, knüpfte in seiner Begrüßung hieran an: „Brandenburg ist anders, Ostprignitz-Ruppin ist anders. Und auch die MHB ist anders. Die Universität ist klein und persönlich und dadurch eine gute Gemeinschaft mit einem starken Zusammenhalt.“

Reinhardt betonte, dass sich das Problem des Ärztemangels insbesondere in ländlichen Regionen nicht von selber löse und dass es vor der Gründung der MHB im Land Brandenburg kein eigenes Medizinstudium gegeben habe. Der Bedarf an Ärzten sei insbesondere in Brandenburg exorbitant hoch, das Bundesland hätte nicht nur bundesweit die wenigsten, sondern auch die ältesten Ärztinnen und Ärzte. „Hier wollen wir als MHB einen kleinen Beitrag leisten, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu verbessern und zu sichern. Werden Sie heimisch im Land Brandenburg! Herzlich willkommen, alles Gute Ihnen und einen guten Start. Schön, dass Sie da sind!“, schloss Reinhardt.

Die Grußworte der Studierenden sprachen in diesem Jahr Anne Mohnke, Studentin im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie, und Cindy Stern, Medizinstudentin aus dem vierten Semester.

„Ein herzliches Willkommen möchte ich an die neuen Psychologie- und Medizinstudierenden und ihre Angehörigen richten. Ich heiße Anne Mohnke und man könnte mich schon fast zum Inventar dieser Hochschule zählen. Ich gehöre der ersten Kohorte der Psychologiestudierenden an und habe im letzten Jahr meinen Bachelorabschluss erreicht. Ich zähle somit zu den allerersten Studierenden, die an der MHB überhaupt ihren Abschluss gemacht haben. Nun bin ich meinen Weg an dieser Hochschule weitergegangen und bin wie Ihr im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie immatrikuliert, sodass wir uns das eine oder andere Mal in den Vorlesungen und in den Seminaren begegnen werden. Ihr könnt euch schon einmal darauf freuen, dass Ihr spannende Themengebiete kennen lernt und diskutieren dürft.

Die MHB hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Theorie mit der Praxis zu verbinden, innovative Lernkonzepte in Kleingruppen zu entwickeln und die verschiedenen therapeutischen Ausrichtungen gleichwertig zu behandeln. Dies bedeutet auch, dass es nicht darum geht, möglicherweise bestehende Vorurteile zu fördern oder einen Wettstreit zu gewinnen, welcher Therapeut nun die bessere Fachrichtung besitzt. Ihr seid dazu eingeladen, Euch ein eigenes Urteil zu bilden, was ich als Studentin an der MHB als besonders wertvoll empfinde“, sagte Mohnke, die auf weitere Besonderheiten der MHB hinwies:

„Ihr seid hier, um Psychologin oder Psychologe oder Medizinerin oder Mediziner oder auch beides zu werden. Da wir als junge Universität noch keine lange Tradition vorzuweisen haben, läuft manches in struktureller Hinsicht anders - nennen wir es mal kreativ - ab. Dies ist aber für uns Studierende kein Grund, nicht mit Freude und Engagement am Hochschulalltag teilzunehmen. Ich möchte Euch auf jeden Fall auf Eurem Weg mitgeben, dass Ihr mit ein wenig Durchhaltevermögen viel nach Euren Vorstellungen gestalten und dabei eine Universität weiterentwickeln könnt, was nicht jeder in seinem Lebenslauf berichten kann. Außerdem könnt Ihr Euch selbst verwirklichen. Den Studierenden des ersten Abschlussjahrgangs hat die MHB unter anderem auch Kakteen geschenkt, weil wir bewiesen haben, auch unter nicht ganz so leichten Bedingungen zu wachsen. Und ein bisschen auch unsere Stacheln zu zeigen. Die MHB hat mir vor allem viel Lebenserfahrung mitgegeben und das Gefühl, dass die Gedanken der Studierenden im Prozess der Gestaltung wichtig sind. Ich wünsche mir, dass dies in Zukunft in der Geschichte der MHB so bewahrt wird. Das bedeutet an der einen oder anderen Stelle auch für Euch: Arbeit. Euer Studierendenalltag bleibt damit aber immer spannend und abwechslungsreich. Manchmal ist er auch mit einem Quäntchen Nervenkitzel verbunden. Ich wünsche Euch einen schönen Start, viel Erfolg und fühlt Euch frei, Euch zu verlieben und das Leben zu genießen. Denn dafür seid Ihr auch hier“, sagte Mohnke.

