Dawid Pieper neuer Professor für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung

(Foto: Enric Mammen)

Neuruppin/Rüdersdorf, 01.09.2021

Dr. rer. medic. Dawid Pieper ist zum neuen Professor für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) berufen worden. Er wird zukünftig gemeinsam mit Prof. Dr. med. Heinze das in Rüdersdorf angesiedelte Zentrum für Versorgungsforschung (ZVF-BB) leiten. Darüber hinaus ist er Leiter des neuen, an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg (FGW) angesiedelten Masterstudiengangs Versorgungsforschung, der zum Sommersemester 2022 starten wird. „Um den Problemen in unserem Gesundheitssystem erfolgreich begegnen zu können, brauchen wir innovative Lösungen. Diese möchte ich (mit-)entwickeln. Die Arbeit ist damit jedoch noch nicht getan, sondern fängt vielfach erst an, denn nicht alle entwickelten Lösungen lassen sich ohne weiteres überall implementieren. Daher ist es von außerordentlicher Bedeutung, Patient*innen, Vertreter*innen der Gesundheitsberufe und natürlich auch Politiker*innen bereits von Anfang an mitzunehmen. Ich freue mich darüber hinaus sehr auf die neuen Kolleg*innen und die vor mir liegenden Aufgaben und Herausforderungen, die mit der Neugründung des Instituts und dem Start des neuen Masterstudiengangs Versorgungsforschung auf mich zukommen“, sagt Pieper.

Dass die Bevölkerung in Brandenburg altert, ist weithin bekannt. Wie sich das Gesundheitssystem verändern muss, um die gesundheitliche Versorgung der Menschen entsprechend zu verbessern, ist die zentrale Fragestellung des Zentrums für Versorgungsforschung. Mit aktuell zehn wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen ist das Zentrum am Gesundheitsstandort Rüdersdorf angesiedelt und befindet sich damit in unmittelbarer Nähe sowohl zur Immanuel Klinik Rüdersdorf, einem Universitätsklinikum der MHB, als auch zur Poliklinik Rüdersdorf. „Mit einem Forschungsstandort nah am klinischen Bereich wollen wir sicherstellen, dass wir ganz konkrete Verbesserungsvorschläge für die Praxis entwickeln können. Meine Professur ist nicht nur ein Forschungs-, sondern ein Handlungsauftrag!“, so Prof. Pieper, der für den Aufbau seines Bereiches aktuell auch weitere wissenschaftliche Mitarbeiter*innen sucht.

Professor Cornelius Frömmel, Gründungsdekan der FGW Brandenburg, erklärt: „Medizinisches Wissen und Können entwickeln sich rasant. Die Übertragung der wissenschaftlichen Ergebnisse in die klinische Praxis (bench to bedsite) ist aber bei vielen Erkenntnissen nur ein Teil des Weges zur Anwendung in der Breite (from bedside to medical practice). Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg mit seiner älter werdenden Bevölkerung ist dieser zweite Schritt eine besondere Herausforderung, der wissenschaftlicher Unterstützung durch einen Versorgungsforscher wie Prof. Pieper bedarf. Diese Professur der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg ist durch die Einbindung in die Medizinische Hochschule Brandenburg in engem Kontakt zur medizinischen und pflegerischen Versorgung der Einwohner Brandenburgs. Da dieses sich auch in Deutschland rasant entwickelnde Arbeitsgebiet dringend akademischen Nachwuchs benötigt, freut es mich besonders, dass der Studiengang Versorgungsforschung unter seiner Koordination nächstes Jahr starten kann. Damit wird ein weiterer wichtiger Teil des an die Fakultät formulierten Auftrages, mit zusätzlichen Professor*innen einen Beitrag zur besseren gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung im Land Brandenburg zu leisten, erfolgreich umgesetzt."

Dawid Piepers Professur ist eine von insgesamt 16 neuen Professuren, die an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg mit Landesmitteln finanziert und neu einberufen werden. Die 2018 gegründete Fakultät ist aus der Initiative „Gesundheitscampus Brandenburg“ hervorgegangen und von drei Trägerhochschulen gemeinsam gegründet worden: der Universität Potsdam, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane.

Pieper hat nach dem Masterstudium in Public Health an der Universität Bremen und der Promotion an der Universität Witten/Herdecke den Master of Science in Epidemiologie an der Universität Mainz berufsbegleitend absolviert. Seit 2011 war er am Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke tätig – zuletzt als stellvertretender Institutsleiter und als Leiter der Abteilung für evidenzbasierte Versorgungsforschung.

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