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Die Welt von Morgen

Neuruppin, 02.10.2017

Unter dem Motto „Die Welt von Morgen“ fand vom 25. bis 29. September 2017 mit renommierten Gästen aus Wissenschaft, Philosophie und Kunst die erste Summer School der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Joachimsthal am Werbellinsee statt.

„Ziel der ersten MHB Summer School war es, einen Raum und eine Zeit zu schaffen, in der sich die Teilnehmenden sowohl als Individuum als auch in der Gruppe mit Inhalten und Fragen bezüglich der Welt von Morgen intensiv beschäftigen und auseinandersetzen konnten. Das Besondere dabei ist, dass das Programm auf Vorschlägen basierte, die im Rahmen einer Umfrage zuvor von Studierenden und Mitarbeitenden erstellt und in einem interaktiven Prozess entwickelt worden waren. Durch Vorträge, Workshops und künstlerisch-musische Veranstaltungen bot sich Studierenden und Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Fragestellungen zu beschäftigen und aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren und zu diskutieren“, beschreibt Prof. Dr. Gerhard Danzer, Prodekan für Studium und Lehre sowie Initiator der Summer School, das neue Format.

„Dem Vorbild ihres Namensgebers Theodor Fontane folgend, setzt sich die MHB kontinuierlich sowohl mit den Herausforderungen des gegenwärtigen als auch des zukünftigen Lebens auseinander. So wie Fontane in seinen Werken immer wieder historische Stoffe aufgreift, versteht auch die MHB, dass der Blick in die Zukunft dabei nur mit einem tieferen Verstehen der Vergangenheit möglich ist und neue Erkenntnisse in der Regel erst im Kontext einer geschichtlichen Entwicklung zu begreifen sind“, ergänzt Dunja Bruch als Organisatorin den literarisch-philosophisch inspirierten Hintergrund der Summer School.

In den Workshops des Ethikphilosophen Tim Reiß „Vertragen sich Religion und Demokratie?“ und „Gegenwärtige und zukünftige Kontroversen und Herausforderungen in der Angewandten Ethik“ berührten sich beispielsweise philosophische, politisch-gesellschaftliche und wissenschaftliche Fragestellungen. Auch die Workshops des Psychologen Tom David Uhlig – u.a. zu den Themen Rechtspopulismus und Utopismus/ Dystopismus – sowie der Workshop „Sexualität in der Welt von Morgen“ von Dr. Christoph Joseph Ahlers setzten sich mit entsprechenden Fragestellungen auseinander. Im Rahmen ihres Workshops „Kinderleicht! Von der Schwere der Neuen Musik“ ermöglichten der Musikwissenschaftler Prof. Frank Böhme und die Pianisten Sun-Young Nam in der historischen Fachwerkkirche von Glambeck einen Dialog mit neuer und alter Musik. Abends spielte Sun-Young Nam ein Konzert mit Stücken von Lachenmann, Schumann und Debussy, das großen Beifall fand. Der Fotograf Stefan Gloede und die Kunst- und Musiktherapeutin Brigitte Heinisch gestalteten gemeinsam mit Studierenden auf dem sonnig-herbstlichen Gelände des EJB Werbellinsee einen kreativen Abschluss.

Studierende der MHB auf dem sonnig-herbstlichen Gelände des EJB Werbellinsee

Als besondere Gäste und Referenten nahmen die ungarische Philosophin Prof. Ágnes Heller und Prof. Hans-Peter Krüger von der Universität Potsdam an der MHB Summer School teil. Prof. Hans-Peter Krüger analysierte als Spezialist für Helmut Plessner in seinem Vortrag „Lebensmächte im globalen Hochkapitalismus“ die aktuelle wirtschaftliche Gesamtsituation, zeigte demokratische Lösungswege auf und öffnete somit den Raum für weitere Diskussionen. Die beiden Vorträge „Warum werden alle Revolutionen betrogen?“ und „Die drei Typen der Empathie“ von Prof. Ágnes Heller stellten weitere Höhepunkte der Summer School dar.

„Ágnes Heller ist eine weltweit bekannte, vielfach ausgezeichnete Philosophin. In jungen Jahren war sie die Assistentin von Georg Lukács an der Universität in Budapest, später wurde sie die Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl in New York. Ihr bewegtes Leben – als Jüdin entkam sie nur knapp der Deportation während der NS-Zeit – hat sie in ihrer Autobiographie 'Der Affe auf dem Fahrrad' festgehalten. Es ist uns eine große Ehre, Prof. Ágnes Heller als lebhafte, weitsichtige und zutiefst liebenswürdige Person kennengelernt zu haben. Ihre Beiträge haben wir sehr interessiert aufgenommen und im weiteren Austausch mit ihr intensiv diskutiert“, freute sich Prof. Danzer über eine gelungene Veranstaltung und erfolgreiche Premiere. Den musikalischen Höhepunkt der Summer School bildete das Jazzkonzert des Susanne Grimm Quintett mit Johannes Albes am Tenorsaxophon, der an der MHB zugleich Professor für Kardiochirurgie ist.

Die MHB Summer School findet jährlich statt und steht allen Studierenden und Mitarbeiter*innen der Universität offen. Die nächste MHB Summer School ist für September 2018 geplant.

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