Gemeinschaft erleben

Auch Cindy Stern betonte in ihrer Begrüßung aus der Perspektive einer Medizinstudentin die Besonderheiten eines Studiums an der MHB und die gegebenen Gestaltungsspielräume: „Die Reise beginnt. Genau ein Jahr ist es nun her, dass ich da saß, wo Ihr heute sitzt. Unglaublich aufgeregt, mit riesigen Erwartungen und einer ungeheuren Ungeduld, dass es jetzt endlich los geht mit dem Medizinstudium, von dem ich von klein auf geträumt habe. Natürlich hatte ich auf dem Weg dorthin immer wieder Zweifel, ob es die richtige Entscheidung sei, ob sich das Warten wirklich gelohnt hat und ob Neuruppin und später Brandenburg die Orte sind, an denen ich studieren und leben möchte. Ein Kommilitone und mittlerweile sehr guter Freund, der letztes Jahr hier oben stand, sprach von Mut, den es bräuchte, um sich für eine junge Hochschule zu entscheiden, die noch keinen einzigen Mediziner fertig ausgebildet hat und keine langjährige Tradition aufweisen kann. Dem möchte ich mich anschließen. Es braucht Mut. Mut, um etwas zu wagen, etwas zu bewegen und etwas Bleibendes zu schaffen. Mut, im großen Stil zu träumen und eine eben junge Hochschule aktiv mitzugestalten. Denn diese Möglichkeit habt Ihr hier an der MHB. Ihr werdet hier eine Gemeinschaft erleben, wie es sie meiner Meinung nach kein zweites Mal an einer Universität gibt. Eine Gemeinschaft, in der jeder für jeden kämpft, in der in guten, aber auch in stürmischen Zeiten fest zusammengehalten wird und in der vor allen Dingen niemand zurückgelassen wird. Die MHB mag eine junge Hochschule ohne langjährige Tradition sein, dafür überwindet sie alte, eingefahrene Strukturen und ermöglicht jungen Menschen, wie mir und nun auch Euch, etwas zu verändern. Sie gibt uns zudem die Freiheit, das Studium über weite Teile mit zu organisieren. Im Namen aller Medizinstudierenden möchte ich Euch noch einmal von ganzem Herzen zu Eurem Studienplatz beglückwünschen und Euch herzlich willkommen heißen!“, sagte die Medizinstudentin.

Chaos und Ordnung

Den Festvortrag in diesem Jahr hielt Prof. Dr. Martin Butzlaff, Präsident und selbst Alumnus der 1982 im Ruhrgebiet gegründeten privaten Universität Witten/Herdecke. „Nichts kann entstehen ohne Chaos. Nichts kann existieren ohne Ordnung.“ zitierte Butzlaff gleich zu Beginn seines kurzweiligen Vortrags Albert Einstein. Unter dem Titel „Studium der Medizin: Aufbruch in die Zukunft“ skizzierte Butzlaff entlang der Stichworte Hochschule, Lehre, Digitalisierung, Zeit, Spezialisierung und Zukunft, Liebe, Forschung, Bildung und Freude verschiedene Stationen auf dem Weg in eine moderne, zukunftsoffene Medizinerausbildung.

Deutschlandstipendien vergeben

Als weiteren Höhepunkt vergab die MHB im Rahmen der Immatrikulationsfeier 14 neue Deutschlandstipendien an Studierende der Medizin und der Psychologie. Die Höhe des Deutschlandstipendiums beträgt 300 Euro pro Monat. „Jeder Euro, der von privater Seite gegeben wird, wird vom Bund in gleicher Höhe gespiegelt. Schon mit 150 Euro monatlich können Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen, Vereine oder Privatpersonen einen Beitrag zur Unterstützung unserer Studierenden und zur Ausbildung von neuen Ärzten und Psychologen für das Land leisten“, erklärt Nadine Shalala, Leiterin des Bereichs Fundraising.

Im Fokus der Förderung stehen dabei Studierende, deren persönliche Motivation herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lassen. „Der dem Stipendium zugrundeliegende Leistungsbegriff ist dabei bewusst weit gefasst: Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen oder Hindernisse und Widerstände im eigenen Lebens- und Bildungsweg erfolgreich zu meistern“, so Shalala weiter. Die Stipendiat*innnen erhalten die Förderung in der Regel für mindestens zwölf Monate. Bereits zum vergangenen Wintersemester hatte die MHB acht Deutschlandstipendien vergeben. Die Zahl der insgesamt 22 zum Sommersemester zu vergebenden Stipendien richtet sich dabei sowohl nach der Zahl der zu einem bestimmten Zeitpunkt eingeschriebenen Studierenden als auch nach der Summe an Fördergeldern, welche die MHB einwerben konnte.

Zum Abschluss der feierlichen Immatrikulation spielte noch einmal die „Capella fontastica“, das neu gegründete MHB-Orchester unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Stamm, frisch gewählter Prodekan für Studium und Lehre und Professor für Klinische Psychiatrie und Psychotherapie an der MHB.

Die Moderation hatte in diesem Jahr der in Neuruppin geborene und unter anderem aus dem ARD-Morgenmagazin bekannte Meteorologe Donald Bäcker übernommen. Eingeladen waren Studierende, deren Angehörige und Freunde, die Mitglieder der MHB, Vertreter der Hochschulkliniken, Kooperationspartner aus Medizin, Wissenschaft und Forschung sowie Repräsentanten aus Gesellschaft und Politik, Bürgerschaften und Ministerien. Insgesamt nahmen rund 250 Gäste an der Immatrikulationsfeier teil.

Die neu gegründete Capella fontastica unter der Leitung von Prof. Thomas Stamm

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