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Deutsche Maculastiftung verleiht Forschungspreis

Prof. Gerd Geerling, Präsident der DOG, übergibt die Auszeichnung an Dipl.-Ing. Anne Thier (rechts). (Fotograf: Felix Faller)

Hamburg/Brandenburg an der Havel, 30.09.2022

Der Forschungspreis der Deutschen Maculastiftung 2022 geht an Dipl.-Ing. Anne Thier. Sie erhält die Auszeichnung für ihre Arbeit über den Verlust des selbstbestimmten Lebens durch die Altersbedingte Maculadegeneration.

„Ich freue mich sehr über die erhaltene Auszeichnung, zumal ich für meine Arbeit qualitative Methoden benutzt habe, die bei der Forschung rund um die Altersbedingte Maculadegeneration eher seltener verwendet werden“, sagt Dipl.-Ing. Anne Thier, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB). Mit diesem fachlichen Hintergrund beschäftigt sie sich seit 2017 intensiv mit der Aufarbeitung von Krankheitserfahrungen von Menschen, die mit einer Altersbedingten Maculadegeneration leben und täglich unter den schweren Einschränkungen der Lebensqualität leiden.

„Ich hoffe, dass die Auszeichnung auch der qualitativen Forschungsrichtung im augenheilkundlichen Bereich mehr Sichtbarkeit verleiht und vor allem aber auch den vielen Menschen, die von Erkrankung betroffen sind, gesellschaftliches Gehör verschafft“, so Thier weiter.

„Die diesjährige Preisträgerin hat eindrücklich herausgearbeitet, wie Betroffene ihre Erkrankung erleben, was sie fühlen, wie ihre Erwartungen an eine Behandlung sind. Dabei konnte Anne Thier systematische Aspekte des Angst-Empfindens und Unwohl-Fühlens identifizieren, die im Versorgungsprozess nicht adressiert werden. Ihre Analysen geben konkrete Anregungen, wie Patientenbedürfnisse in der Gestaltung neuer Therapieansätze besser berücksichtigt werden können“, begründet Prof. Oliver Zeitz, Vorsitzender des wissenschaftlichen Präsidiums der Deutschen Maculastiftung, die Entscheidung der Stiftung.

Erkrankungen der Macula (Mitte der Netzhaut) sind eine Volkskrankheit. Viele hunderttausend Menschen sind betroffen und in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt. Die Altersbedingte Maculadegeneration kann in fortgeschrittenen Stadien zu schweren Einschränkungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen. Maculaerkrankungen haben schwerwiegende Folgen für die Lebensqualität und Lebensplanung der Betroffenen.

„Trotz ihrer weiten Verbreitung sind die Erkrankungen kaum im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Daher sind Betroffene mit der Bewältigung der Sehbehinderung oft alleine gelassen und stoßen in ihrem sozialen Umfeld auf Unverständnis“, so Prof. Zeitz weiter.

Und Prof. Gisbert Richard, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Maculastiftung, ergänzt: „Ich bin mit der Deutschen Maculastiftung angetreten, um dies zu ändern. Mit dem im Jahr 2022 zum dritten Mal vergebenen Forschungspreis möchte die Deutsche Maculastiftung einen Beitrag leisten, dass betroffene Menschen die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten.“

Kontakt Deutsche Maculastiftung:
Prof. Dr. Gisbert Richard, Prof. Dr. Oliver Zeitz
info@deutsche-maculastiftung.de

Kontakt MHB:
Dipl.-Ing. Anne Thier
anne.thier@mhb-fontane.de

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